»Global Forum on Antisemitism«

Wie Experten aus aller Welt den Judenhass bekämpfen wollen

Global-Forum-Teilnehmerin Ayelet Shaked (Archiv) Foto: Copyright (c) Flash90 2018

Bei einer internationalen Konferenz in Jerusalem sollen neue Wege im Kampf gegen Antisemitismus gefunden werden. Israels Außenminister Yair Lapid sagte in seiner Videobotschaft beim »Global Forum on Antisemitism«, es sei wichtig, neue Verbündete zu finden. An der Konferenz nehmen 180 Gäste aus aller Welt teil, mehrere Hundert weitere werden zugeschaltet.

»Wir müssen jeden einbinden, der glaubt, dass es falsch ist, Menschen wegen ihres Glaubens, ihrer Sexualität, ihres Geschlechts oder ihrer Hautfarbe zu verfolgen«, sagte Lapid. Antisemitismus betreffe nicht nur Juden. »Wenn Du uns heute nicht dabei hilfst, Antisemitismus zu bekämpfen, dann könnte es Dein Kind sein, das jemand in der Zukunft anschaut und sagt: «Ich hasse ihn, ich will, dass er stirbt.»« Lapid erzählte dazu die Geschichte seines Vaters Tommy, der als Jugendlicher im Ghetto in Budapest gelebt hatte.

KRIEG An die Teilnehmer der Konferenz wandte sich in einer Ansprache auch der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder. »Der heutige Kampf gegen Antisemitismus ist ein Krieg, nicht weniger folgenreich als der Sechstagekrieg oder der Jom-Kippur-Krieg«, sagte er und hob hervor, dass Israel die neue Ausrede für den alten Antisemitismus sei. »Und unsere Feinde haben freie Hand, weil es keine entsprechende Reaktion von Israel gegeben hat.«

Aus diesem Grund forderte Lauder das israelische Außenministerium auf, proaktiv zu werden und der Welt die israelische Seite der Geschichte zu erzählen. Er sagte: »Ich glaube, Außenminister Yair Lapid wird ein großartiger Außenminister sein, und ich glaube, er sollte eine starke Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit schaffen, die das wahre Israel definiert und dies nicht unseren Feinden überlässt.«

Aus Deutschland nehmen an der Konferenz der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sowie der Frankfurter Bürgermeister Uwe Becker und Daniel Lörcher teil, der sich im Namen des Fußball-Clubs Borussia Dortmund gegen Antisemitismus engagiert.

Zu den Teilnehmern der Tagung gehören unter anderem auch Katharina von Schnurbein, die Antisemitismusbeauftragte der EU-Kommission, und Israels Diaspora-Minister Nachman Shai. In verschiedenen Arbeitsgruppen sollen neue konkrete Strategien im Kampf gegen Judenhass entworfen werden. Die dreitägige Konferenz endet heute Abend.

Israels neuer Präsident Isaac Herzog hatte am Dienstagabend bei der Eröffnung gesagt, der Kampf gegen Antisemitismus werde eine der »Schlüsselaufgaben« seiner Amtszeit sein. Es habe zuletzt weltweit einen Anstieg antisemitischer Übergriffe gegeben, vor allem während des jüngsten Dauerbeschusses Israels durch die Terrororganisation Hamas, in dessen Folge Israel sich zur Wehr setzen musste, um seine Bürger zu schützen. dpa/ja

Alija

Sprunghafter Anstieg: Mehr Juden sagen Frankreich Adieu

2025 hat sich die Zahl der jüdischen Auswanderer nach Israel fast verdoppelt. Experten machen dafür vor allem den wachsenden Antisemitismus verantwortlich

 08.01.2026

Entführungsfall

Jugendamts-Zeugin im Block-Prozess: »Unglaubliche Belastung«

In dem Hamburger Prozess geht es eigentlich um die Entführung der Block-Kinder. Die hat aber eine jahrelange Vorgeschichte. Eine Jugendamts-Mitarbeiterin schildert eine wichtige Wende im Sommer 2021

von Stephanie Lettgen, Bernhard Sprengel  08.01.2026

Fußball

England als neue Chance? Daniel Peretz verlässt Hamburger SV

Nach der missglückten Leihe zum Hamburger SV geht es für Bayern-Torhüter Daniel Peretz in England weiter. Dort trifft er auf einen deutschen Trainer

 08.01.2026

Gesellschaft

»Habaita« – das Wort des Jahres in Israel

Ein simpler hebräischer Ausdruck aus drei Silben bezeichnet das Gefühl eines ganzen Landes

von Sabine Brandes  08.01.2026

Gesellschaft

Eine Milliarde für Schulen ohne Kernfächer

Der Oberste Gerichtshof in Israel kritisiert die Regierung scharf für den Transfer an ultraorthodoxe Schulen

von Sabine Brandes  08.01.2026

Nachrichten

Wetter, Katargate, Bevölkerung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  08.01.2026

Iran

»Wir stehen an eurer Seite«

Israel ist solidarisch mit den protestierenden Iranern. Die Regierung in Jerusalem beobachtet genau, wie das Regime auf die Demonstrationen reagiert

von Sabine Brandes  08.01.2026

Nahost

Libanon gibt an, Hisbollah entwaffnet zu haben

Büro von Premierminister Benjamin Netanjahu meint, »Bemühungen sind bei Weitem nicht ausreichend«

von Sabine Brandes  08.01.2026

Nahost

USA drängen auf zweite Phase des Gaza-Plans

Obwohl zentrale israelische Forderungen bislang unerfüllt sind, wollen die Vereinigten Staaten weiterkommen

 08.01.2026