Justiz

Alan Gross scheitert vor Oberstem Gericht

Alan Gross (r.) mit seiner Frau Judy Foto: dpa

Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat am Montag eine Widerspruchsklage von Alan Gross (65) abgewiesen. Dies meldete die Nachrichtenagentur Reuters. Gross fordert von der amerikanischen Regierung eine Entschädigung von 60 Millionen Dollar, weil er von 2009 bis 2014 in Kuba im Gefängnis saß.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau hatte Gross die Obama-Regierung im Jahr 2012 wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht verklagt. Ein Regionalgericht lehnte die Klage jedoch ab. Auch in zweiter Instanz, vor dem Berufungsgericht des District of Columbia, scheiterte sie. Die Richter argumentierten, die Regierung in Washington sei immun gegenüber Ansprüchen, die im Ausland entstanden sind.

Vorgeschichte Gross war im Dezember 2009 wegen Spionage festgenommen und später zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt worden. Als Mitarbeiter der US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) hatte er elektronisches Gerät nach Kuba gebracht, um es in der dortigen jüdischen Gemeinde zu verteilen und unter den rund 1300 Mitgliedern eine Kommunikationsstruktur aufzubauen. Die kubanischen Richter warfen ihm vor, keine Einfuhrgenehmigung dafür besessen zu haben.

Mitte Dezember 2014 wurde Gross überraschend freigelassen und in die USA ausgeflogen. Im Gegenzug ließ Washington drei in den USA inhaftierte Kubaner frei. ja

Österreich

»Die schönste Synagoge der Welt«

Nach aufwendiger Renovierung wurde der Wiener Stadttempel feierlich wiedereröffnet

von Stefan Schocher  08.10.2026

7. Oktober

London: Maskierte Aktivisten protestieren gegen jüdischen Dachverband

Antiisraelische Aktivisten haben den Jahrestag des 7. Oktober 2023 zum Anlass genommen, das Board of Deputies of British Jews verbal anzugreifen. Es gab mehrere Festnahmen

 07.10.2026

Top 50

Die einflussreichsten Juden

Wie in jedem Jahr hat die »Jerusalem Post« ihr Ranking veröffentlicht – mit mehr Frauen und Gruppenplätzen

von Michael Thaidigsmann  07.10.2026

Meinung

Seht her, Berlin und New York: Es geht auch anders

Gerade am 7. Oktober wäre von linker Seite mehr Feingefühl zu erwarten. Zürich zeigt es diesmal vor.

von Nicole Dreyfus  07.10.2026

Fußball

Boykott gegen Israel – schließt sich das Schweizer Frauennationalteam den irischen Männern an?

Der Schweizerische Fußballverband reagierte offen, betonte jedoch, dass der Sport im Zentrum stehen solle

von Nicole Dreyfus  07.10.2026

Schweiz

Leerstellen im Mengele-Dossier

Nicht nur geschwärzte Namen sorgen im Mengele-Dossier des Nachrichtendienstes für Fragen. Auch wichtige Unterlagen fehlen – und niemand kann heute mehr genau erklären, warum.

von Nicole Dreyfus  06.10.2026

Großbritannien

»Die Grünen sind jetzt eine extremistische Partei«

Ein Parteitagsbeschluss der englischen Grünen, in dem der Zionismus als eine Spielart des Rassismus bezeichnet und zur Befreiung Palästinas aufgerufen wird, ist nicht nur in Großbritannien auf heftige Kritik gestoßen

 05.10.2026

Nachruf

Weimer würdigt gestorbene Holocaust-Überlebende Irene Butter

Eine weitere jüdische Zeitzeugin des Holocaust ist tot. Irene Butter starb im Alter von 95 Jahren in den USA. Lange hatte sie nichts von ihren Erlebnissen im KZ erzählt. Dann berichtete sie jahrzehntelang Schülern von ihrem Leben

von Christoph Arens  05.10.2026

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026