Frankreich

Ausgezwitschert

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat eine Reihe antisemitischer Tweets in Frankreich gesperrt. Dies gab am Freitag Stephane Lilti, der Anwalt der Vereinigung jüdischer Studenten in Frankreich (UEJF), bekannt.

Veröffentlichungen unter dem Stichwort »UnBonJuif« (deutsch: Ein guter Jude) hatten seit Anfang Oktober unter Frankreichs Twitternutzern einen Boom ausgelöst. Wie die Pariser Tageszeitung Le Monde schrieb, lieferten sich Tausende User einen »Wettbewerb der antisemitischen Witze«.

Am 10. Oktopber war das Hashtag #UnBonJuif zum drittbeliebtesten Twitter-Thema in Frankreich geworden. Ein Nutzer, registriert unter dem Namen »Marcel Leblanc«, zeigte auf seinem Konto das Bild einer abgemagerten jüdischen Frau in einem Konzentrationslager als Interpretation dessen, was »ein guter Jude« sei. Andere twitterten, dass »ein guter Jude ein toter Jude ist« oder »ein guter Jude muss auf den Punkt gekocht werden«.

Sorge Die Pariser Antidiskriminierungsorganisation SOS Racisme hatte daraufhin erwogen, einige Twitter-Nutzer anzuzeigen. Jonathan Hayoun, Präsident der Union französisch-jüdischer Studenten (UEJF), rief auf Twitter dazu auf, »ein neues Moderationssystem zu installieren«. Seine Organisation sei »zutiefst besorgt«.

Michel Zerbib, Leiter der Nachrichtenredaktion von Radio J, Frankreichs größtem jüdischen Radiosender, sagte vergangene Woche, antisemitische Tweets seien »eine neue, aber nicht überraschende Entwicklung«, die verdeutliche, wie der virtuelle Raum Hemmungen herabsetze, sich in der Öffentlichkeit antisemitisch zu äußern. ja/jta

Interview

»Das ist nicht normal«

Regina Sluszny überlebte die Schoa, weil sie von katholischen Belgiern versteckt wurde. Angesichts des Strafverfahrens gegen Mohalim fragt sich die Vorsitzende des jüdischen Dachverbands FJO, ob es für Juden in Belgien noch eine Zukunft gibt

von Michael Thaidigsmann  27.05.2026

Italien

Pride in Rom schließt jüdische LGBTQ-Organisationen aus

Die Organisatoren der Rome Pride Parade verbannen jüdische LGBTQ-Gruppen, die sich nicht von einem angeblichen Völkermord in Gaza distanzieren

von Nicole Dreyfus  27.05.2026

Antwerpen

Belgien: Empörung über Anklage gegen jüdische Beschneider

Wegen Anklagen gegen zwei jüdische Beschneider kritisieren jüdische Vertreter die belgischen Behörden scharf. Die European Jewish Association wirft der Staatsanwaltschaft vor, die Religionsfreiheit zu verletzen - Belgien weist dies zurück

von Marlene Brey  27.05.2026

New Jersey

Donald Newhouse mit 96 Jahren gestorben

Er war einer der einflussreichsten Medienmanager in den USA. Das Rampenlicht suchte er nur selten

 27.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Nachruf

Barney Frank mit 86 Jahren gestorben

Als liberale Stimme im Washingtoner Kongress prägte der jüdische Abgeordnete der Demokraten sowohl die Debatten über Finanzmarktregulierung als auch über die Rechte von Homosexuellen

 20.05.2026

Spanien

Mordverdacht: Sohn von Mango-Gründer festgenommen

Die Polizei in Katalonien hat Medienberichten zufolge den Sohn des Mango-Gründers und Philanthropen Isaak Andic festgenommen. Jonathan Andic war als einziger dabei, als sein Vater im Dezember 2024 einen Abhang hinunterstürzte

 19.05.2026

Washington D.C.

Abgeordneter Jared Moskowitz erhält antisemitisch motivierte Morddrohungen

In Zuschriften wird der Demokrat unter anderem als »zionistisches, jüdisches verdammtes Schwein« (»zionist Jewish fucking pig«) beschimpft. Er ist nicht der einzige jüdische Politiker in den USA, der bedroht wird

 19.05.2026

London

Israeli in Golders Green zusammengeschlagen

Der 22-Jährige wurde über die Straße gezerrt und geschlagen, bis er beinahe das Bewusstsein verlor

 19.05.2026