Belgien

Hass aus dem Lautsprecher

Auf der Fahrt von Namur nach Brüssel hatten sich Jugendliche Zugriff zum Lautsprecherdurchsagesystem verschafft. Foto: imago

In einem belgischen Zug haben Unbekannte das Lautsprecherdurchsagesystem benutzt, um Juden aufzufordern, in Auschwitz auszusteigen und im Konzentrationslager zu duschen. Der Vorfall ereignete sich am 31. Januar und wurde erst jetzt bekannt. Wie der Sender RTL am Dienstag berichtete, hat die belgische Eisenbahngesellschaft SNCB bei der Polizei Anzeige wegen Aufstachelung zum Hass erstattet.

Die Verdächtigen hatten sich, so RTL, am späten Nachmittag in der Hauptverkehrszeit auf der Fahrt von Namur nach Brüssel Zugriff zum Lautsprecherdurchsagesystem verschafft. Auf Französisch sagte der Täter: »Meine Damen und Herren, wir nähern uns Auschwitz. Alle Juden werden gebeten, auszusteigen und eine kurze Dusche zu nehmen.«

Jugendliche Der Vorfall wurde Viviane Teitelbaum, einer jüdischen Abgeordneten in der Region Brüssel, gemeldet. Teitelbaum sagte im Gespräch mit RTL-Journalisten, der Zeuge des Vorfalls habe den Verdacht geäußert, dass einige aus einer Gruppe von Jugendlichen Zugang zu den Schlüsseln hatten, die das Bahnpersonal dazu verwendet, um Lautsprecherdurchsagen zu machen.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich vor zwei Jahren in einem Zug auf derselben Bahnstrecke. Die Täter, die nie gefasst wurden, sagten damals: »Willkommen in diesem Zug nach Auschwitz. Alle Juden werden gebeten, in Buchenwald auszusteigen.« jta

USA

Ein Stadtneurotiker wird 90

Woody Allen steht als Autor, Regisseur und Schauspieler für einzigartige Filme. Doch bis heute überschatten Missbrauchsvorwürfe sein Lebenswerk

von Barbara Schweizerhof, Sophie Albers Ben Chamo  29.11.2025

Meinung

Wenn ein Botschafter Schoa-Überlebende zu Lügnern erklärt

Tom Rose, neuer US-Botschafter in Warschau, hat in einer Rede die Komplizenschaft Tausender Polen während des Holocaust bestritten. Das ist fatal für das Ansehen der USA

von Menachem Z. Rosensaft  29.11.2025

Großbritannien

Frauen haben Besseres verdient

Die Journalistin Marina Gerner beklagt in ihrem Buch fehlende Innovationen im Bereich Frauengesundheit – und eckt nicht nur mit dem Titel an

von Amie Liebowitz  28.11.2025

Kultur

André Heller fühlte sich jahrzehntelang fremd

Der Wiener André Heller ist bekannt für Projekte wie »Flic Flac«, »Begnadete Körper« und poetische Feuerwerke. Auch als Sänger feierte er Erfolge, trotzdem konnte er sich selbst lange nicht leiden

von Barbara Just  28.11.2025

Niederlande

Demonstranten stören Vorlesung in Gedenken an Nazi-Gegner

An der Universität Leiden erzwangen antiisraelische Studenten die Verlegung einer Gedächtnisvorlesung zum Andenken an einen Professor, der während der Nazi-Zeit gegen die Judenverfolgung protestiert hatte

von Michael Thaidigsmann  28.11.2025

Großbritannien

Verdächtiger nach Anschlag auf Synagoge in Manchester festgenommen

Der Angriff auf die Synagoge am Vorabend des höchsten jüdischen Feiertags Jom Kippur sorgte international für Bestürzung. Jetzt wurde ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen

von Burkhard Jürgens  27.11.2025

Bereit fürs ICZ-Präsidium: Noëmi van Gelder, Arthur Braunschweig und Edi Rosenstein (v.l.n.r.)

Interview

»Meinungsvielfalt gilt es auszuhalten« 

Am 8. Dezember wählt die Gemeindeversammlung der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich ein neues Präsidium. Ein Gespräch mit den Kandidaten über Herausforderungen an die Gemeinde, Grabenkämpfe und Visionen

von Nicole Dreyfus  27.11.2025

Schweiz

Antisemitismus auch in der queeren Szene benennen

Viele Jüdinnen und Juden fühlen sich teils unsicher, wenn in der queeren Szene über Israel gesprochen wird. Der Verein Keschet will das ändern

von Nicole Dreyfus  27.11.2025

Das Ausmalbuch "From the river to the sea" in einer Buchhandlung in Zürich.

Meinung

Mit Kufiya und Waffen

Ein Kinderbuch mit Folgen

von Zsolt Balkanyi-Guery  27.11.2025