Frankreich

Brutaler Angriff auf jüdischen Dekan

Institut Universitaire de Technologie (IUT): Samuel Mayol wird seit Februar durch eine antisemitische Kampagne an seinem Arbeitsplatz eingeschüchtert. Foto: Google Street View

In Frankreich ist ein jüdischer Dekan Opfer eines brutalen Angriffs auf offener Straße geworden, nachdem an seinem Arbeitsplatz eine anonyme antisemitische Kampagne gegen ihn geführt worden war.

Wie die Wochenzeitung Tribune Juive berichtete, wurde Samuel Mayol, Direktor des Institut Universitaire de Technologie (IUT), am 9. Oktober auf der Straße im Pariser Vorort Saint-Denis attackiert, während er seinen Hund spazieren führte.

hassverbrechen Der unbekannte Angreifer konnte laut dem Bericht entkommen. Er soll Mayols Kopf dreimal gegen eine Wand geschlagen haben. Das Opfer erlitt eine Gehirnerschütterung und mehrere Platzwunden. Der Dekan berichtete außerdem, der Angreifer habe zu ihm gesagt: »Wir werden dich plattmachen.« Wie die Nachrichtenagentur Jewish Telegraphic Agency berichtet, ermittelt die Polizei wegen eines mutmaßlichen Hassverbrechens.

Wie die französische Zeitung Le Figaro schrieb, wird Mayol seit Februar an seinem Arbeitsplatz durch eine antisemitische Kampagne eingeschüchtert. Zunächst erhielt er anonyme Morddrohungen. Im Mai wurde ein Davidstern an die Tür eines Fakultätsmitglieds geschmiert. Außerdem erhielten fünf von Mayols Kollegen eine SMS mit dem Inhalt: »Auch ihr werdet abstürzen. Ihr arbeitet für Juden.« ja

Kommentar

Wenn das kein Antisemitismus ist, was dann?

Ein Mann wollte in Zürich eine Synagoge in Brand stecken. Der Täter gestand die Attacke. Er kam vor Gericht. Nun wurde er freigesprochen

von Nicole Dreyfus  04.05.2026

Frankreich

Mit einer Prise Antisemitismus in den Elysée?

Mit 74 Jahren nimmt Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon zum vierten Mal Anlauf auf das Präsidentenamt. Dabei operiert er gezielt mit antisemitischen und antiisraelischen Narrativen

von Michael Thaidigsmann  04.05.2026

Jubilar

Architektur als Zeichen der Hoffnung - Daniel Libeskind wird 80

Das Jüdische Museum Berlin, der Masterplan für Ground Zero in New York: Für den Amerikaner ist Bauen Teil der Erinnerungskultur

von Sigrid Hoff  04.05.2026

Howard Rossbach

Wanderer zwischen Ostküste und Oregon

Er ist Spross einer Familie bekannter Politiker und Bankiers. Doch seit 50 Jahren reüssiert der gebürtige New Yorker Howard Rossbach am anderen Ende Amerikas als Winzer. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  04.05.2026

Italien

Nächstes Jahr in Palermo

Über Jahrhunderte war das Judentum fester Bestandteil Siziliens. Dann wurde es mehr als 500 Jahre lang dem Vergessen preisgegeben. Die Geschichte einer Wiederentdeckung

von Mark Feldon  04.05.2026

Großbritannien

Regierung erwägt Einschränkungen bei israelfeindlichen Demonstrationen

Premierminister Keir Starmer verweist auf eine zunehmende Bedrohungslage für jüdische Gemeinden im Land. Insbesondere Parolen wie »Globalize the Intifada« müssten geahndet werden

 04.05.2026

Glosse

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Tipps und Tricks für Judenhasser

Eine Handreichung

von Daniel Neumann  03.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  02.05.2026

Großbritannien

Londoner Polizeichef: Beinahe »Pandemie« des Antisemitismus

Ein terroristisch motivierter Anschlag in den kommenden sechs Monaten gilt in der vierten von fünf Stufen nun als »sehr wahrscheinlich«

 01.05.2026