Antisemitismus

Festnahme in Graz

Solldaritätskundgebung mit der Jüdischen Gemeinde Graz am Sonntag (23. August) nach dem Angriff auf den Präsidenten Elie Rosen Foto: dpa

Einen Tag nach der Attacke auf den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Graz hat die Polizei in Österreich einen Verdächtigen festgenommen. Ein Polizeisprecher bestätigte am Sonntag entsprechende Online-Medienberichte. Die Befragung dauere zunächst noch an, am Montag würden weitere Informationen veröffentlicht, sagte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) verkündete via Twitter, dass Beamte den Verdächtigen festgenommen hätten. Details über die Aussage des Verdächtigen, seine Herkunft und Motivation würden wohl erst in den frühen Morgenstunden bekanntgegeben werden können, hieß es auf Anfrage der österreichischen Nachrichtenagentur APA aus dem Innenministerium.

SYNAGOGE Der Mann wird für sieben Delikte in Graz verantwortlich gemacht, wie es weiter hieß. Es gehe um Sachbeschädigungen durch Steinwürfe und Schmieraktionen, unter anderem gegen die Synagoge Graz. In einem Fall soll er es auch auf ein Etablissement im Rotlichtmilieu abgesehen gehabt haben. Ersten Informationen aus dem Innenministerium zufolge zeigte sich der Mann geständig.

Der Präsident der Jüdischen Gemeinde, Elie Rosen, war am Samstag von einem Mann angegriffen worden, vermutlich mit einem Baseballschläger.

Der Präsident der Jüdischen Gemeinde, Elie Rosen, war am Samstag von einem Mann angegriffen worden, vermutlich mit einem Baseballschläger. Da er in einem Auto gesessen hatte, wurde er nicht verletzt. Der Angreifer flüchtete.

Bereits in der Nacht zu Freitag waren mehrere Fenster der Synagoge beschädigt, in der Nacht zu Dienstag propalästinensische Parolen auf das Gebäude und das nahe gelegene Gemeindezentrum gesprüht worden. »Ein Zusammenhang mit den letzten Vorfällen rund um die Grazer Synagoge liegt nahe«, hatte die Polizei mitgeteilt. Als Reaktion auf die Vorfälle ordnete Österreichs Innenminister eine verstärkte Überwachung aller jüdischen Einrichtungen im Land an.

SOLIDARITÄT In Österreich zeigten zahlreiche Menschen ihre Solidarität und ihre Unterstützung für Rosen und die Jüdische Gemeinde. Rund 200 Menschen, einschließlich örtlicher Politiker, gingen am Sonntag in Graz auf die Straße. Innenminister Nehammer schrieb bei Twitter: »Wer die Grundpfeiler unseres demokratischen Zusammenlebens angreift, muss die volle Härte des Rechtsstaats spüren.«

Der Sonderbeauftragte der UN-Allianz der Zivilisationen, Miguel Moratinos, verurteilte die Vorfälle in Graz in einer Stellungnahme als »verachtenswürdige Verbrechen auf die Jüdische Gemeinde und ihren Andachtsort.« dpa

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