Terror

»Aus der Erfahrung gibt es ein Muster«

Rabbiner Arie Folger Foto: dpa

Der orthodoxe Rabbiner Arie Folger hat den Terroranschlag mit mindestens vier Toten am Montagabend in Wien aus näherer Entfernung miterlebt.

»Ich wohne ganz in der Nähe des Schwedenplatzes, wo der Anschlag stattfand. Als es passierte, habe ich einen Schiur auf ›Zoom‹ gehalten. Wir haben die Polizeiautos auf dem Weg zum Einsatz gehört, und dann wurden die Straßen gesperrt«, sagte er der Jüdischen Allgemeinen.

VORBEREITUNG Überrascht gewesen sei er nicht: »Die Terroristen haben sich nicht über Nacht organisiert. Ihr Handeln zeugt von sehr professioneller Vorbereitung. Diese Vorbereitung hat nicht erst mit der Enthauptung von Samuel Paty, dem französischen Schullehrer, angefangen, sondern wurde sorgfältig über lange Zeit geplant.«

»Terroristen versuchen, ein großes Ziel anzugreifen und nebenbei auch ein jüdisches Ziel mitzunehmen.«

Rabbiner Arie Folger

Terror zu 100 Prozent zu vermeiden, sei »nicht möglich«, so Folger. »Aber der Haupttäter dieses Terroranschlags in Wien war polizeibekannt. Die Frage ist: Was tut die Polizei, wenn ein radikalisierter Mensch aus der Haft entlassen wird, um ihn zu überwachen?«

ANSCHLAGSORT Ob der Anschlagsort nahe der Synagoge ein Zufall war, sei unklar. »Aber aus der Erfahrung gibt es ein Muster: Terroristen versuchen, ein großes Ziel anzugreifen und nebenbei auch ein jüdisches Ziel mitzunehmen.«

»In ihrem kranken Gehirn glauben sie wohl, dass sie in der Öffentlichkeit mehr Zustimmung finden, wenn sie auch noch ein paar Juden umbringen«, so Rabbiner Arie Folger. ag

Großbritannien

Brandanschlag in London: Untersuchungshaft für Verdächtige

Mehrere Krankenwagen eines jüdischen Rettungsdienstes in Golders Green werden in Brand gesetzt. Vor Gericht erschienen nun drei Verdächtige

 04.04.2026

Meinung

Hoffentlich wird Viktor Orbán abgewählt

Am 12. April stehen in Ungarn Wahlen an. Unter seinem langjährigen Ministerpräsidenten ist das Land zu einem russischen U-Boot in der Europäischen Union geworden

von Joshua Schultheis  04.04.2026

USA

So wild wie Doja Cat

Sie ist der einzige weibliche jüdische R&B-Superstar – und eine der erfolgreichsten Rapperinnen unserer Zeit

von Sarah Thalia Pines  04.04.2026

London

Jüdische Londoner fühlen sich von Aktivisten eingeschüchtert

Rund 40 Personen seien in ein jüdisch geprägtes Wohngebiet gezogen, hätten Parolen wie »Völkermord« skandiert und gefordert, der Staat Israel müsse verschwinden, sagen Augenzeugen

 01.04.2026

Nepal

Sederabend auf Rekordniveau

Wie Kathmandu zur Bühne einer der größten Pessachfeiern der Welt wurde

von Matthias Messmer  31.03.2026

Winnipeg

Jüdischer Anti-Zionist wird Chef der sozialdemokratischen NDP

Avi Lewis delegitimiere einen wesentlichen Teil jüdischer Identität, sagen jüdische Organisationen in Kanada

 31.03.2026

Österreich

Hamas-Narrative im ORF?

Für die Österreichische Medienbehörde ist klar, dass der ORF den Krieg im Gazastreifen in einer ausgestrahlten TV-Dokumentation verzerrt hat

von Nicole Dreyfus  30.03.2026

Porträt

Challa vom Prinzen

Idan Chabasov wurde mit seinen kunstvollen Zopfkreationen auf Instagram berühmt. Sein simples Rezept: Mehl, Wasser, Hefe und Verbundenheit zur jüdischen Gemeinschaft. Seine ersten Challot hat er in Berlin gebacken

von Nicole Dreyfus  29.03.2026

Gesa Ederberg

»Globaler und vielfältiger«

Die Berliner Rabbinerin über ihre neue Präsidentschaft der »Rabbinical Assembly«, amerikanische Kollegen und europäischen Elan

von Mascha Malburg  29.03.2026