Belgien

G7 in Brüssel – an Schawuot

Europa-Synagoge in Brüssel Foto: Reuters

Ausgerechnet an Schawuot werden in Brüssel die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten westlichen Länder zusammenkommen, um den G7-Gipfel abzuhalten. Doch wenn man das genau betrachtet, ist das gar keine so schlechte Idee. Merkel, Obama und die anderen werden große Weltpolitik behandeln, eines der wichtigsten Themen wird die Ukraine sein.

Auch wenn das vom heimischen Wohnzimmer aus nicht wirklich so aussieht, geht es dort inzwischen um Leben und Tod. Das hat eine moralische Dimension, die beim üblichen Feilschen um Geld, Macht und Einfluss leicht aus den Augen verloren wird.

steinwurf Hier nun kommt Schawuot ins Spiel. Denn nur einen Steinwurf weit vom Ratsgebäude entfernt, in der kleinen Rue Froissart, durch die all die wichtigen Teilnehmer des Gipfels zum Tagungsort fahren, liegt die stolz sich so bezeichnende »Synagogue of Europe«, die Europa-Synagoge. In Ruf- und Hörweite von EU-Kommission, -Rat und -Parlament wird dort das ganze Jahr über alles angeboten, was ein guter Jude so braucht oder zumindest brauchen sollte: die tägliche Andacht, der Schabbatgottesdienst, die jüdischen Feste und die Hohen Feiertage. An Schawuot werden, wie immer, von der Bima aus die Zehn Gebote laut verlesen, um sie der Gemeinde ins Bewusstsein zu rufen.

So kommt es also, dass, während die Staats- und Regierungschefs durch die Rue Froissart zu ihrem G7-Treffen fahren werden, ihnen aus der Synagoge die Zehn Gebote entgegenschallen. So gesehen war es wirklich passend, den Gipfel ausgerechnet auf Schawuot zu legen.

Bonn/Berlin

»Habt keine Angst«: Zeitzeuge Marian Turski vor 100 Jahren geboren

Er gehörte zu den bekanntesten Schoa-Überlebenden. Seine Worte ermutigen viele Menschen auch über seinen Tod im Jahr 2025 hinaus. Zum 100. Geburtstag blickt ein Freund Turskis auf die Zukunft des Erinnerns

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Albanien

Flamingos gegen Kushner

In Tirana wächst der Widerstand gegen einen Inselverkauf. Präsident Edi Rama wirft den Demonstranten Antisemitismus vor. Zu Recht?

von Adelheid Wölfl  16.06.2026

Großbritannien

Einstufung von Palestine Action als Terrorgruppe ist rechtens

Ein Berufungsgericht in London hat der Regierung von Premier Keir Starmer Recht gegeben und das Verbot der militant antiisraelischen Gruppierung bestätigt

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026

Abstimmung

Schweizer lehnen Bevölkerungsgrenze ab

Soll die Bevölkerung des Landes auf zehn Millionen Menschen begrenzt werden? Darüber sollten die Schweizer heute abstimmen

 14.06.2026

New York

Wie mein Junge das Essen lernte

Lange verzweifelte unser Autor an den Speisegewohnheiten seines Sohnes. Ein Jahr vor dessen Barmizwa unternimmt der Vater einen letzten Versuch: Gemeinsam begeben sie sich auf eine kulinarische Weltreise durch ihre Heimatstadt

von Hannes Stein  14.06.2026

Boy George

Kein Chamäleon

Der britische Sänger positioniert sich schon seit Beginn seiner Karriere klar gegen Antisemitismus. Am 14. Juni wird der Popstar 65 Jahre alt

von Leon Stork  13.06.2026

Debatte

Soll die Bevölkerung in der Schweiz auf 10 Millionen begrenzt werden?

Ein Pro & Contra

von Jessie Katz, Zsolt Balkanyi-Guery  12.06.2026