Wirtschaft

Zypern und Israel hoffen auf schnellen Kompromiss im Gasstreit

Bergung von Erdgas im Mittelmeer (Symbolfoto) Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Israel und Zypern haben bei Gesprächen über ihren Streit um Erdgasfunde im Mittelmeer nach eigenen Angaben deutliche Fortschritte erzielt. Man habe sich auf einen Zeitplan geeinigt und ein von beiden Seiten ernannter Experte solle danach einen Kompromiss ausarbeiten, sagte die zyprische Energieministerin Natasa Pilides am Montag. Die Gespräche sollten in der kommenden Woche fortgesetzt werden.

Bei dem Disput geht es um das sogenannte Aphrodite-Erdgasfeld, das nahe der Grenze der exklusiven Wirtschaftszonen beider Länder liegt. Israel fordert einen Anteil an den schätzungsweise 124 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Verhandelt wird seit Jahren. In den vergangenen Monaten ist der Druck gestiegen, weil die EU-Staaten wegen des Ukraine-Krieges nach Ersatz für ihre Erdgas-Importe aus Russland suchen.

Pilides sagte, Zypern und Israel wollten die Gas-Ressourcen im östlichen Mittelmeer voll ausschöpfen und dadurch die Energiequellen und -Lieferwege nach Europa diversifizieren. Ihre israelische Kollegin Karine Elharrar sprach sich in Anbetracht der weltweiten Energiekrise für eine schnelle Lösung aus. Beide Seiten hätten Vertrauen für eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit aufgebaut.

Die Energieriesen Chevron und Shell sowie das israelische Unternehmen NewMed Energy haben die Bohrrechte für das Aphrodite-Feld erworben und wollen Pläne zum Erschließen der Lagerstätte bis Ende des Jahres fertigstellen. ap

Nachrichten

Eurovision, Syrien, Ehrung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  27.01.2026

Nachkriegsordnung

Hamas will 10.000 eigene Polizisten im Gazastreifen

Die Terroristen begründeten ihre Forderung unter anderem damit, dass sich entlassene Polizisten so nicht zu Terrorgruppen zusammenschließen würden

 27.01.2026

Jerusalem

Rekord: Über 1000 Nieren-Spender auf einem Foto

Der Organisation Matnat Chaim zufolge ist Israel führend bei Lebend-Spenden. Das wird mit diesem Foto besonders deutlich

 27.01.2026

Nahost

Grenzübergang Rafah soll diese Woche geöffnet werden

Zunächst wird offenbar nur der zivile Personenverkehr passieren dürfen – zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren

 27.01.2026

Tel Aviv

»Die Leute weinten, wir umarmten uns«

Der Kommandeur der israelischen Such- und Rettungseinheit der Armee, Oberstleutnant Eliasaf V., spricht im Sender »Kan« über die Bergung der sterblichen Überreste der letzten Gaza-Geisel Ran Gvili

 27.01.2026

Sydney

Australien verweigert jüdischem Islamgegner die Einreise

Australien hat in der vergangenen Woche seine Gesetze gegen Hassverbrechen verschärft. Ein jüdischer Influencer, der ein »Islamverbot« fordert, darf das Land nicht betreten

 27.01.2026

Interview

»Es tut mir weh, so viel Antisemitismus zu sehen«

Die Schoa-Überlebende Zuzi Hamori spricht über die mutige Aktion, mit der ihre Mutter ihr das Leben rettete, den schweren Neuanfang in Israel und den Judenhass in der alten Heimat

von Sabine Brandes  27.01.2026

Interview

»Die AfD verrät immer wieder unsere nationalen Interessen«

CDU-Fraktionschef Jens Spahn über das Gedenken am 27. Januar, linken Lifestyle-Antisemitismus, die Frage nach einer Zusammenarbeit mit der AfD und Versäumnisse der CDU in der Migrationspolitik

von Philipp Peyman Engel  27.01.2026

Nahost

Israel bereitet Evakuierung Zehntausender Touristen für Ernstfall vor

Nach Angaben des Generaldirektors des israelischen Tourismusministeriums, Michael Izhakov, existiert ein detaillierter Notfallplan für den Fall, dass der Luftraum geschlossen werden muss

 27.01.2026