Interview mit Oz Ben David

»Wir halten zusammen«

Herr Ben David, am Wochenende ist Ihr Restaurant »Kanaan«, das Sie gemeinsam mit Jalil Dabit im Prenzlauer Berg betreiben, verwüstet worden. Was ist passiert?
Wir sind alle sehr schockiert. Ich erhielt am Sonntagmorgen einen Anruf der Restaurant-Managerin, die mir unter Tränen schilderte, dass Gläser zerbrochen, Weinflaschen zerschmissen und Stühle beschädigt wurden. Wir haben direkt die Polizei gerufen, und als sie weg war, fingen wir an, alles aufzuräumen. Wir haben neue Stühle aus unserem Keller geholt, und fünf Stunden später hatten wir wieder geöffnet.

Wurde Ihr Restaurant bereits früher bedroht oder bei Ihnen eingebrochen?
Wie jedes Restaurant in Berlin hatten auch wir schon Einbrüche, aber nicht dieser Art. Dieses Mal wurde nichts gestohlen. Es war pure Verwüstung. Uns wird auch vorgeworfen, Pinkwashing zu betreiben – es gibt immer irgendetwas. Ich will auf niemanden mit dem Finger zeigen, nur sagen, dass wir einiges bei Leuten zu triggern scheinen. Es ist auch nicht wichtig, ob es aus der linksextremen oder rechtsextremen Ecke kam.

Wie gehen Sie mit der Situation jetzt um?
Was Jalil und mir wichtig ist: dass wir handeln, dass wir noch aktiver werden, dass wir zusammenhalten. In der vergangenen Woche hatten wir einen wundervollen jüdisch-muslimischen Brunch. Wir arbeiten hier alle zusammen, Palästinenser, Muslime, Juden, Christen, Buddhisten, einfach alle. Wir haben eine Vision, unsere Vision – und wir glauben an das Zusammen, dass das, was wir machen, der richtige Weg ist. Trotzdem sind wir natürlich alle schockiert.

Mit Oz Ben David sprach Katrin Richter.

Das Restaurant hat eine »GoFundMe«-Unterstützungskampagne ins Leben gerufen.

Israel

Atomreaktor als Ziel

Ein Angriff des Iran am vergangenen Wochenende hat in Arad und Dimona 175 Menschen verletzt. Laut Staatsmedien in Teheran hatten die Raketen einen Atomreaktor in der Nähe zum Ziel – als Vergeltung für Angriffe auf die iranische Uran-Anreicherungsanlage

von Ralf Balke  29.03.2026

Jerusalem

Kirchenvertreter in Jerusalem am Zutritt zur Grabeskirche gehindert

Der höchste katholische Vertreter wurde am Palmsonntag daran gehindert, an der Messe teilzunehmen. Italien reagiert und will den israelischen Botschafter einberufen. Inzwischen hat die israelische Polizei ihr Vorgehen verteidigt

 29.03.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Bereiten die USA eine Bodenoffensive vor?

US-Medien berichten über einen möglichen Einsatz von US-Bodentruppen. Teheran reagiert und droht »Bestrafung« an

 29.03.2026

Meinung

Deutsche Nahostpolitik: Es ist Zeit für einen Kurswechsel

Die wirtschaftliche Dynamik der Abraham-Abkommen ist längst sichtbar. Deutschland sollte diese Initiative nicht begleiten, sondern anführen, fordert der CEO von ELNET

von Carsten Ovens  29.03.2026

Iran-Krieg

Angriff auf Residenz von Präsident Barsani im Nordirak

Eine Attacke trifft die Residenz von Präsident Barsani im Irak. Die USA machen »Stellvertreter der iranischen Terror-Milizen im Irak« verantwortlich. Zuletzt hatte der Iran Angriffe auf die Kurdenregion für sich reklamiert

 29.03.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Huthi greifen erneut Israel an – Iran droht US-Universitäten

Die jemenitische Miliz beschießt Eilat, iranische Elitestreitkräfte drohen mit »Vergeltungsmaßnahmen« an US-Universitäten in der Region, und Pakistan versucht zu vermitteln – die Übersicht am Sonntagmorgen

 29.03.2026

Israel

Irans Waffenproduktion soll »in wenigen Tagen« weitgehend zerstört sein

Eines der Kriegsziele Israels ist die Ausschaltung der iranischen Militärindustrie. Ein Armee-Sprecher nennt den zeitlichen Horizont, bis wann dieses Ziel erreicht sein könnte

 28.03.2026

Jemen

Erstmals im Iran-Krieg: Huthis greifen Israel an

Die terroristische Miliz hatte seit dem Waffenstillstand im Oktober 2025 keine Raketen mehr auf Israel gefeuert. Nun ist die vom Iran gestützte Miliz in den Krieg eingetreten

 28.03.2026

Essay

Keine Empathie für Israel, nirgends

Was mich an der deutschen Reaktion auf den Iran-Krieg irritiert

von Ralf Fücks  27.03.2026