Deutschland

Zentralrat der Juden: »Bedrohliche Stimmung« gegen Israel-Verteidiger

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Foto: picture alliance/dpa

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Zentralrat der Juden: »Bedrohliche Stimmung« gegen Israel-Verteidiger

An zwei aufeinanderfolgenden Tagen kommt es in deutschen Städten zu Angriffen gegen Personen, die sich solidarisch mit Israel zeigen. Der Spitzenvertreter der jüdischen Gemeinschaft ist besorgt

von Burkhard Jürgens  24.08.2025 21:47 Uhr

Nach der Farbattacke auf jüdische Aktivisten im Frankfurter Grüneburgpark und Tätlichkeiten gegen die FDP-Politikerin Karoline Preisler in Berlin hat sich der Zentralrat der Juden besorgt geäußert.

»Ist das das Deutschland, an das wir uns gewöhnen wollen oder sollen?«, fragte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, in einer schriftlichen Stellungnahme am Sonntag. Es herrsche »eine bedrohliche Stimmung in unserem Land«.

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Die Opfer der Angriffe waren nach Schusters Worten »mutige und engagierte Menschen«, die sich für die Freilassung der Geiseln in der Hand der Terrororganisation Hamas einsetzten. »Wir brauchen in Deutschland einen gesamtgesellschaftlichen Konsens, sich für die Geiseln - darunter auch zahlreiche deutsche Staatsbürger - stark zu machen«, sagte Schuster. »Die schwindende Solidarität unserer Gesellschaft dürfen wir nicht hinnehmen.«

Am Freitag war der Vorsitzende der Initiative »Honestly Concerned«, Sacha Stawski, gemeinsam mit anderen Personen von Teilnehmern des System Change Camps im Frankfurter Grüneburgpark zunächst verbal und körperlich bedrängt und dann mit roter Farbe beschmiert worden, als sie Fotos der Hamas-Geiseln am Zaun des Protestcamps befestigen wollten.

Am Samstagabend wurde bei einer »propalästinensischen« Demonstration in Berlin die FDP-Politikerin Karoline Preisler angegriffen. Polizeiangaben zufolge versuchten ein Mann und eine Frau ihr ein Plakat und eine israelische Fahne zu entreißen. Die Politikerin sei an der Hand verletzt worden.

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