Schweiz

»Klare Haltung«

Zentralratspräsident Josef Schuster Foto: ZR

Der Schweizer Nationalrat hat am Mittwochnachmittag beschlossen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die der BDS-Bewegung (Boycott, Divestment and Sanctions) nahestehen, finanziell nicht mehr zu unterstützen. 111 Abgeordnete stimmten für den Beschluss, 78 dagegen, vier enthielten sich. Die Entscheidung muss noch durch den Ständerat bestätigt werden, um wirksam zu werden.

Boykott Zentralratspräsident Josef Schuster begrüßte den Beschluss: »Damit haben die Schweizer eine klare Haltung zu antisemitischen Organisationen bewiesen, die zu Boykotten gegen Israel aufrufen. Es wäre gut, wenn sich die Politik in Deutschland ebenfalls deutlich von der BDS-Bewegung distanzieren würde. Wir hoffen auf diese Signale in den Wahlprogrammen der Parteien sowie auf eine entsprechende Umsetzung nach der Bundestagswahl.«

Olga Deutsch, Leiterin der Europa-Abteilung des israelischen Instituts NGO Monitor, das die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen kritisch beobachtet, sagte in einer ersten Reaktion: »Das positive Votum in der Schweiz ist ein wichtiger Vorläufer, um BDS-Kampagnen, Antisemitismus und Hass ernsthaft entgegenzutreten.«

Laut eigener Aussage war NGO-Monitor maßgeblich daran beteiligt, die Schweizer Regierung zu beraten. Wie israelische Medien berichteten, hatten sich Gerald M. Steinberg, Präsident von NGO Monitor, und Olga Deutsch vor einigen Monaten mit schweizer Politikern in Bern getroffen. ja

USA

Ein Stadtneurotiker wird 90

Woody Allen steht als Autor, Regisseur und Schauspieler für einzigartige Filme. Doch bis heute überschatten Missbrauchsvorwürfe sein Lebenswerk

von Barbara Schweizerhof, Sophie Albers Ben Chamo  29.11.2025

Meinung

Wenn ein Botschafter Schoa-Überlebende zu Lügnern erklärt

Tom Rose, neuer US-Botschafter in Warschau, hat in einer Rede die Komplizenschaft Tausender Polen während des Holocaust bestritten. Das ist fatal für das Ansehen der USA

von Menachem Z. Rosensaft  29.11.2025

Großbritannien

Frauen haben Besseres verdient

Die Journalistin Marina Gerner beklagt in ihrem Buch fehlende Innovationen im Bereich Frauengesundheit – und eckt nicht nur mit dem Titel an

von Amie Liebowitz  28.11.2025

Kultur

André Heller fühlte sich jahrzehntelang fremd

Der Wiener André Heller ist bekannt für Projekte wie »Flic Flac«, »Begnadete Körper« und poetische Feuerwerke. Auch als Sänger feierte er Erfolge, trotzdem konnte er sich selbst lange nicht leiden

von Barbara Just  28.11.2025

Niederlande

Demonstranten stören Vorlesung in Gedenken an Nazi-Gegner

An der Universität Leiden erzwangen antiisraelische Studenten die Verlegung einer Gedächtnisvorlesung zum Andenken an einen Professor, der während der Nazi-Zeit gegen die Judenverfolgung protestiert hatte

von Michael Thaidigsmann  28.11.2025

Großbritannien

Verdächtiger nach Anschlag auf Synagoge in Manchester festgenommen

Der Angriff auf die Synagoge am Vorabend des höchsten jüdischen Feiertags Jom Kippur sorgte international für Bestürzung. Jetzt wurde ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen

von Burkhard Jürgens  27.11.2025

Bereit fürs ICZ-Präsidium: Noëmi van Gelder, Arthur Braunschweig und Edi Rosenstein (v.l.n.r.)

Interview

»Meinungsvielfalt gilt es auszuhalten« 

Am 8. Dezember wählt die Gemeindeversammlung der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich ein neues Präsidium. Ein Gespräch mit den Kandidaten über Herausforderungen an die Gemeinde, Grabenkämpfe und Visionen

von Nicole Dreyfus  27.11.2025

Schweiz

Antisemitismus auch in der queeren Szene benennen

Viele Jüdinnen und Juden fühlen sich teils unsicher, wenn in der queeren Szene über Israel gesprochen wird. Der Verein Keschet will das ändern

von Nicole Dreyfus  27.11.2025

Das Ausmalbuch "From the river to the sea" in einer Buchhandlung in Zürich.

Meinung

Mit Kufiya und Waffen

Ein Kinderbuch mit Folgen

von Zsolt Balkanyi-Guery  27.11.2025