Europäischer Jüdischer Kongress

Ariel Muzicant zum Interimspräsidenten ernannt

War von 1998 bis 2012 Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und des Bundesverbands der israelitischen Kultusgemeinden Österreichs: Ariel Muzicant (70) Foto: picture alliance / HANS PUNZ / APA / picturedesk.com

Der Vorstand des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJC) hat den Österreicher Ariel Muzicant zum Nachfolger des zurückgetretenen Präsidenten Moshe Kantor bestimmt. Bei einer Sitzung des Exekutivausschusses wurde Muzicant – der lange Jahre der Israelitischen Kultusgemeinde Wiens vorgestanden hatte – als EJC-Interimspräsident bestimmt.

SANKTIONEN In einer auf der EJC-Webseite veröffentlichten Mitteilung hieß es, man habe »die Entscheidung von Dr. Kantor zur Kenntnis genommen, mit sofortiger Wirkung als Präsident der Organisation zurückzutreten, um sicherzustellen, dass das EJC seine wichtige Aufgabe ohne Ablenkung fortsetzen kann«.

Der russisch-israelisch-britische Geschäftsmann Kantor war vergangene Woche von Großbritannien und der EU mit Sanktionen belegt worden wegen seiner mutmaßlich engen Verbindungen zum russischen Staatschef Wladimir Putin. Die Mitglieder des EJC-Vorstands dankten Kantor für seine »hervorragende Arbeit« an der Spitze des jüdischen Dachverbands in den letzten 14 Jahren und würdigten »seine Führungsstärke, sein Engagement und seinen Einsatz für das jüdische Leben in Europa«.

Ariel Muzicant, der seit 2012 als Vizepräsident des EJC fungiert, wurde einstimmig zum Interimspräsidenten des Europäischen Jüdischen Kongresses ernannt. Wie in den Statuten der Organisation vorgesehen, wird er sein Amt bis zur nächsten Generalversammlung ausüben.

MEDIZINER Muzicant wurde 1952 in Haifa geboren. Seine Familie zog 1956 nach Wien, wo er später Medizin studierte. Muzicant ist Partner bei Colliers International Property Consultants, dem drittgrößten Immobiliennetzwerk weltweit. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und elf Enkelkinder.

Von 1998 bis 2012 stand er an der Spitze der IKG Wien sowie der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs. Die EJC ist der repräsentative Dachverband von 42 nationalen jüdischen Gemeinden in Europa. Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland ist ihm angeschlossen.

Österreich

Wiener Oberrabbiner wandert nach Israel aus

Sechs Jahre leitete der gebürtige Schweizer Engelmayer mit einer internationalen Berufsbiografie die jüdische Gemeinde in Wien. Jetzt siedelt er mit seiner Familie nach Israel über

von Burkhard Jürgens  16.02.2026 Aktualisiert

Trauer

»Teheran«-Produzentin Dana Eden stirbt mit 52 Jahren

Sie wurde tot in ihrem Hotelzimmer in Athen aufgefunden

 16.02.2026

Bosnien-Herzegowina

Jüdischer Protest gegen rechtsextrexmen Sänger Thompson

Vergangenes Jahr hatte der kroatische Sänger Thompson mit einem Megakonzert in Zagreb einen Zuschauerrekord gebrochen. Bekannt ist er für rechtsnationalistische Auftritte. Jetzt provoziert er erneut

von Markus Schönherr  16.02.2026

»Imanuels Interpreten« (18)

Clive Davis: Der Produzent

Ohne die lebende Legende wäre die Welt um viele umwerfende Songs ärmer. Von Chicago über Whitney Houston bis hin zu Santana: Alle arbeiteten mit ihm

von Imanuel Marcus  16.02.2026

Spanien

»Ich bin ein Bagel«

Eine amerikanische Jüdin folgt den Spuren ihrer Vorfahren nach Madrid – und entdeckt das Backen

von Sophie Albers Ben Chamo  15.02.2026

USA

Stolze Muskeljuden

Die neue Organisation »Tribe NIL« hilft jungen jüdischen Profi-Sportlern, ihr Leben zu finanzieren

von Martin Krauß  15.02.2026

Schweiz

Heidi auf Iwrit

Der letzte große Heimweh-Roman Europas hat auch in Israel viele Jugenderinnerungen geprägt. Die Rezeption der Geschichte des Mädchens aus den Bergen spiegelt gesellschaftliche Entwicklungen wider

von Nicole Dreyfus  15.02.2026

Großbritannien

Gericht: Einstufung von »Palestine Action« als Terrorgruppe unrechtmäßig

Innenministerin Shabana Mahmood kritisierte die Entscheidung der Richter und will in Berufung gehen

 13.02.2026

Australien

Der Held von Sydney will wieder arbeiten

Ahmed Al-Ahmed hat das Gefühl in seinem Arm verloren und dank einer Spendenkampagne genug Geld zum Leben und Heilen. Doch der Familienvater will sein Geschäft wieder öffnen

 11.02.2026