Wien

Antisemitische Vorfälle in Österreich auf Rekordhoch

Verschärfte Sicherheit: Synagoge in Wien Foto: imago images/Alex Halada

Die Zahl der gemeldeten antisemitischen Äußerungen, Drohungen und Attacken in Österreich hat im Vorjahr einen Höchststand erreicht. Die Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien (IKG) zählte landesweit 585 Vorfälle - so viele wie nie zuvor seit Beginn der Erhebungen vor 19 Jahren. Der Anstieg um rund sechs Prozent im Jahresvergleich habe unter anderem mit der Corona-Pandemie zu tun, schrieb die Kultusgemeinde am Montag in ihrem Bericht.

Während zu Beginn der Pandemie nur wenige Fälle registriert wurden, verzeichnete die Meldestelle einen sprunghaften Anstieg, als im November Proteste gegen Corona-Maßnahmen der Regierung aufflammten. »Speziell im Internet und auf vielen Demos wurden wüste antisemitische Lügen verbreitet«, schrieb IKG-Präsident Oskar Deutsch. Bei den Protesten waren auch Teilnehmer mit sogenannten »Judensternen« aufgetaucht, mit dem sie die Stigmatisierung der Juden durch Nationalsozialisten mit ihrer eigenen Situation gleichsetzten.

Außerdem vermutet die IKG, dass die Präsentation des Online-Auftritts der Meldestelle im November zu vermehrten Meldungen geführt hat. Rund 40 Prozent der Vorfälle hatten einen politisch rechten Hintergrund, 15 Prozent wurden dem linken Spektrum zugeordnet, und bei 13 Prozent wurden islamistische Motive ausgemacht.

Im Jahr 2020 wurden elf physische Angriffe auf Juden gemeldet, fast doppelt so viel wie im Jahr davor. Unter anderem wurde der Präsident der Jüdischen Gemeinde in Graz im August von einem Mann attackiert. Die Meldestelle zählte zudem 22 Bedrohungen, 53 Sachbeschädigungen, 135 Massenzuschriften und 364 antisemitische Beleidigungen. dpa

Wilko Möller (AfD), Landtagsabgeordneter in Brandenburg, guckt nachdenklich

Rechtsextremismus

Urteil gegen AfD-Politiker wegen Wahlplakats rechtskräftig

Hat der AfD-Abgeordnete Wilko Möller mit einem »Hitlergruß« auf Plakaten Wahlkampf gemacht? Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte ihn zu einer Geldstrafe verurteilt. Dagegen legte der Politiker Revision ein – vergeblich

 26.10.2026

Leerer Klassenraum (Symbolbild)

Hessen

Strafverfahren gegen Lehrer wegen israelfeindlicher Posts eingestellt

Wegen Instagram-Beiträgen, die als »antisemitisch und israelfeindlich« eingestuft wurden, ist ein Gymnasiallehrer seit einem Jahr vom Dienst suspendiert. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung wurde nun eingestellt

 26.10.2026

Krieg

Selenskyj: Warten fast einen Monat auf Hegseth-Unterschrift

Der Ukraine mangelt es nach eigenen Angaben an Raketen zur Abwehr russischer Angriffe. Nun äußert Präsident Selenskyj Kritik am US-Verteidigungsminister Hegseth

 26.10.2026

Deutschland

Zentralrat der Juden warnt vor möglicher antisemitischer Gewalt bei Protesten am 31. Oktober

In einem Schreiben wird für das Wochenende zu Vorsicht und verschärften Sicherheitsmaßnahmen geraten

 26.10.2026

Regierungsbildung

Berliner SPD plant Mitgliederbefragung über Koalition

Die Basis soll über eine Koalition mit Linken und Grünen mitentscheiden. Das haben die Sozialdemokraten vor.

 26.10.2026

Debatte

Zentralrat der Juden warnt vor AfD in Sachsen-Anhalt und nimmt Linke in Berlin Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Präsident Josef Schuster blickt sorgenvoll auf zwei deutsche Bundesländer

 26.10.2026

Berlin

Linke-Kandidat für Neukölln: Recherchen dokumentieren Nähe zu PFLP-Sympathisanten

Ein Dossier der Monitoringgruppe Amit, über das die »Welt« berichtet, dokumentiert mehrere Berührungspunkte des 45-jährigen Rechtsanwalts mit Personen und Veranstaltungen, bei denen Sympathien für die Organisation erkennbar waren.

 26.10.2026

Berlin

Schuster: Nehme der Linken Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Der Kampf gegen Judenhass erschwert die Gespräche über Rot-Grün-Rot in Berlin. Eine Erklärung der Linken reicht dem Präsidenten des Zentralrats der Juden nicht

 26.10.2026

Umfrage

Umfrage: So würde Deutschland abstimmen, wenn am Sonntag Wahlen wären

 25.10.2026