Washington D.C.

US-Präsident Biden gibt Bomben-Lieferung an Israel teilweise frei

Joe Biden Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Die Biden-Regierung hat etwa die Hälfte der seit Mai zurückgehaltenen Lieferung schwerer Bomben an Israel freigegeben, teilte ein US-Beamter der »Times of Israel« mit. Ursprünglich wurden 1.800 2.000-Pfund-Bomben und 1.700 500-Pfund-Bomben zurückgehalten, da die USA Bedenken hatten, dass die IDF diese in dicht besiedelten Gebieten des Gazastreifens einsetzen könnte. Präsident Joe Biden drohte damals, weitere Offensivwaffen zu blockieren, falls Israel eine große Offensive in Rafah, wo über eine Million Palästinenser Schutz suchten, starten würde.

Israel passte daraufhin seine Militäraktionen an, um die Bedenken bezüglich ziviler Opfer zu berücksichtigen. Ein israelischer Beamter bestätigte, dass Fortschritte bei der Lösung des Problems der zurückgehaltenen Bombenlieferung erzielt wurden.

Allerdings verzögerte sich der Prozess, nachdem Premierminister Netanyahu behauptet hatte, die USA würden eine umfassendere Politik des Waffenlieferungsstopps verfolgen. Dies führte zu Spannungen mit der Biden-Administration.

Verteidigungsminister Yoav Gallant und sein Team konnten bei Besuchen in Washington im Juni einige Differenzen klären, was zur Freigabe der 1.700 500-Pfund-Bomben führte. Netanyahu erklärte, er habe den Streit erst öffentlich gemacht, nachdem monatelange Versuche, das Problem privat zu lösen, gescheitert seien.

Ein US-Beamter bestätigte, dass die 500-Pfund-Bomben auf dem Weg nach Israel seien, und erklärte, dass diese ursprünglich zurückgehalten wurden, weil sie Teil einer Lieferung mit den tödlicheren 2.000-Pfund-Bomben waren. Die Hauptsorge der USA bestand in der potenziellen Verwendung der 2.000-Pfund-Bomben in Rafah. Israel plant, die Operation in Rafah in den kommenden Wochen abzuschließen und zu weniger intensiven Kämpfen überzugehen, die gezielte Razzien in Gaza umfassen werden. ja

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  19.04.2026

Gesellschaft

IDF: Drei Wochen Gefängnis fürs Grillen

In der Armee mehren sich Strafen wegen des Nichteinhaltens »religiöser Disziplin«. In der Bevölkerung sorgt dies für Empörung über Ungleichbehandlung

von Sabine Brandes  19.04.2026

Eurovision Song Contest

Mehr als 1000 Prominente verteidigen Israels ESC-Teilnahme

Helen Mirren, Amy Schumer und Co: Internationale Persönlichkeiten unterzeichnen einen offenen Brief

von Sabine Brandes  19.04.2026

Eurovision Song Contest

»Der Künstler aus Israel kann per se natürlich nichts dafür, dass er aus Israel kommt, aber …«

Der deutsche Sänger und frühere ESC-Teilnehmer Michael Schulte ruft Israel zum freiwilligen Verzicht auf seine Teilnahme am Eurovision Song Contest auf

 19.04.2026

Nahost

»Der Iran ist sehr geschwächt«

Wie Experten die Entwicklung und Folgen des Krieges derzeit einschätzen

von Sabine Brandes  19.04.2026

Iran

Iran macht Öffnung der Straße von Hormus rückgängig

Keine 24 Stunden nach der Zusage des Iran, die Straße von Hormus zu öffnen, wurde sie wieder zurückgenommen.

 19.04.2026

Kommentar

Hätte er doch einfach geschwiegen

Michael Schulte ist der erfolgreichste deutsche Teilnehmer des ESC der letzten Jahre. Und Schulte ist ein geschichtsbewusster Künstler. Umso befremdlicher sind seine Einlassungen zu Israel

von Daniel Killy  18.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Wir Juden sollten uns nicht verstecken. Wir sollten offen, laut und stolz sein - auch und insbesondere auf den jüdischen Staat

von Daniel Neumann  17.04.2026

Medien

Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der ab dem 1. Mai von Deutschland aus arbeitet

 17.04.2026