Terror

»Aus der Erfahrung gibt es ein Muster«

Rabbiner Arie Folger Foto: dpa

Der orthodoxe Rabbiner Arie Folger hat den Terroranschlag mit mindestens vier Toten am Montagabend in Wien aus näherer Entfernung miterlebt.

»Ich wohne ganz in der Nähe des Schwedenplatzes, wo der Anschlag stattfand. Als es passierte, habe ich einen Schiur auf ›Zoom‹ gehalten. Wir haben die Polizeiautos auf dem Weg zum Einsatz gehört, und dann wurden die Straßen gesperrt«, sagte er der Jüdischen Allgemeinen.

VORBEREITUNG Überrascht gewesen sei er nicht: »Die Terroristen haben sich nicht über Nacht organisiert. Ihr Handeln zeugt von sehr professioneller Vorbereitung. Diese Vorbereitung hat nicht erst mit der Enthauptung von Samuel Paty, dem französischen Schullehrer, angefangen, sondern wurde sorgfältig über lange Zeit geplant.«

»Terroristen versuchen, ein großes Ziel anzugreifen und nebenbei auch ein jüdisches Ziel mitzunehmen.«

Rabbiner Arie Folger

Terror zu 100 Prozent zu vermeiden, sei »nicht möglich«, so Folger. »Aber der Haupttäter dieses Terroranschlags in Wien war polizeibekannt. Die Frage ist: Was tut die Polizei, wenn ein radikalisierter Mensch aus der Haft entlassen wird, um ihn zu überwachen?«

ANSCHLAGSORT Ob der Anschlagsort nahe der Synagoge ein Zufall war, sei unklar. »Aber aus der Erfahrung gibt es ein Muster: Terroristen versuchen, ein großes Ziel anzugreifen und nebenbei auch ein jüdisches Ziel mitzunehmen.«

»In ihrem kranken Gehirn glauben sie wohl, dass sie in der Öffentlichkeit mehr Zustimmung finden, wenn sie auch noch ein paar Juden umbringen«, so Rabbiner Arie Folger. ag

Schweiz

Den eigenen Weg gehen

Kollektive Begeisterung macht blind und dumm, ganz gleich, ob sie von rechts oder links kommt, findet Berns Botschafter in Israel. Und liefert literarische und filmische Quellen als Inspiration für das Schwimmen gegen den Strom

von Simon Geissbühler  11.08.2026

Frankreich

Schrecken der Milliardäre

Der jüdische Ökonom Gabriel Zucman fordert eine stärkere Besteuerung der Superreichen. Beim Geldadel stoßen seine Ideen jedoch auf heftigen Widerstand

von Christine Longin  11.08.2026

Österreich

Zwei Israelinnen in Wien vermisst

Die israelische Botschaft vor Ort bittet die Öffentlichkeit um Hilfe

 11.08.2026 Aktualisiert

Österreich

Drei orthodoxe Familien mit Hubschrauber gerettet

Ein hochalpiner Ausflug von drei jüdischen Großfamilien in Tirol endete mit einer Helikopterbergung. Auf über 2300 Metern waren sie auf Hilfe angewiesen.

von Nicole Dreyfus  11.08.2026

Flüge

US-Airline nimmt Route Tel-Aviv-New York wieder auf

Pünktlich zu Rosch Haschana gibt es wieder Direktflüge zwischen New York und Tel Aviv von anderen Anbietern als El Al

 09.08.2026

Großbritannien

Verdacht: Britische Hilfsorganisation könnte Hamas unterstützt haben

Die Anti-Terror-Polizei Londons untersucht, ob eine muslimische Hilfsorganisation von der Terrorfinanzierung mit ihren Spenden wusste oder nicht

 09.08.2026

Griechenland

Warnung an Israelis in Griechenland

Weil »propalästinensische« Organisationen zu einem »Tag des Zorns« aufgerufen hätten, sollen sich Israelis bedeckt halten, warnt das israelische Außenministerium

 09.08.2026

Jerusalem

Großeltern umgebettet: Theodor Herzls letzter Wille ist erfüllt

Die Überreste von Schimon und Rikva Herzl, Vorfahren väterlicherseits des Zionismus-Begründers und prägende Gestalten in Theodor Herzls Jugend, wurden von Serbien nach Israel überführt und auf dem Herzlberg beigesetzt

 06.08.2026

Palma

Michael Douglas ist Ehrenbotschafter Mallorcas

Der Hollywood-Star mit jüdischem Familienhintergrund wird für seine enge Verbindung zu der spanischen Insel und sein Engagement für deren kulturelles Erbe geehrt

 06.08.2026