EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 53 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 48 Sitze

Paris

»Eindeutig antisemitisch«

Polizeipatrouille im Pariser Vorort Créteil Foto: dpa

Nur wenige Stunden nach dem Attentat im Jüdischen Museum von Brüssel am Samstag, bei dem vier Menschen starben, ereignete sich auch in Frankreich erneut ein antisemitischer Gewaltakt.

In Créteil, einem Vorort von Paris, griffen zwei unbekannte Täter zwei 18 und 23 Jahre alte Brüder an, die offenbar aus der Synagoge kamen. Die Männer wurden brutal zusammengeschlagen, der ältere Bruder wurde mit einem Schlagring am Auge getroffen, er muss operiert werden.

Der Jüngere sagte dem Nachrichtensender BFM-TV: »Wir liefen durch die Straße und hatten unsere Kippa auf. Zwei Nordafrikaner sind auf uns zugekommen und haben uns geschlagen. Sie haben mit meinem Bruder angefangen und ihn im ganzen Gesicht verletzt.« Einer der Täter flüchtete mit einem Fahrrad, der andere zu Fuß.

Antisemitismus Albert El Harrar, Präsident der örtlichen Gemeinde, zeigte sich fassungslos: »Hier leben viele Juden, aber es ist das erste Mal, dass es zu einem solchen Zwischenfall kommt. Sie sind angegriffen worden, weil sie Juden sind.« Auch der sozialistische Bürgermeister des Ortes, Laurent Cathala, bestätigte den »eindeutig antisemitischen« Charakter der Tat.

Der Repräsentative Rat der Jüdischen Einrichtungen Frankreichs (CRIF) zeigte sich entsetzt: »Diese Häufung von Angriffen ist unerträglich. Sie werden im Hintergrund von Antisemiten und Holocaust-Leugnern angefacht, die den Hass verbreiten und daraus auch noch ein Geschäft machen.«

Die Einrichtung hatte bereits nach dem Gewaltakt in Belgien »große Bedenken angesichts der Radikalisierung antisemitischer Taten« geäußert. Die Präfektur des Départements Val-de-Marne, zu dem Créteil gehört, unterstrich jedoch, dass man den judenfeindlichen Angriff in Frankreich nicht als Nachahmer-Tat sehen könne. Es bestehe »zwischen den Vorfällen in Belgien und dem, was passiert ist, kein Zusammenhang«.

hollande
Der französische Präsident François Hollande erklärte, man müsse alles tun, um gegen Antisemitismus und Rassismus zu kämpfen, das sei die Pflicht Frankreichs wie auch Europas. Weiter wolle er dafür eintreten, dass die Juden sich auf französischem Boden in Sicherheit fühlen.

Innenminister Bernard Cazeneuve wies alle Präfekten dazu an, die Sicherheitsmaßnahmen in jüdischen Einrichtungen sofort zu verstärken. »Die Polizei und die Gendarmerie werden im ganzen Land für den reibungslosen Ablauf der Gottesdienste und der kulturellen Veranstaltungen sorgen«, versprach er.

Medien

»Jüdin« auf der Stirn

Die entlassene Produzentin Lucie Kon erhält fast 500.000 Euro von der BBC nach Antisemitismus-Vorwürfen. Nach dem 7. Oktober 2023 wurde ihre Arbeit beim öffentlich-rechtlichen Sender unerträglich

von Jamie Shapiro  27.10.2026

San Francisco/New York

KI mit Elvis-Songs gefüttert: Millionenklage gegen Anthropic

»Return To Sender« und diverse weitere Lieder des King of Rock’n’ Roll sollen ohne Zustimmung ins KI-Training geflossen sein

 27.10.2026

Island

Wo die Mikwe eine heiße Quelle war

Seit diesem Jahr hat der Inselstaat erstmals ein jüdisches Gemeindezentrum. Juden spielten in der Geschichte des Landes allerdings eine wichtigere Rolle als bisher bekannt

von Elke Wittich  26.10.2026

Miami

Bei den koscheren Panthern

Seit 2015 gibt es an der Florida International University die jüdische Studierendenorganisation »Hillel«. Zu Besuch an einem Nachmittag im Oktober

von Katrin Richter  26.10.2026

USA

Schalom, Sydney?

Gossip-Alarm! Angeblich will Schauspielerin Sydney Sweeney Musik-Mogul Scooter Braun heiraten. Und dafür konvertieren

von Sophie Albers Ben Chamo  25.10.2026

Essay

Der Druck der Straße: Kann Frankreich seine Juden noch schützen?

Eine Republik, die ihre Rathäuser nicht schützen kann, wird auch ihre Juden nicht mehr lange beschützen können, meint unser Gastautor

von Rabbiner Pinchas Goldschmidt  23.10.2026

Rom

Papst vor AJC-Delegation: »Kirche duldet keinen Antisemitismus«  

Erstmals empfing Leo XIV. im Vatikan eine Delegation des American Jewish Committee - und betonte in seiner Ansprache, dass der interreligiöse Dialog zum Weltfrieden beitrage

 22.10.2026

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  21.10.2026

Interview

»Die Situation in Irland ist besonders dramatisch«

Daniel Botmann, der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, spricht über seine jüngsten Besuche in Irland und Großbritannien und die Zusammenarbeit innerhalb der J7-Gruppe der großen jüdischen Gemeinden weltweit

von Michael Thaidigsmann  21.10.2026