Belgien

Hass aus dem Lautsprecher

Auf der Fahrt von Namur nach Brüssel hatten sich Jugendliche Zugriff zum Lautsprecherdurchsagesystem verschafft. Foto: imago

In einem belgischen Zug haben Unbekannte das Lautsprecherdurchsagesystem benutzt, um Juden aufzufordern, in Auschwitz auszusteigen und im Konzentrationslager zu duschen. Der Vorfall ereignete sich am 31. Januar und wurde erst jetzt bekannt. Wie der Sender RTL am Dienstag berichtete, hat die belgische Eisenbahngesellschaft SNCB bei der Polizei Anzeige wegen Aufstachelung zum Hass erstattet.

Die Verdächtigen hatten sich, so RTL, am späten Nachmittag in der Hauptverkehrszeit auf der Fahrt von Namur nach Brüssel Zugriff zum Lautsprecherdurchsagesystem verschafft. Auf Französisch sagte der Täter: »Meine Damen und Herren, wir nähern uns Auschwitz. Alle Juden werden gebeten, auszusteigen und eine kurze Dusche zu nehmen.«

Jugendliche Der Vorfall wurde Viviane Teitelbaum, einer jüdischen Abgeordneten in der Region Brüssel, gemeldet. Teitelbaum sagte im Gespräch mit RTL-Journalisten, der Zeuge des Vorfalls habe den Verdacht geäußert, dass einige aus einer Gruppe von Jugendlichen Zugang zu den Schlüsseln hatten, die das Bahnpersonal dazu verwendet, um Lautsprecherdurchsagen zu machen.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich vor zwei Jahren in einem Zug auf derselben Bahnstrecke. Die Täter, die nie gefasst wurden, sagten damals: »Willkommen in diesem Zug nach Auschwitz. Alle Juden werden gebeten, in Buchenwald auszusteigen.« jta

Kanada

Ein wenig Mizwa, sehr viel Macho

Das Magazin »Rolling Stone« kürte Drake einst zum »größten jüdischen Rapper aller Zeiten«. Doch der Anfang war hart

von Sarah Thalia Pines  05.11.2026

London

Banal, schlicht und ironisch

Julia Pascals Theaterstück »The Banality of Evil: Hannah Arendt, France, 1940« erzählt von Hannah Arendt, Charlotte Salomon und Eva Daube als deutsche Jüdinnen in Frankreich und ihrem Leben zwischen zwischen Exil, Gefangenschaft und Überlebenskampf

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  05.11.2026

Treffen

Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan - mit Cap und Kapuze

Der Musiker und Songwriter Bob Dylan ist 1997 zum ersten Mal einem Papst begegnet - damals in Bologna, bei einem Jugendtreffen. Nun kam er in den Vatikan und sprach dort mit einem Landsmann

von Ludwig Ring-Eifel  05.11.2026

Meister der Melancholie

Leonard Cohen: »Jikan der Stille« lebte seine Religion - und auch eine andere

Seine Lieder sind geheimnisvoll, oft düster - und doch von beklemmender Schönheit. Leonard Cohen war nie zu greifen, mit niemandem zu vergleichen. Vor zehn Jahren ist er gestorben

von Alexander Brüggemann  05.11.2026

Internetbetrug

Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau warnt vor Fake-Webseite

Wer die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besuchen will, muss bei der Buchung aufpassen. Denn aktuell gibt es eine gefakte Webseite, teilte die Gedenkstätte mit

von Christiane Laudage  04.11.2026

Brasilien

Kein Freund Israels

Nach dem überraschenden Wahlsieg des linken Präsidenten Lula gibt sich die jüdische Gemeinde des Landes dennoch zuversichtlich

von Andreas Knobloch  04.11.2026

USA

Jüdische MAGA-Aktivistin an der Uni mit Tod bedroht

Die jüdische Studentin und Trump-Unterstützerin Liz Benichou wurde auf dem Campus der University of Michigan attackiert und zu Boden gestoßen

von Nicole Dreyfus  04.11.2026

USA

»Viele jüdische Wähler haben mit zugehaltener Nase abgestimmt«

Der jüdische Rechtsanwalt und Historiker Michael Traison über den Erdrutschsieg der Demokraten bei den Midterms und die möglichen Folgen für Amerikas Beziehungen zu Israel

von Michael Thaidigsmann  04.11.2026

USA

Die innere Sicherheit

Wie jüdische Gemeinden ihren Alltag gegen wachsenden Antisemitismus verteidigen – und sich zunehmend selbst schützen müssen. Ein Ortsbesuch in Washington, D.C. und Miami

von Katrin Richter  02.11.2026