Interview mit Oz Ben David

»Wir halten zusammen«

Herr Ben David, am Wochenende ist Ihr Restaurant »Kanaan«, das Sie gemeinsam mit Jalil Dabit im Prenzlauer Berg betreiben, verwüstet worden. Was ist passiert?
Wir sind alle sehr schockiert. Ich erhielt am Sonntagmorgen einen Anruf der Restaurant-Managerin, die mir unter Tränen schilderte, dass Gläser zerbrochen, Weinflaschen zerschmissen und Stühle beschädigt wurden. Wir haben direkt die Polizei gerufen, und als sie weg war, fingen wir an, alles aufzuräumen. Wir haben neue Stühle aus unserem Keller geholt, und fünf Stunden später hatten wir wieder geöffnet.

Wurde Ihr Restaurant bereits früher bedroht oder bei Ihnen eingebrochen?
Wie jedes Restaurant in Berlin hatten auch wir schon Einbrüche, aber nicht dieser Art. Dieses Mal wurde nichts gestohlen. Es war pure Verwüstung. Uns wird auch vorgeworfen, Pinkwashing zu betreiben – es gibt immer irgendetwas. Ich will auf niemanden mit dem Finger zeigen, nur sagen, dass wir einiges bei Leuten zu triggern scheinen. Es ist auch nicht wichtig, ob es aus der linksextremen oder rechtsextremen Ecke kam.

Wie gehen Sie mit der Situation jetzt um?
Was Jalil und mir wichtig ist: dass wir handeln, dass wir noch aktiver werden, dass wir zusammenhalten. In der vergangenen Woche hatten wir einen wundervollen jüdisch-muslimischen Brunch. Wir arbeiten hier alle zusammen, Palästinenser, Muslime, Juden, Christen, Buddhisten, einfach alle. Wir haben eine Vision, unsere Vision – und wir glauben an das Zusammen, dass das, was wir machen, der richtige Weg ist. Trotzdem sind wir natürlich alle schockiert.

Mit Oz Ben David sprach Katrin Richter.

Das Restaurant hat eine »GoFundMe«-Unterstützungskampagne ins Leben gerufen.

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