Los Angeles

»Code Pink« gegen Scarlett Johansson

Die Schauspielerin Scarlett Johansson beim Womens’ March am 20. Januar in Los Angeles Foto: dpa

Aus Protest gegen die Rede der Schauspielerin Scarlett Johansson haben »Code Pink«, eine palästinensische Frauenorganisation und weitere Gruppen ihre Teilnahme am »Women’s March« am Samstag in Los Angeles abgesagt. Das berichtete die Jewish Telegraphic Agency (JTA).

Soda Stream Die dänisch-amerikanische Schauspielerin Scarlett Johansson hat jüdische Wurzeln und ist ehemalige Sprecherin der Firma Soda Stream, deren Hauptfiliale früher in Maale Adumim im Westjordanland lag. Nach Protesten war der Betrieb in die Negevwüste in Israel verlegt worden.

Nach Angaben von JTA arbeiten 70 Prozent der Palästinenser aus dem Westjordanland, die zuvor in Maale Adumim beschäftigt waren, jetzt in der neuen Niederlassung im Negev. Nachdem die Entwicklungshilfeorganisation Oxfam Johansson wegen ihres Engagements für Soda Stream kritisiert hatte, beendete Johansson ihre Zusammenarbeit mit Oxfam.

Boykott Der erste landesweite Women’s March hatte vor gut einem Jahr stattgefunden, einen Tag nach der Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump. Die Palestinian American Women’s Association (PAWA) kritisierte auf Facebook Johanssons »unapologetische Unterstützung illegaler Siedlungen im Westjordanland«. Unter den Gruppen, die den Women’s March boykottierten, waren laut JTA auch die Organisationen »Jewish Voice for Peace« und »BDS-LA«.

»Code Pink« ist eine vor allem von Frauen getragene Bewegung, die sich nach eigenem Verständnis für Frieden und soziale Gerechtigkeit einsetzt. Der Name spielt auf ein Farbcodesystem ein, das unter US-Präsident George W. Bush eingeführt wurde. Damit soll über den Verteidigungszustand des Landes und das nötige Verhalten der US-Bürger informiert werden. ag

USA/Grossbritannien

Jüdische Gemeinden in Alarmbereitschaft

Nach der Geiselnahme durch einen offenbar islamistisch motivierten Briten in Texas gibt es Sorge vor neuen Angriffen

 21.01.2022

Einspruch

Das unbequeme A-Wort

Daniel Killy fordert nach der Geiselnahme in der Synagoge in Texas, Judenhass als Motiv konsequent zu benennen

von Daniel Killy  20.01.2022

USA

Traumatische Stunden

Nach der Geiselnahme in der Synagoge versucht die Gemeinde in Colleyville, in den Alltag zurückzufinden

von Daniel Killy  20.01.2022

Srebrenica-Bericht

Empörung über Gideon Greif hält trotz »Klarstellung« an

Der israelische Historiker rechtfertigt sich für seinen Srebrenica-Bericht – doch die Kritik an ihm wird immer stärker

von Michael Thaidigsmann  20.01.2022

Spanien

Der »Engel von Budapest«

Der Diplomat Ángel Sanz Briz rettete 5000 ungarischen Juden das Leben – in Madrid liegt jetzt eine Namensliste aus

von Andreas Knobloch  19.01.2022

Halacha

Wer gehört dazu?

Die Debatte um sogenannte Vaterjuden wird seit Jahrzehnten in vielen Ländern geführt. Ein Überblick

von Jérôme Lombard  19.01.2022

Synagoge Colleyville

Geiselnehmer war britischem Geheimdienst MI5 bekannt

Laut Bericht ist unklar, wie der vorbestrafte Mann in die USA fliegen konnte

 18.01.2022

Schoa

Historiker kritisieren Untersuchung zu Verrat an Anne Frank

Für die Entdeckungen gebe es keine Beweise, betonen die Forscher

 18.01.2022

Schoa

Jüdischer Notar soll Versteck von Anne Frank an Nazis verraten haben

Wer verriet Anne Frank? Ein Cold-Case-Team legte nun seine Ergebnisse vor

von Annette Birschel  18.01.2022