Interview mit Oz Ben David

»Wir halten zusammen«

Herr Ben David, am Wochenende ist Ihr Restaurant »Kanaan«, das Sie gemeinsam mit Jalil Dabit im Prenzlauer Berg betreiben, verwüstet worden. Was ist passiert?
Wir sind alle sehr schockiert. Ich erhielt am Sonntagmorgen einen Anruf der Restaurant-Managerin, die mir unter Tränen schilderte, dass Gläser zerbrochen, Weinflaschen zerschmissen und Stühle beschädigt wurden. Wir haben direkt die Polizei gerufen, und als sie weg war, fingen wir an, alles aufzuräumen. Wir haben neue Stühle aus unserem Keller geholt, und fünf Stunden später hatten wir wieder geöffnet.

Wurde Ihr Restaurant bereits früher bedroht oder bei Ihnen eingebrochen?
Wie jedes Restaurant in Berlin hatten auch wir schon Einbrüche, aber nicht dieser Art. Dieses Mal wurde nichts gestohlen. Es war pure Verwüstung. Uns wird auch vorgeworfen, Pinkwashing zu betreiben – es gibt immer irgendetwas. Ich will auf niemanden mit dem Finger zeigen, nur sagen, dass wir einiges bei Leuten zu triggern scheinen. Es ist auch nicht wichtig, ob es aus der linksextremen oder rechtsextremen Ecke kam.

Wie gehen Sie mit der Situation jetzt um?
Was Jalil und mir wichtig ist: dass wir handeln, dass wir noch aktiver werden, dass wir zusammenhalten. In der vergangenen Woche hatten wir einen wundervollen jüdisch-muslimischen Brunch. Wir arbeiten hier alle zusammen, Palästinenser, Muslime, Juden, Christen, Buddhisten, einfach alle. Wir haben eine Vision, unsere Vision – und wir glauben an das Zusammen, dass das, was wir machen, der richtige Weg ist. Trotzdem sind wir natürlich alle schockiert.

Mit Oz Ben David sprach Katrin Richter.

Das Restaurant hat eine »GoFundMe«-Unterstützungskampagne ins Leben gerufen.

Extremistische Siedler in dem palästinensischen Dorf Dschalud (Archivbild vom 25.8.26)

Westjordanland

Neue Gewalt radikaler Siedler

Mehr als 100 Extremisten waren an den Ausschreitungen im Bereich der Ortschaft Dschalud südlich von Nablus beteiligt. Regierungsmitglieder verurteilen die Angriffe, die Opposition kritisiert sie als Folge »einer gefährlichen Politik«

 29.09.2026

Die Chefs der Oppositionsparteien

Tel Aviv

Israels Opposition schließt Pakt

Eisenkot, Bennett, Lapid, Lieberman und Golan wollen während des Wahlkampfs auf gegenseitige Angriffe verzichten und planen eine »zionistische staatsmännische Regierung«

von Sabine Brandes  29.09.2026

Jerusalem

Gallant spricht über Details der Pager-Operation gegen Hisbollah

Offenbar schöpfte ein Mitglied der libanesischen Terrororganisation Verdacht. Israel sah sich zum Handeln gezwungen

 29.09.2026

Bloomington/Paris

Studie: Keine Grundlage für Apartheid- und Genozidvorwurf gegen Israel

Gunther Jikeli von der Indiana University Bloomington und Philippe Karpe vom französischen Forschungsinstitut CIRAD untersuchten immer wieder erhobene Vorwürfe gegen Israel

 29.09.2026

Jerusalem

Netanjahu reiste offenbar wegen Berichten über Hamas-Warnung nach Abu Dhabi

Hat der israelische Ministerpräsident den Präsidenten der VAE, Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahjan, gebeten, Medienberichte zurückzuweisen, wonach dieser seinen Jerusalemer Gesprächspartner vor dem 7. Oktober warnte?

 29.09.2026

Terrorismus

»Wenn sie einen Raum betrat, ging die Sonne auf« - Zwei Mütter, ihre verlorenen Töchter und der 7. Oktober 2023

Ricarda Louks Tochter Shani und Sonja Bohl-Denckers Tochter Carolin wurden vor drei Jahren von der islamistischen Hamas ermordet. Ihre Mütter schildern, wie sie mit dem Verlust zurechtkommen - und was sie sich wünschen

von Nina Schmedding  29.09.2026

Niederlande

»Der 7. Oktober, das bin ich«: Student der Uni Maastricht will an Terrorangriff teilgenommen haben

Ein 22-jähriger Palästinenser, der in den Niederlanden studiert, erweckt in einem Instagram-Video den Eindruck, er habe an der Terrorattacke der Hamas auf Israel teilgenommen. Jetzt griff die Hochschule durch

 28.09.2026

Jerusalem/Den Haag

Israel entzieht Niederländern Diplomaten-Pass

Die Niederlande verbieten den Import von Waren aus Siedlungen im Westjordanland. Nun zieht Israel Konsequenzen

 28.09.2026

Tel Aviv

Israel: Entführer von Noa Argamani getötet

Saher Nidal Saqr und andere an den Geiselnahmen beteiligte Terroristen seien bei einem Luftangriff im zentralen Gazastreifen tödlich getroffen worden, teilte die israelische Armee mit

 28.09.2026