Politik

US-Konsulate erstmals in jüdischen Siedlungen

Efrat Foto: Flash 90

Die US-Botschaft in Jerusalem gab am Dienstag bekannt, dass sie ab diesem Freitag in der Siedlung Efrat im Westjordanland konsularische Dienstleistungen anbieten und diese später auf die Stadt Betar Illit ausweiten wird.

Mit dieser Ankündigung bietet die Botschaft erstmals konsularische Dienstleistungen in israelischen Siedlungen an, nachdem sie diese erst kürzlich in palästinensischen Städten im Westjordanland, darunter Ramallah und Turmus Ayya, eingeführt hatte.

Bislang mussten Palästinenser im Westjordanland zu diesem Zweck die Botschaft in Jerusalem aufsuchen. Ein Beitrag auf dem X-Account der Botschaft kündigte an, dass ähnliche Dienstleistungen in den kommenden Monaten auch in Jerusalem, Netanya, Haifa und Bet Schemesch angeboten werden sollen.

Widersprüchliche Signale der Trump-Verwaltung

Die Trump-Regierung sendete widersprüchliche Signale hinsichtlich des Status des Westjordanlandes und der Palästinensischen Autonomiebehörde. Im August verweigerte das US-Außenministerium hochrangigen Vertretern der Palästinensischen Autonomiebehörde, darunter dem Vorsitzenden Mahmud Abbas, die Einreisevisa.

Infolgedessen konnte der palästinensische Präsident im Folgemonat nicht an der UN-Generalversammlung in New York teilnehmen und sprach stattdessen per Videokonferenz in einer Sitzung, die sich mit der Anerkennung Palästinas durch mehrere westliche Staaten befasste.

Im Gegensatz dazu erklärte Trump im selben Monat, er werde Israel die Annexion von Teilen des Westjordanlandes nicht erlauben.

Botschafter besucht Siedlungen regelmäßig

Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, der sich selbst als »zionistischen Christen« bezeichnet, besucht Siedlungen regelmäßig. Er gilt als politisch enger Verbündeter der rechtsreligiösen israelischen Regierung.

Die neuen konsularischen Angebote stehen im Kontext wachsender Spannungen und anhaltender Gewalt von jüdischen Siedlern gegen Palästinenser im Westjordanland sowie anhaltender diplomatischer Debatten über Zuständigkeiten und Souveränitätsfragen.

Medien

Springer-Chef Döpfner nimmt »Politico«-Redaktion in die Pflicht

Niemand sollte für Axel Springer arbeiten, wenn er Israels Existenzrecht anzweifelt, stellt Mathias Döpfner nach Kritik aus der »Politico«-Redaktion klar

 29.04.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Oppositionspoker: Lapid will Eisenkot ins Team holen, Gantz kritisiert Bündnis

Das Bündnis »Gemeinsam« will mehr Parteien ins Boot holen, um die Chancen für einen Sieg gegen Benjamin Netanjahus Likud zu erhöhen

 29.04.2026

Aschkelon

Charedi-Extremisten stürmen Haus des Chefs der Militärpolizei

Gegner der Wehrpflicht auch für Ultraorthodoxe haben die Familie des IDF-Offiziers bedroht. Eine gefährliche »rote Linie« sei überschritten, sagt die Armee

 29.04.2026

Jerusalem

Haben die Raketenlieferungen nach Deutschland Israel gefährdet?

In Israel ist eine Diskussion über die Frage entbrannt, ob es richtig war, inmitten iranischer Raketenangriffe Arrow-Abfangraketen zu exportieren

 29.04.2026

Israel

Herzog setzt sich für Deal in Netanjahu-Prozess ein

US-Präsident Trump drängt darauf, dass der in einem Korruptionsverfahren angeklagte israelische Regierungschef Netanjahu begnadigt wird. Israels Präsident Herzog strebt eine Einigung an.

 28.04.2026

Nahost

Verdrehte Moral

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  28.04.2026 Aktualisiert

Israel

Gefängnis fürs Grillen

Mehr Strafen für Verstöße gegen »religiöse Disziplin«

von Sabine Brandes  28.04.2026

Nahost

Sa’ar: Israel hat »keine territorialen Ambitionen im Libanon«

Israels rechtsextremer Finanzminister Smotrich hat kürzlich gefordert, Israels neue Grenze im Norden müsse ein Fluss im Libanon sein. Israels Außenminister widerspricht.

 28.04.2026

Kommentar

Antisemitismus und Israelfeindlichkeit werden die SPD nicht retten

Die Sozialdemokraten sollten sich nicht an Zohran Mamdani oder Pedro Sánchez orientieren, sondern an einer alten Wahrheit von Bill Clinton

von Stefan Laurin  28.04.2026