Israel-Hasserin El Hissy

Jüdische Gemeinde Frankfurt übt scharfe Kritik am Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Maha El Hissy, geboren 1980 in Alexandria, ist freie Kritikerin, Kuratorin und Moderatorin. Foto: Hanna Wiedemann / Deutscher Buchpreis

Israel-Hasserin El Hissy

Jüdische Gemeinde Frankfurt übt scharfe Kritik am Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die Hintergründe

 04.09.2026 12:55 Uhr

Die Jüdische Gemeinde Frankfurt übt scharfe Kritik am Börsenverein des Deutschen Buchhandels, nachdem dieser bekannt gegeben hat, trotz der israelfeindlichen und antisemitischen Ausfälle an der umstrittenen Literaturkritikerin Maha El Hissy für die Aufnahme in die Jury zum Deutschen Buchpreis 2026 festzuhalten . »Die kühle Mitteilung des Börsenvereins ist beschämend und ein verhängnisvoller Fehler«, erklärte Gemeindechef Benjamin Graumann im Gespräch mit dieser Zeitung.

Und weiter: »Erneut zeigt sich, dass Judenhass in großen Teilen der Kulturszene mit einer beängstigenden Ignoranz begegnet wird. Während jüdisches Leben in Deutschland massiv bedroht wird und gefährdet ist, sendet die Uneinsichtigkeit des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ein fatales Signal aus, welches weit über Frankfurt hinauswirkt.«

»Erneut zeigt sich, dass Judenhass in großen Teilen der Kulturszene mit einer beängstigenden Ignoranz begegnet wird.«

Benjamin Graumann

Enttäuschend sei auch erneut, wie wenig Widerspruch und Kritik aus dem Kulturbereich selbst erfolgen, betonte Graumann. »Wer judenfeindliche Motive verbreitet, sollte nicht über die Vergabe des Deutschen Buchpreises entscheiden.« Dass dieser Satz derzeit keine Selbstverständlichkeit mehr ist, müsse jeden Demokraten alarmieren.

Zuvor hatte bereits der Vorsitzende des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden in Hessen, Daniel Neumann, die Berufung El Hissys in die Jury des Deutschen Buchpreises kritisiert und sich dabei insbesondere auf die Essayreihe »Literature of Unsettlement« der Literaturkritikerin bezogen.

Darin erscheine »Israel ausschließlich als Täter«, so Neumann, der die Essays als »literarisch verpackten Antizionismus« und »poetischen Israelhass« bezeichnete. El Hissy scheue nicht einmal davor zurück, mit dem kontrafaktischen Vorwurf des Genozids und des Völkermords die populärste antisemitische Ritualmordlegende unserer Gegenwart zu verbreiten.

»Wer judenfeindliche Motive verbreitet, sollte nicht über die Vergabe des Deutschen Buchpreises entscheiden.«

Auch Hessens Antisemitismusbeauftragter Uwe Becker hatte der Akademie Deutscher Buchpreis empfohlen, die Berufung des Jurymitglieds Maha El Hissy zurückzunehmen. Die Literaturkritikerin sei »eine Multiplikatorin israelfeindlicher Stereotype« und ihre Aufnahme in die Jury zum Deutschen Buchpreis 2026 »ein falsches Signal in schwieriger Zeit«, sagte Becker.

»Positionen, wie sie von Maha El Hissy öffentlich verbreitet werden, sind Teil der fatalen Entwicklung in Deutschland und Europa, wo jüdisches Leben inzwischen so bedroht ist wie noch nie seit der Schoa«, so der hessische Antisemitismusbeauftragte. »Daher empfehle ich der Akademie Deutscher Buchpreis die Rücknahme dieser Berufung.«

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Laut Becker überschreite El Hissy die Grenze zwischen legitimierter Kritik an Israel und der Verbreitung anti-israelischen Hasses. »Wer so grundhaft wie Maha El Hissy israelfeindliche Stereotype vom Siedlerkolonialismus über Apartheid und ethnische Säuberung bis zum angeblichen Völkermord verbreitet, der trägt zur Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas in Deutschland und zum Anwachsen des israelbezogenen Antisemitismus bei.«

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Die Akademie des Deutschen Buchpreises ernennt jedes Jahr die Jury für den Deutschen Buchpreis und ist eine Gründung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der seinen Sitz in Frankfurt am Main hat. Mit dem renommierten Deutschen Buchpreis wird jedes Jahr der beste deutschsprachige Roman ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. ja

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