WM

Hoffen auf José

Gilt als einer der besten Fußballtrainer der Welt: José Nestor Pekerman Foto: dpa

José Pekerman hat die Chance, in den kolumbianischen Fußballhimmel aufzusteigen. Die südamerikanische Elf steht im Viertelfinale und der 64-Jährige dürfte somit unbestrittener Cheftrainer bleiben.

Dabei waren die Aussichten nicht gerade rosig. Pekerman, der seine Fußballkarriere beim argentinischen Verein Mar del Plata Maccabi als Mittelfeldspieler begann, musste auf einen seiner wertvollsten Spieler verletzungsbedingt verzichten.

José Nestor Pekerman gilt als einer der besten Fußballtrainer der Welt. Seine akribische Arbeit ist berühmt und berüchtigt, nichts überlässt er dem Zufall. Und wenn er scheitert, übernimmt er die Verantwortung, wie bei der Weltmeisterschaft 2006, als Argentinien bereits im Viertelfinale gegen die deutsche Elf verlor und Pekerman daraufhin sofort als Cheftrainer zurücktrat. Begründet hat er seinen Ruhm als Trainer der argentinischen Jugendnationalmannschaft, deren U20-Auswahl sich 1995, 1997 und 2001 den WM-Titel sicherte.

kleinstadt Geboren wurde Pekerman 1949 in einer argentinischen Kleinstadt als Sohn jüdischer Einwanderer aus der Ukraine. Bereits als Kleinkind begann er, Fußball zu spielen. Nach dem Umzug nach Buenos Aires lebte die Familie in einem vor allem von Juden bewohnten Stadtteil, und Pekerman spielte bei Maccabi.

Später begann er eine Profikarriere, beendete sie aber vorzeitig und musste zeitweise als Taxifahrer jobben, um den Unterhalt für seine vierköpfige Familie zu verdienen. In der Freizeit trainierte er Jugendmannschaften, bis der argentinische Fußballverband auf ihn aufmerksam wurde und ihn zum Jugendcheftrainer und später zum Nationalcoach berief.

Nach seinem Rücktritt 2006 war es lange Zeit ruhig um Pekerman. Als Manager leitete er zeitweise eine spanische Mannschaft der dritten Division, bis er in Mexiko wieder als Trainer aktiv wurde. 2012 holte ihn dann der kolumbianische Fußballverband, um nach Jahrzehnten internationaler Abstinenz wieder mitzumischen.

Pekerman stellte die Mannschaft neu auf, indem er einige weltweit bekannte Stars einfach ignorierte – und führte sein Team zur WM-Qualifikation für Brasilien. Für seine erfolgreiche Arbeit hat ihm Kolumbiens Regierung inzwischen die Staatsbürgerschaft des Landes verliehen.

Kanada

Ein wenig Mizwa, sehr viel Macho

Das Magazin »Rolling Stone« kürte Drake einst zum »größten jüdischen Rapper aller Zeiten«. Doch der Anfang war hart

von Sarah Thalia Pines  05.11.2026

London

Banal, schlicht und ironisch

Julia Pascals Theaterstück »The Banality of Evil: Hannah Arendt, France, 1940« erzählt von Hannah Arendt, Charlotte Salomon und Eva Daube als deutsche Jüdinnen in Frankreich und ihrem Leben zwischen zwischen Exil, Gefangenschaft und Überlebenskampf

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  05.11.2026

Treffen

Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan - mit Cap und Kapuze

Der Musiker und Songwriter Bob Dylan ist 1997 zum ersten Mal einem Papst begegnet - damals in Bologna, bei einem Jugendtreffen. Nun kam er in den Vatikan und sprach dort mit einem Landsmann

von Ludwig Ring-Eifel  05.11.2026

Meister der Melancholie

Leonard Cohen: »Jikan der Stille« lebte seine Religion - und auch eine andere

Seine Lieder sind geheimnisvoll, oft düster - und doch von beklemmender Schönheit. Leonard Cohen war nie zu greifen, mit niemandem zu vergleichen. Vor zehn Jahren ist er gestorben

von Alexander Brüggemann  05.11.2026

Internetbetrug

Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau warnt vor Fake-Webseite

Wer die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besuchen will, muss bei der Buchung aufpassen. Denn aktuell gibt es eine gefakte Webseite, teilte die Gedenkstätte mit

von Christiane Laudage  04.11.2026

Brasilien

Kein Freund Israels

Nach dem überraschenden Wahlsieg des linken Präsidenten Lula gibt sich die jüdische Gemeinde des Landes dennoch zuversichtlich

von Andreas Knobloch  04.11.2026

USA

Jüdische MAGA-Aktivistin an der Uni mit Tod bedroht

Die jüdische Studentin und Trump-Unterstützerin Liz Benichou wurde auf dem Campus der University of Michigan attackiert und zu Boden gestoßen

von Nicole Dreyfus  04.11.2026

USA

»Viele jüdische Wähler haben mit zugehaltener Nase abgestimmt«

Der jüdische Rechtsanwalt und Historiker Michael Traison über den Erdrutschsieg der Demokraten bei den Midterms und die möglichen Folgen für Amerikas Beziehungen zu Israel

von Michael Thaidigsmann  04.11.2026

USA

Die innere Sicherheit

Wie jüdische Gemeinden ihren Alltag gegen wachsenden Antisemitismus verteidigen – und sich zunehmend selbst schützen müssen. Ein Ortsbesuch in Washington, D.C. und Miami

von Katrin Richter  02.11.2026