Nachrichten

Brit Mila, Schechita

Meldungen aus der Jüdischen Welt

 17.09.2020 12:20 Uhr

Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen Foto: imago images/Ritzau Scanpix

Meldungen aus der Jüdischen Welt

 17.09.2020 12:20 Uhr

Brit Mila

Das dänische Parlament soll bis Jahresende über eine Gesetzesvorlage entscheiden, nach der die rituelle Beschneidung von Jungen verboten werden würde. Beschneidungsgegner fordern, dass nur Erwachsene beziehungsweise Religionsmündige für sich entscheiden sollen, ob sie beschnitten werden wollen. Erst 2013 war in Dänemark ein Gesetz verabschiedet worden, das die Beschneidung von Jungen nicht verbietet. »Autorisiertes Gesundheitspersonal« darf demnach Beschneidungen durchführen; unter diesen Begriff fallen auch Mohalim. Die neue Gesetzesvorlage wurde von Dänemarks früherem Innenminister Simon Emil Ammitzboll-Bille eingebracht. Die meisten Parteien haben sich noch nicht abschließend geäußert, wie sie sich entscheiden werden. Henri Goldstein, Vorsitzender des Verbandes der jüdischen Gemeinden Dänemarks, bezeichnet die erneute Debatte als »größte Krise für das dänische Judentum seit dem Zweiten Weltkrieg«. Die Brit Mila sei ein zentraler Bestandteil der jüdischen Religion, ein Verbot hieße, »dass uns nicht mehr erlaubt sein wird, Juden zu sein«. Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen lehnt die Gesetzesvorlage ab. »Dänische Juden müssen weiterhin Teil Dänemarks sein«, erklärte die sozialdemokratische Politikerin in einem Fernsehinterview. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dankte seiner Kollegin und sagte, er hoffe, dass sich Dänemark weiterhin für den Schutz seiner jüdischen Bevölkerung einsetzen werde. ja

Schechita

Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs, Gerard Hogan, hat vergangene Woche sein Rechtsgutachten zum flämischen Schächtverbot abgegeben. Aus seiner Sicht verstößt das Verbotsdekret gegen EU-Recht, weil es keine Ausnahmen für die betroffenen Religionsgemeinschaften vorsehe. Das flämische Dekret sei nicht vereinbar mit den in der EU-Grundrechtecharta enthaltenen
Garantien zur Religionsfreiheit, so Hogan.
Vor drei Jahren hatten die beiden belgischen Regionen Flandern und Wallonien ein komplettes Verbot des Schlachtens von Tieren ohne vorherige Betäubung verhängt. Besonders betroffen von der Maßnahme sind vor allem die rund 20.000 zumeist ultraorthodoxen Juden in Antwerpen. Gegen das Verbot in Flandern hatten jüdische und muslimische Dachverbände Klage vor dem belgischen Verfassungsgerichtshof eingereicht. Sie sehen sich in ihrem Grundrecht der Religionsfreiheit verletzt. Das oberste belgische Gericht legte die Frage dem Europäischen Gerichtshof zur Entscheidung vor. Im Juli wurde die Problematik vor den Richtern in Luxemburg verhandelt. Bis zu einem Urteil dürften noch Monate vergehen. ja

Paris

Frankreichs Innenminister lässt Nahost-Demonstrationen verbieten 

Bereits 2014 wurde bei ähnlichen Kundgebungen die öffentliche Ordnung massiv gestört

 13.05.2021

Schottland

Hoch im Norden

In der Hafenstadt Aberdeen gibt es eine kleine jüdische Gemeinde

von Julia Pohlmann  12.05.2021

USA

Juden beklagen zunehmenden Antisemitismus

53 Prozent der insgesamt 4718 Befragten fühlen sich laut Pew Research Center »weniger sicher«

 11.05.2021

USA

Der geborene Diplomat

Außenminister Antony Blinken ist seit 100 Tagen im Amt – und durchaus offen für Unkonventionelles

von Katja Ridderbusch  08.05.2021

Wien

10.000 Nachkommen von NS-Verfolgten wollen österreichischen Pass

Neues Gesetz löst Welle von Anträgen aus

 07.05.2021

Mumbai

Wo Covid wütet

Wie eine kleine jüdische Gemeinde in Indien versucht, ihre Mitglieder vor der Pandemie zu schützen

von Tobias Kühn  06.05.2021

Karl Lueger

Experten: Wien soll Denkmal eines Ex-Bürgermeisters stürzen

Experte: »Seine Verdienste können nicht aufwiegen, was er als Hassprediger angerichtet hat«

 05.05.2021

Schoa-Gedenken

Weltweites Treffen zum Jahrestag der Befreiung

Das Online-Event »Liberation75« möchte der Schoa-Opfer gedenken und Überlebende ehren

 05.05.2021

Österreich

Gratis in Graz

Die zweitgrößte jüdische Gemeinde im Land lockt Studierende mit kostenlosem Wohnraum

von Tobias Kühn  02.05.2021