Schweiz

»Klare Haltung«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR

Der Schweizer Nationalrat hat am Mittwochnachmittag beschlossen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die der BDS-Bewegung (Boycott, Divestment and Sanctions) nahestehen, finanziell nicht mehr zu unterstützen. 111 Abgeordnete stimmten für den Beschluss, 78 dagegen, vier enthielten sich. Die Entscheidung muss noch durch den Ständerat bestätigt werden, um wirksam zu werden.

Boykott Zentralratspräsident Josef Schuster begrüßte den Beschluss: »Damit haben die Schweizer eine klare Haltung zu antisemitischen Organisationen bewiesen, die zu Boykotten gegen Israel aufrufen. Es wäre gut, wenn sich die Politik in Deutschland ebenfalls deutlich von der BDS-Bewegung distanzieren würde. Wir hoffen auf diese Signale in den Wahlprogrammen der Parteien sowie auf eine entsprechende Umsetzung nach der Bundestagswahl.«

Olga Deutsch, Leiterin der Europa-Abteilung des israelischen Instituts NGO Monitor, das die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen kritisch beobachtet, sagte in einer ersten Reaktion: »Das positive Votum in der Schweiz ist ein wichtiger Vorläufer, um BDS-Kampagnen, Antisemitismus und Hass ernsthaft entgegenzutreten.«

Laut eigener Aussage war NGO-Monitor maßgeblich daran beteiligt, die Schweizer Regierung zu beraten. Wie israelische Medien berichteten, hatten sich Gerald M. Steinberg, Präsident von NGO Monitor, und Olga Deutsch vor einigen Monaten mit schweizer Politikern in Bern getroffen. ja

New York

Mamdani legt Antisemitismus-Plan vor, jüdische Organisationen üben scharfe Kritik

Das Konzept des Bürgermeisters blende den Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Juden in New York und antiisraelischer Propaganda bewusst aus, sagt einer der Kritiker

 30.09.2026

Kiew

85. Jahrestag: Selenskyj gedenkt ermordeter Kyjiwer Juden

Vor 85 Jahren besetzten deutsche Truppen die heutige ukrainische Hauptstadt. Sie ermordeten zehntausende Menschen. Präsident Selenskyj stellt bei einer Gedenkfeier den Bezug zur Gegenwart her

 30.09.2026

Fußball

Im Kreuzfeuer: Irischer Nationalspieler mit israelischer Mutter

Finn Azaz wurde für Irlands Nationalkader für die Länderspiele gegen Israel nominiert. Weil er eine israelische Mutter hat, soll seine Zukunft im irischen Team aber infrage stehen

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026

Interview

»Es ist beängstigend, wie sich die Geschichte wiederholt«

Evan Bernstein (51) ist seit Kurzem neuer CEO von B’nai B’rith International, der ältesten jüdischen Wohltätigkeitsorganisation. Um den wachsenden Antisemitismus zu bekämpfen, will Bernstein vor allem die lokale Vernetzung verbessern

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026

Vergessener Held

Die vielen Leben des Jack Boeki

Ein jüdischer US-Agent und die Naziverbrecher in Nürnberg

von Joachim Heinz  29.09.2026

Niederlande

»Der 7. Oktober, das bin ich«: Student der Uni Maastricht will an Terrorangriff teilgenommen haben

Ein 22-jähriger Palästinenser, der in den Niederlanden studiert, erweckt in einem Instagram-Video den Eindruck, er habe an der Terrorattacke der Hamas auf Israel teilgenommen. Jetzt griff die Hochschule durch

 28.09.2026

London

Reporter oder doch Terroristen? BBC prüft Liste in Gaza getöteter Journalisten

Konkret geht es um 53 Personen, bei denen Verbindungen zu palästinensischen Terrororganisationen festgestellt wurden

 28.09.2026

Schweiz

Eine Sukka voller Fragen

Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich hat ihre nichtjüdischen Nachbarinnen und Nachbarn in die Laubhütte eingeladen. Zu selbstgemachtem Hummus darf alles gefragt werden. Ein Besuch

von Nicole Dreyfus  25.09.2026

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  25.09.2026