Judo

Zu jeder Makkabiade mit einem neuen Kind

Im Sport ist er Einzelkämpfer, im Privatleben muss er aber ein Teamplayer sein. Judoka Sharon Wajchenberg aus dem brasilianischen São Paulo ist seit 24 Jahren immer dabei. Und zu jeder Makkabiade bringt der Brasilianer etwas Neues mit.

Bei seiner ersten Teilnahme war er noch ein Teenager. »Ich war 17 Jahre alt«, erinnert sich Wajchenberg an 1993, »die Spiele, die Teilnehmer aus der ganzen Welt, Israel zu sehen, das war alles sehr aufregend für mich«. Mittlerweile aber ist die Makkabiade für ihn viel mehr als nur Sport. Hier hat er schließlich seine große Liebe Ilanit gefunden. Alle vier Jahre kommen die Wajchenbergs wieder: jedes Mal mit einem Kind mehr.

streit Es war 1997 in São Paolo, als sich bei den Vorbereitungen zur Makkabiade, als sich jemand in einem Gespräch abfällig über die Spiele äußerte, die oft als jüdische Olympiade bezeichnet werden. Wajchenberg erzählt, wie er die Spiele verteidigte und ihn plötzlich eine junge Frau unterstützte. »Das war Ilanit. Und das war es für mich.« Sharon und Ilanit, auch sie eine Judoka, wurden sofort ein Paar, heirateten kurz darauf und gründeten eine Familie. Seitdem steht ihre Liebe im Zeichen der Makkabiade.

2001 kehrten die beiden, nun als Herr und Frau Wajchenberg, nach Israel zur 16. Maccabiah zurück. »Ilanit war damals schon schwanger, das hatten wir erst eine Woche vorher erfahren, und ich trat wieder als Athlet an. So wurde es wirklich ein wundervolles Fest der Liebe und des Sports.«

Seitdem hat das Paar die Spiele zur absoluten Familienangelegenheit erklärt. 2005 kamen sie mit zwei Kindern, ihren Töchtern Hadar Beila (15) und Taly Mazal (14). Vier Jahre darauf war auch Liat Bracha (11) dabei. Bei den Spielen 2013 schaute zudem Söhnchen Lior Avraham Leib (7) zu, und in diesem Jahr wird auch Baby Michal Sarah ihren Papa anfeuern.

medaillen Der 41-Jährige, der in São Paolo als Manager einer Teppichfirma arbeitet, erwartet aber nicht nur Familienfreuden, sondern auch Erfolg auf der Matte. »Natürlich will ich eine Medaille erreichen. Ich bin Sportler und habe mich schließlich seit dem Ende der letzten Makkabiade auf diese vorbereitet und hart trainiert.« Also gilt für alle Mitglieder der Familie: den Papa anfeuern, was das Zeug hält.

Die Kinder sind bei jedem Match dabei und haben riesige Plakate vorbereitet, die sie bei den Kämpfen hochhalten werden. »Außerdem lieben wir die Veranstaltungen rund um die Spiele«, erzählt Sharon, »die Treffen mit Juden aus aller Welt, die Partys, die Wettkämpfe der anderen Disziplinen. Wir nehmen so viel wie möglich von dem ganzen Happening mit.«

Fünf Makkabiaden – fünf Kinder ist eine Gleichung, die für die Wajchenbergs aufgeht. Denn trotz der anstrengenden Anreise aus dem fernen Brasilien lohnt es sich immer, nach Israel zu kommen, versichert er. Allerdings gibt er zu, dass es schon anstrengend sei, die Trips mit allen Kindern zu unternehmen.

israel In diesem Jahr ganz besonders. »Diese Reise war wirklich furchtbar. Wir hatten Zwischenstopps in Togo und Äthiopien und waren völlig geschafft, als wir endlich in Tel Aviv ankamen.« Doch die Familie nimmt den beschwerlichen Weg nicht nur alle vier Jahre auf sich, sondern versucht, jedes Jahr einmal in Israel zu sein. »Wir lieben Israel. Es ist unsere Heimat, und ich denke, es ist der einzig richtige Ort für Juden in der Welt.«

Gerne würden sie ihre Kinder hier aufwachsen sehen. »São Paolo ist wegen der Kriminalität an vielen Stellen sehr gefährlich, man kann sich nicht überall aufhalten und nachts nicht sicher spazieren gehen. In Israel ist das anders, meine Töchter und mein Sohn laufen hier ständig auf der Straße herum. Es ist ein großartiges Land – perfekt für Kinder.«

Derzeit spielen sie mit dem Gedanken, in den nächsten Jahren Alija zu machen und für immer herzuziehen. Ilanits Eltern leben in Netanja, »es wäre also eine Art Familienzusammenführung«, lautet Sharons Kommentar. Und in vier Jahren dann mit Kind Nummer sechs wieder zu den Spielen? Wajchenberg lacht schallend. »Wenn es nur nach mir ginge, sehr gern. Aber ich denke, Ilanit ist mit fünf Mal Nachwuchs sehr gut beschäftigt. Und wir wollen ja auf jeden Fall bei der nächsten Makkabiade wieder da sein.«

Jerusalem

Netanjahu weiterhin skeptisch gegenüber Iran-Deal

Ein Abkommen müsse weit über das Atomprogramm hinausgehen und auch Irans regionale Stellvertreterorganisationen einbeziehen, sagt der Ministerpräsident

 13.02.2026

Tel Aviv

Barak bedauert Kontakte zu Epstein und räumt problematische Formulierungen ein

Er habe im Rückblick »gründlicher urteilen« müssen und bedaure bereits das erste Treffen mit dem Investor im Jahr 2003, sagt der frühere Ministerpräsident

 13.02.2026

Öffentlicher Nahverkehr

Jetzt auch am Schabbat: Busverbindung von Tel Aviv zum Flughafen Ben Gurion

Die Linie 711, die bisher zwischen Tel Aviv und der Stadt Shoham unterwegs ist, wird künftig über den Flughafen geführt

 13.02.2026

Israel

Gesetz: Der 7. Oktober soll nicht »Massaker« heißen

Das Büro von Premierminister Netanjahu ließ das Wort für den Titel des Gedenktages streichen. Überlebende und Angehörige außer sich vor Wut

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nahost

Israels digitale Front gegen Teheran

Hunderte Cyberattacken wurden in zwölf Monaten abgewehrt. Behörden sprechen von einer »ausgedehnten iranischen Kampagne«

von Sabine Brandes  12.02.2026

Westjordanland

Bericht: Autonomiebehörde zahlt weiterhin »Märtyrer-Renten«

Eigentlich hatte Mahmoud Abbas das Ende der international verurteilten »Pay for Slay«-Praxis verkündet. Laut einem Bericht von Palestinian Media Watch hat er gelogen

 12.02.2026

Gaza

Sicherheitsstillstand

Die Terrororganisation Hamas macht auch in der zweiten Phase des Waffenruhe-Abkommens klar, dass sie einer Entmilitarisierung nicht zustimmen wird

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nachrichten

Botschafter, Kontrolle, Künstliche Intelligenz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  12.02.2026

Meinung

Wiesbaden: Wie man dem Antisemitismus und dem Islamismus eine Bühne bietet

Im Haus der Vereine durfte die Jugendgruppe »Salehin« auftreten. Offiziell ging es um eine »kulturelle religiöse Jugendveranstaltung«. Doch tatsächlich wurde dort Propaganda für das Mullah-Regime gemacht

von Daniel Neumann  12.02.2026