Terror

»Aus der Erfahrung gibt es ein Muster«

Rabbiner Arie Folger Foto: dpa

Der orthodoxe Rabbiner Arie Folger hat den Terroranschlag mit mindestens vier Toten am Montagabend in Wien aus näherer Entfernung miterlebt.

»Ich wohne ganz in der Nähe des Schwedenplatzes, wo der Anschlag stattfand. Als es passierte, habe ich einen Schiur auf ›Zoom‹ gehalten. Wir haben die Polizeiautos auf dem Weg zum Einsatz gehört, und dann wurden die Straßen gesperrt«, sagte er der Jüdischen Allgemeinen.

VORBEREITUNG Überrascht gewesen sei er nicht: »Die Terroristen haben sich nicht über Nacht organisiert. Ihr Handeln zeugt von sehr professioneller Vorbereitung. Diese Vorbereitung hat nicht erst mit der Enthauptung von Samuel Paty, dem französischen Schullehrer, angefangen, sondern wurde sorgfältig über lange Zeit geplant.«

»Terroristen versuchen, ein großes Ziel anzugreifen und nebenbei auch ein jüdisches Ziel mitzunehmen.«

Rabbiner Arie Folger

Terror zu 100 Prozent zu vermeiden, sei »nicht möglich«, so Folger. »Aber der Haupttäter dieses Terroranschlags in Wien war polizeibekannt. Die Frage ist: Was tut die Polizei, wenn ein radikalisierter Mensch aus der Haft entlassen wird, um ihn zu überwachen?«

ANSCHLAGSORT Ob der Anschlagsort nahe der Synagoge ein Zufall war, sei unklar. »Aber aus der Erfahrung gibt es ein Muster: Terroristen versuchen, ein großes Ziel anzugreifen und nebenbei auch ein jüdisches Ziel mitzunehmen.«

»In ihrem kranken Gehirn glauben sie wohl, dass sie in der Öffentlichkeit mehr Zustimmung finden, wenn sie auch noch ein paar Juden umbringen«, so Rabbiner Arie Folger. ag

Belgien

Uni-Rektorin: »Haben bereits viele Partnerschaften verloren«

Die Besetzer verlangen einen vollständigen Boykott Israels und wollen weitermachen - obwohl die Uni-Leitung ihnen nun erneut entgegenkam

von Michael Thaidigsmann  15.05.2026

Jewrovision 2026

Die Nervosität steigt …

Schon bald gehen die Scheinwerfer an und 600 jüdische Jugendliche aus ganz Deutschland werden ihre Showacts zum Besten geben

von Nicole Dreyfus  15.05.2026

Genf

Ronald Lauder warnt vor Entfremdung zwischen Israel und der Diaspora

»Wir müssen bestehende Risse reparieren, bevor es zu spät ist«, sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses

 15.05.2026

Nachruf

Mann mit Prinzipien

Ein halbes Jahrhundert lang stand »Abe« Foxman im Dienst der Anti-Defamation League, die Hälfte davon als ihr Chef. Nun ist der Schoa-Überlebende im Alter von 86 Jahren gestorben

von Michael Thaidigsmann  14.05.2026

Washington D.C.

Mehr als eine Million Dollar für Schutz jüdischer Einrichtungen in Los Angeles

Das Geld fließt ins Community Security Initiative Program. Das Projekt arbeitet mit jüdischen Einrichtungen zusammen und koordiniert Kontakte zu Sicherheits- und Rettungsbehörden

 12.05.2026

Jubilar

Architektur als Zeichen der Hoffnung - Daniel Libeskind wird 80

Das Jüdische Museum Berlin, der Masterplan für Ground Zero in New York: Für den Amerikaner ist Bauen Teil der Erinnerungskultur

von Sigrid Hoff  12.05.2026

Meinung

Wer definiert das Judentum?

Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg im Üechtland verleiht dem messianischen Rabbiner Mark S. Kinzer die Ehrendoktorwürde. Das belastet das jüdische Verhältnis zu einem katholischen Partner

von Zsolt Balkanyi-Guery  12.05.2026

Essay

Warum ich Zionist bin

Heute ist Zionismus für viele ein Schimpfwort und gleichbedeutend mit Rassismus. Da muss eine Verwechslung vorliegen. Antizionismus ist Rassismus. Der Zionismus ist die selbstverständlichste Antwort auf zweitausend Jahre Verfolgung, Vertreibung und Völkermord

von Mathias Döpfner  12.05.2026

Runder Geburtstag

Meister der Linien: Architekt Daniel Libeskind wird 80

Er hat weltberühmte Gebäude entworfen – aber noch nie eines für sich selbst. Für den Architekten ist das gar kein Widerspruch, denn ihn interessiert ja etwas anderes

von Julia Kilian  11.05.2026