Konflikt

Türkei warnt Israel und Europa

Rund 1000 Kilometer soll die Stromverbindung von Israel nach Zypern und von dort bis zur Insel Kreta (im Bild) umfassen. Foto: dpa

Ankara hat mit einer Verbalnote Griechenland, Israel und die EU davor gewarnt, eine Stromverbindung zwischen Israel und Griechenland auf dem Boden des östlichen Mittelmeers ohne Genehmigung oder Information der Türkei herzustellen. Dies bestätigten am Dienstag Kreise des Athener Außenministeriums, ohne dies weiter kommentieren zu wollen.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu der Türkei berichtete unter Berufung auf diplomatische Quellen, man habe in der Verbalnote deutlich gemacht, dass die Erlaubnis Ankaras eingeholt werden müsse, wenn vor der Umsetzung des Projekts Erkundungen angestellt würden. Seien keine Voruntersuchungen nötig, müsse man die Türkei über die Kabelverlegung und deren Umfang im Voraus informieren.

Die Türkei hat weite Teile des östlichen Mittelmeeres zur eigenen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) erklärt, ohne darüber mit den anderen Anrainerstaaten zu verhandeln.

Bereits am 8. März hatten Israel, Zypern und Griechenland eine für die Energiesicherheit Israels wichtige Absichtserklärung unterzeichnet. Es geht um den Bau einer insgesamt rund 1208 Kilometer langen Stromverbindung von Israel nach Zypern (310 Kilometer) und von dort weiter bis zur griechischen Insel Kreta (898 Kilometer). Damit wird Israel an das europäische Stromnetz angeschlossen sein.

Wenn alles nach Plan verläuft, soll die Stromverbindung bis Ende 2023 fertig sein. Die EU-Kommission hatte das Projekt bereits 2016 genehmigt und beteiligt sich mit 647 Millionen Euro. Das Stromkabel soll eine der längsten Unterwasser-Stromverbindungen der Welt sein. dpa

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Nachrichten

Auszählung, Expats, Einmischung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  28.10.2026

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026