Jerusalem

Israel will globalen jüdischen Beirat gründen

Präsident Isaac Herzog vergangene Woche bei einer Veranstaltung zu Ehren der Minderheit der Drusen in Israel. Foto: Copyright (c) Flash 90 2024

Israels Präsident Isaac Herzog will einen globalen Beirat der Juden gründen. Dieser soll aus 150 jüdischen Persönlichkeiten bestehen, von denen 50 aus Israel, 50 aus den Vereinigten Staaten von Amerika und 50 aus dem Rest der Welt kommen sollen.

»Voice of the People« wurde als Name des Beirats gewählt. Das Gremium soll zwei Jahre lang monatlich online tagen. Im Frühjahr 2025 ist eine Konferenz in Israel vorgesehen, in deren Rahmen Anliegen der Juden in Israel und der Diaspora diskutiert werden sollen.

»Unter der Leitung von Präsident Isaac Herzog ist Voice of the People ein Inkubator für Lösungen, der den Wandel vorantreiben und eine proaktive Führungsrolle innerhalb unserer globalen jüdischen Gemeinschaft fördern will«, heißt es auf der Webseite der Organisation.

Kritische Fragen

Juden in aller Welt sind aufgerufen, Probleme zu identifizieren, »die die jüdischen Gemeinschaften weltweit betreffen«. Auch werden Gründungsmitglieder für das Netzwerk gesucht. Die Initiatoren erklärten: »Angesichts der tragischen Ereignisse vom 7. Oktober ist unsere gemeinsame Zukunft wichtiger denn je.« Drängende Herausforderungen müssten angepackt werden.

»Wir sind derzeit damit beschäftigt, den Staat Israel zu schützen und die Stärke des jüdischen Volkes inmitten eines herausfordernden Krieges und eines zunehmenden Antisemitismus zu stärken«, sagte Präsident Herzog selbst. »Gleichzeitig stehen wir vor kritischen Fragen, die unsere Aufmerksamkeit erfordern.«

Als Antwort darauf werde »Voice of the People« eingerichtet. Der Beirat wolle sich darauf konzentrieren, die Fähigkeit des jüdischen Volkes zu gewährleisten, in einer sich verändernden Welt zu gedeihen», so der Präsident.

Umfrage über Herausforderungen

Er erwähnte eine Umfrage, mittels derer Juden aus aller Welt die in dem Beirat diskutierten Themen beeinflussen sollen: «Ich ermutige jeden, sich zu beteiligen und einen Beitrag zur Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft zu leisten», erklärte Isaac Herzog.

Die hier für die nächsten anderthalb Monate erreichbare Online-Umfrage ist in sechs Sprachen verfügbar, nämlich Englisch, Ivrit, Französisch, Russisch, Spanisch und Portugiesisch. Sie gibt den Teilnehmern Gelegenheit, Themen, die sie für relevant halten, aus einer Liste auszusuchen und eigene Diskussionspunkte hinzuzufügen, die der Beirat erörtern soll.

«Voice of the People» wird von Shirel Dagan-Levy geleitet werden. Einen «echten Wandel bei der Gestaltung der jüdischen Zukunft» kündigte sie an.

«Leiten und inspirieren»

«Stellen Sie sich vor, in zwanzig Jahren zurückzublicken und zu sehen, wie jeder Jahrgang unseres Rates den Weg des jüdischen Volkes geprägt hat», erklärte Dagan-Levy. «Durch ihre Empfehlungen und unsere gemeinsamen Bemühungen werden wir in der Lage sein, die Entwicklung unserer Gemeinden nachzuvollziehen und zu verstehen, was wir bewirkt haben. Dies ist unsere Chance, ein Vermächtnis zu schaffen, das künftige Generationen leiten und inspirieren wird.»

Von allen Teilnehmern der Umfrage werden 20 Personen ausgelost, die beim Launch der Initiative virtuell und direkt mit Präsident Herzog sprechen können. Auch sollen Praktikumsstellen für junge Juden aus aller Welt angeboten werden.

Großbritannien

Hoffen auf ein Wunder

Eine der letzten Synagogen des Londoner East End könnte trotz aller Rettungsversuche zu einer Moschee werden

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  22.02.2026

Nachruf

»Grey’s Anatomy«-Star Eric Dane im Alter von 53 Jahren gestorben

Nach Angaben seiner Familie erlag er Komplikationen infolge seiner ALS-Erkrankung

 20.02.2026

Meinung

Königliches Versagen im Kulturbetrieb

Das renommierte Reina-Sofía-Museum in Madrid setzt eine Schoa-Überlebende vor die Tür. Die Existenz des Juden wird zur Provokation, die Befindlichkeit des Antisemiten zum schützenswerten Gut. Spanien ist verloren!

von Louis Lewitan  19.02.2026

Pilot Adam Edelman (links) und Bremser Menachem Chen auch Israel, was noch keinem israelischem Bob-Team vor ihnen gelang: eine Olympia-Qualifikation ohne Trainer

Winterspiele

RTS entschuldigt sich für Olympia-Kommentar

Ein Live-Kommentar über den israelischen Bobfahrer Adam Edelman sorgte für Empörung – nun entschuldigt sich RTS und spricht von einem »unangemessenen Format«

von Nicole Dreyfus  19.02.2026

Belarus

Die Kushner-Karte

Alexander Lukaschenko sucht die Nähe zu den USA und gibt sich philosemitisch

von Alexander Friedman  18.02.2026

Antisemitismus

In Andorra wird zum Karneval eine Israel-Puppe hingerichtet

In dem kleinen Fürstentum in den Pyrenäen wurde beim Karneval einer Puppe mit Davidstern der Prozess gemacht - die jüdische Gemeinschaft ist empört

 18.02.2026

Meinung

Eklat im Schweizer öffentlich-rechtlichen: Das RTS und der Israelhass

Der eigentliche Skandal ist die Rechtfertigung des öffentlich-rechtlichen Senders. Eine Rundfunkanstalt sollte ihre publizistischen Leitlinien immer einhalten und auch bei Israel keine Ausnahme machen.

von Nicole Dreyfus  17.02.2026

Der israelische Bobfahrer Adam Edelman nimmt die Hasstiraden gegen seine Person gelassen und will sich auf den Wettkampf konzentieren.

Olympische Winterspiele

Sender verteidigt »Genozid«-Kommentar, nimmt ihn aber offline

Die politischen Einordnungen eines Schweizer TV-Kommentators bei der Abfahrt des israelischen Bobfahrers Adam Edelman sorgen für Debatten. Der Sender verteidigt sich, der Sportler sieht es gelassen

 17.02.2026

Brüssel

Streit um Beschneider: US-Botschafter nennt Belgien »antisemitisch«

In mehreren X-Posts griff Bill White die belgische Regierung scharf an, die wiederum sich die Einmischung verbat. Hintergrund ist ein Strafverfahren gegen drei Mohelim in Antwerpen

von Michael Thaidigsmann  17.02.2026