Terrorismus

Australien setzt Hamas auf schwarze Liste

Foto: imago images/ZUMA Wire

Die islamistische Palästinenserorganisation Hamas, die seit 2007 den Gazastreifen beherrscht, soll in Australien als terroristische Vereinigung eingestuft und verboten werden. Das kündigte die Regierung in Canberra am Donnerstag an. Der militärische Flügel der Hamas, die Izz al-Din al-Qassam-Brigaden, steht seit 2003 auf der Liste der terroristischen Organisationen.

Ebenfalls verboten werden sollen die rechtsextreme amerikanische Gruppierung »National Socialist Order« (NSO), die Nachfolgerin der »Atomwaffen Division«, sowie die islamistischen Vereinigungen Hay’at Tahrir al-Sham und Hurras al-Din, die vor allem in Syrien aktiv sind.

radikalisierung Australiens Innenministerin Karen Andrews begründete die Einstufung der gesamten Hamas – ihr militärischer Arm ist bereits seit 2003 auf der schwarzen Liste –, auch in Hinblick auf die Gefahr, dass sich immer mehr Kinder und Jugendliche durch deren Agitation radikalisierten. »In Australien ist kein Platz für solche Ansichten«, betonte sie. »Es ist von entscheidender Bedeutung, dass unsere Gesetze nicht nur auf terroristische Handlungen und Terroristen abzielen, sondern auch auf die Organisationen, die diese Handlungen planen, finanzieren und ausführen«, so Andrews.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Vor allem durch das Internet ist es australischen Geheimdiensten zufolge in jüngster Zeit verstärkt zu einer Radikalisierung gekommen. Insgesamt 28 ausländische Organisation werden damit künftig auf der Liste der als terroristisch eingestuften Gruppen stehen.

REAKTIONEN Israelische Politiker begrüßten den Schritt. Ministerpräsident Naftali Bennett sagte, die Entscheidung der Regierung in Canberra sei »ein weiterer wichtiger Schritt im weltweiten Kampf gegen den Terror«.

Der Präsident der Zionistischen Föderation Australiens, Jeremy Leibler, sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur »Associated Press«, die Aufnahme der Hamas in die Liste verdeutliche die »absolute Ablehnung von Hass und Terrorismus« durch Australien. »Es besteht absolut kein Zweifel, dass die Hamas in ihrer Gesamtheit die Definition einer terroristischen Organisation erfüllt«, so Leibler. Die Entscheidung bringe Australien mit den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union, Großbritannien und Kanada in Einklang.

Kritik kam dagegen von pro-palästinensischen Aktivisten in Australien. Die Aufnahme der Hamas in die Terrorliste trage nicht zur Förderung des Friedensprozesses bei, sagte der anglikanische Bischof George Browning. mth

Bonn/Berlin

»Habt keine Angst«: Zeitzeuge Marian Turski vor 100 Jahren geboren

Er gehörte zu den bekanntesten Schoa-Überlebenden. Seine Worte ermutigen viele Menschen auch über seinen Tod im Jahr 2025 hinaus. Zum 100. Geburtstag blickt ein Freund Turskis auf die Zukunft des Erinnerns

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Albanien

Flamingos gegen Kushner

In Tirana wächst der Widerstand gegen einen Inselverkauf. Präsident Edi Rama wirft den Demonstranten Antisemitismus vor. Zu Recht?

von Adelheid Wölfl  16.06.2026

Großbritannien

Einstufung von Palestine Action als Terrorgruppe ist rechtens

Ein Berufungsgericht in London hat der Regierung von Premier Keir Starmer Recht gegeben und das Verbot der militant antiisraelischen Gruppierung bestätigt

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026

Abstimmung

Schweizer lehnen Bevölkerungsgrenze ab

Soll die Bevölkerung des Landes auf zehn Millionen Menschen begrenzt werden? Darüber sollten die Schweizer heute abstimmen

 14.06.2026

New York

Wie mein Junge das Essen lernte

Lange verzweifelte unser Autor an den Speisegewohnheiten seines Sohnes. Ein Jahr vor dessen Barmizwa unternimmt der Vater einen letzten Versuch: Gemeinsam begeben sie sich auf eine kulinarische Weltreise durch ihre Heimatstadt

von Hannes Stein  14.06.2026

Boy George

Kein Chamäleon

Der britische Sänger positioniert sich schon seit Beginn seiner Karriere klar gegen Antisemitismus. Am 14. Juni wird der Popstar 65 Jahre alt

von Leon Stork  13.06.2026

Debatte

Soll die Bevölkerung in der Schweiz auf 10 Millionen begrenzt werden?

Ein Pro & Contra

von Jessie Katz, Zsolt Balkanyi-Guery  12.06.2026