Frankfurt am Main

Weiterer Charterflug für in Israel gestrandete Deutsche gelandet

Die Maschine landete in Frankfurt am Main Foto: picture alliance/dpa

Deutsche Staatsbürger und enge Familienangehörige, die wegen des Krieges mit dem Iran in Israel festsaßen, sind am Samstagnachmittag mit einem weiteren Sonderflug aus der jordanischen Hauptstadt Amman nach Deutschland ausgeflogen worden. Der Sonderflug hob in Jordanien ab, weil der Luftraum über Israel weiterhin gesperrt ist, wie es aus dem Auswärtigen Amt hieß und landete in Frankfurt am Main.

Über die Plattform X teilte das Auswärtige Amt am Nachmittag mit, dass mit dem Sonderflug 123 Deutsche aus der Region ausreisen konnten.

Das Außenministerium hatte in den vergangenen Tagen bereits zwei Charterflüge mit 345 Menschen an Bord über den Flughafen Amman nach Deutschland organisiert. In der Nacht zum Samstag landeten auch zwei Maschinen der Bundeswehr mit 64 deutschen Israel-Rückkehrern am Flughafen Köln/Bonn in Nordrhein-Westfalen. Die Luftwaffe hat damit erstmals seit Beginn des Krieges zwischen Israel und dem Iran vor rund einer Woche deutsche Staatsbürger direkt aus Israel ausgeflogen. Nach Angaben des »Spiegel« sollen die Maschinen eine Sondergenehmigung zur Landung in Tel Aviv erhalten haben.

Deutsche müssen Anreise zum Flughafen selbst organisieren

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, dass alle in der Krisenvorsorgeliste Elefand registrierten Deutschen über Details zu den organisierten Flügen informiert würden. Die Anreise zum Flughafen müsse »nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen und individuellen Umständen eigenständig erfolgen«. Um deutsche Staatsangehörige vor Ort zu unterstützen, befinde sich Botschaftspersonal in Amman am Grenzübergang Allenby zwischen Jordanien und Israel und am Flughafen Amman.Tausende Deutsche noch im Iran und Israel

Den Angaben aus dem Auswärtigen Amt zufolge befinden sich derzeit noch rund 1.000 Deutsche im Iran sowie rund 4.000 deutsche Staatsangehörige in Israel. Die »kommerziellen Flugmöglichkeiten aus Amman« seien weiterhin nicht ausreichend. Das Auswärtige Amt ruft nach wie vor alle Deutschen dazu auf, sich auf der Krisenvorsorgeliste Elefand zu registrieren und die Daten aktuell zu halten.

Ausreise aus dem Iran schwierig, aber möglich

Auch die Ausreise von Deutschen aus dem Iran sei »weiter sehr schwierig«. Sonderflüge für Deutsche, die sich aktuell im Iran befinden, kündigte das Auswärtige Amt nicht an. 

Die Grenzübergänge zu Armenien und zur Türkei seien geöffnet und eine Ausreise über diese beiden Länder »grundsätzlich möglich«, hieß es. Auch über die Grenze zwischen Iran und Aserbaidschan könnten Personen »in Einzelfällen« ausreisen. »Sowohl aus Armenien als auch aus der Türkei und Aserbaidschan besteht regulärer kommerzieller Flugverkehr. Die Flughäfen und Lufträume sind geöffnet. Deutsche sollten diese Möglichkeiten zur Weiterreise nach Deutschland nutzen«, hieß es.

Auswärtiges Amt hält Großkonvois für zu gefährlich

Wegen der »volatilen Sicherheitslage« im Iran und in Israel stellen auch Überlandfahrten den Angaben zufolge ein großes Risiko dar. Gesammelte große Konvois seien aus Sicherheitsgründen »aktuell keine Option«, da dies voraussetzen würde, dass sich Deutsche aus unterschiedlichen Landesteilen zu einem vereinbarten Sammelpunkt zusammenfinden. »Dies würde zusätzliche lange Fahrt- und mitunter Wartezeiten bedeuten und damit angesichts der andauernden Luftangriffe ein erhebliches Wegerisiko schaffen«, hieß es.

Deutsche Staatsangehörige vor Ort seien deshalb auch dazu aufgerufen, in Abhängigkeit von ihrer individuellen Lage »in eigener Verantwortung Ausreisemöglichkeiten auf dem Landweg für sich abzuwägen«.

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