Schoa

Historiker kritisieren Untersuchung zu Verrat an Anne Frank

Das Haus in der Prinsengracht, in dem sich Anne Franks Familie verstecken musste. Foto: imago images/Richard Wareham

Historiker haben deutliche Kritik an der Untersuchung über den Verrat des Verstecks von Anne Frank vor den Nationalsozialisten geübt. Die Beweislage sei sehr dünn, sagte der Amsterdamer Professor für Holocaust- und Genozidstudien, Johannes Houwink ten Cate, im NRC Handelsblad am Dienstag. »Zu großen Beschuldigungen gehören große Beweise. Und die gibt es nicht.«

Mehrere Historiker äußerten Zweifel an den Schlussfolgerungen und sprachen von Fehlern und Ungenauigkeiten in der Untersuchung. So gebe es keinerlei Beweise, dass der Jüdische Rat im Zweiten Weltkrieg Listen mit Adressen von Verstecken von Juden aufgestellt hatte. Auch sehen die Historiker kein Motiv bei dem Notar. Er sei bereits selbst im Sommer 1944 mit seiner Familie wegen drohender Deportation untergetaucht. Mit einer Anzeige beim Sicherheitsdienst hätte der Notar nach Darstellung der Historiker nur die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt.

Versteck Ein internationales Team hatte fünf Jahre lang in Archiven geforscht, wer 1944 das Versteck von insgesamt acht jüdischen Menschen in Amsterdam an die deutschen Nazis verraten hatte. Anne Frank (1929 - 1945) hatte dort ihr heute weltberühmtes Tagebuch geschrieben.

Das Team hatte am Montag seine Ergebnisse veröffentlicht. Danach solle ein jüdischer Notar das Versteck verraten. Er könnte damit seiner Familie das Leben haben retten wollen. Das Team beruft sich vor allem auf die Kopie eines anonymen Briefes, den der Vater von Anne, Otto Frank, nach dem Krieg erhalten haben soll und in dem der Name des Notars genannt sein soll. dpa

Großbritannien

Brandanschlag in London: Untersuchungshaft für Verdächtige

Mehrere Krankenwagen eines jüdischen Rettungsdienstes in Golders Green werden in Brand gesetzt. Vor Gericht erschienen nun drei Verdächtige

 04.04.2026

Meinung

Hoffentlich wird Viktor Orbán abgewählt

Am 12. April stehen in Ungarn Wahlen an. Unter seinem langjährigen Ministerpräsidenten ist das Land zu einem russischen U-Boot in der Europäischen Union geworden

von Joshua Schultheis  04.04.2026

USA

So wild wie Doja Cat

Sie ist der einzige weibliche jüdische R&B-Superstar – und eine der erfolgreichsten Rapperinnen unserer Zeit

von Sarah Thalia Pines  04.04.2026

London

Jüdische Londoner fühlen sich von Aktivisten eingeschüchtert

Rund 40 Personen seien in ein jüdisch geprägtes Wohngebiet gezogen, hätten Parolen wie »Völkermord« skandiert und gefordert, der Staat Israel müsse verschwinden, sagen Augenzeugen

 01.04.2026

Nepal

Sederabend auf Rekordniveau

Wie Kathmandu zur Bühne einer der größten Pessachfeiern der Welt wurde

von Matthias Messmer  31.03.2026

Winnipeg

Jüdischer Anti-Zionist wird Chef der sozialdemokratischen NDP

Avi Lewis delegitimiere einen wesentlichen Teil jüdischer Identität, sagen jüdische Organisationen in Kanada

 31.03.2026

Österreich

Hamas-Narrative im ORF?

Für die Österreichische Medienbehörde ist klar, dass der ORF den Krieg im Gazastreifen in einer ausgestrahlten TV-Dokumentation verzerrt hat

von Nicole Dreyfus  30.03.2026

Porträt

Challa vom Prinzen

Idan Chabasov wurde mit seinen kunstvollen Zopfkreationen auf Instagram berühmt. Sein simples Rezept: Mehl, Wasser, Hefe und Verbundenheit zur jüdischen Gemeinschaft. Seine ersten Challot hat er in Berlin gebacken

von Nicole Dreyfus  29.03.2026

Gesa Ederberg

»Globaler und vielfältiger«

Die Berliner Rabbinerin über ihre neue Präsidentschaft der »Rabbinical Assembly«, amerikanische Kollegen und europäischen Elan

von Mascha Malburg  29.03.2026