Nahost

Trump kündigt »großartigen« Deal an

Ex-Präsident Donald Trump Foto: imago

US-Präsident Donald Trump hat in Aussicht gestellt, seinen seit Langem erwarteten Friedensplan für den Nahen Osten Anfang nächster Woche vorzustellen. Voraussichtlich werde das noch vor dem Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und dessen Herausforderer Benny Gantz am Dienstag in Washington passieren, sagte Trump am späten Donnerstagabend an Bord der Regierungsmaschine Air Force One auf dem Weg nach Florida. »Wir werden ihn wahrscheinlich kurz vorher veröffentlichen, bevor die beiden kommen.«

Trumps Vizepräsident Mike Pence hatte am Donnerstag bei einem Treffen mit Netanjahu in Jerusalem bestätigt, dass der US-Präsident Netanjahu und Gantz kurzfristig zu Gesprächen ins Weiße Haus eingeladen habe. Bei dem Treffen am Dienstag solle es um »regionale Themen sowie die Aussicht auf Frieden hier im Heiligen Land« gehen, sagte Pence.

wahlkampf Trump selbst erklärte, es sei beispiellos, dass beide Kandidaten gemeinsam ins Weiße Haus kämen. Er sei überrascht und beeindruckt, dass dies mitten im israelischen Wahlkampf geschehe. Sie beide wollten Frieden, sagte der Präsident: »Israel will Frieden. Die Palästinenser wollen Frieden. Sie alle wollen Frieden.«

Bei dem Treffen am Dienstag solle es um »regionale Themen sowie die Aussicht auf Frieden hier im Heiligen Land« gehen, sagte Pence.

Er gab sich überzeugt, dass sein Plan erfolgreich sein könne. Man habe auch »kurz« mit den Palästinensern darüber gesprochen, weitere Gespräche sollten folgen. »Ich bin sicher, sie werden vielleicht zuerst negativ reagieren, aber es ist tatsächlich sehr positiv für sie«, sagte er. »Es ist ein großartiger Plan. Es ist ein Plan, der wirklich funktionieren würde.« Er wünsche sich sehr, diesen »Deal« zu machen, von dem viele sagten, es sei der schwierigste überhaupt. »Ich liebe es, Deals zu machen.«

Der israelische TV-Sender »Channel 13« berichtete unterdessen, Trumps Vorschlag sei so proisraelisch wie kein anderer in der Vergangenheit. So sehe er unter anderem die Einrichtung eines unabhängigen Palästinenserstaates auf 85 bis 95 Prozent des Westjordanlands vor. Das restliche Gebiet solle von Israel annektiert werden, hieß es bei »Channel 13«.

Israel werde jedoch die Sicherheitskontrolle im gesamten Westjordanland behalten, hieß es. Einige Viertel im Ostteil Jerusalems sollten die Hauptstadt der Palästinenser bilden. Die israelischen Siedlungen müssten gemäß dem Vorschlag nicht geräumt werden, aber rund 8000 Siedler in von Israel nicht genehmigten Siedlungs-Außenposten diese verlassen, hieß es.

reaktion Die Palästinenserführung äußerte sich schon vorab sehr ablehnend. Nabil Abu Rudeinah, Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, erklärte am Donnerstag als Reaktion auf das geplante Treffen nächste Woche in Washington: Falls Trumps Deal die bereits abgelehnten Bedingungen enthalte, würden die Palästinenser eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, um ihre legitimen Rechte zu wahren. Israel müsse seiner vollen Verantwortung als Besatzungsmacht nachkommen. Auch einige israelische Politiker äußerten am Donnerstag, sie würden der Einrichtung eines unabhängigen Palästinenserstaates nicht zustimmen.

In den vergangenen Jahren war es vor allem Trump-Schwiegersohn Jared Kushner, der versuchte, eine Annäherung zwischen den Parteien zu erreichen.

In den vergangenen Jahren war es vor allem Trump-Schwiegersohn Jared Kushner, der versuchte, eine Annäherung zwischen den Parteien zu erreichen. 2019 legte Kushner in Bahrain einen Plan vor, um Wirtschaftsinvestitionen in der Region im Wert von 50 Milliarden Dollar anzuschieben, falls die Palästinenser einem US-Friedensplan zustimmen. Die Palästinensische Autonomiebehörde lehnte dies allerdings ab.

Netanjahu sagte am Donnerstag bei seinem Treffen mit Pence, er habe die Idee gehabt, auch Gantz einzuladen: »Ich denke, es ist wichtig, dass wir diese historische Gelegenheit nicht verpassen.« Auch Pence erklärte, er habe die Einladung für Gantz auf Vorschlag Netanjahus ausgesprochen. Der Oppositionsführer habe die Einladung angenommen und werde Netanjahu zum Treffen mit Trump ins Weiße Haus begleiten.  dpa/ja

Westjordanland

Zwei israelische Soldaten sterben bei Terroranschlag

Ron Yonatan Roytman (23) und Yuval Shai Svilem (20) erlagen ihren Verletzungen. Drei weitere IDF-Soldaten wurden in dem Feuergefecht verletzt

 23.10.2026

Terroranschlag bei Hebron

Netanjahu kündigt größte Militäraktion im Westjordanland seit 1967 an

»Die gesamte terroristische Infrastruktur wird aufgespürt und zerstört«, erklärt der Ministerpräsident am Anschlagsort im Westjordanland

 23.10.2026 Aktualisiert

Westjordanland

Terroranschlag nahe Hebron: Was bislang bekannt ist

Bei dem Angriff starben zwei israelische Soldaten, drei wurden verletzt. Die Angreifer konnten getötet werden

 23.10.2026 Aktualisiert

Demokratie

Auf der Zielgeraden

Am 27. Oktober werden die Parteien anhand von Buchstaben auf den Wahlzetteln gewählt. Politische Notizen und Personalien

von Sabine Brandes  23.10.2026

Zeitungsinterview

Ronald Lauder rechnet mit Netanjahu ab: »Er hat Politik über Frieden gestellt«

»Eines der Dinge, die Israel im Vergleich zu anderen Ländern so besonders gemacht haben, war seine echte Demokratie«, so der WJC-Präsident. »Was wir jetzt erleben, erinnert eher an eine Bananenrepublik«

 23.10.2026

Westjordanland

Israel macht Hamas für Anschlag bei Hebron verantwortlich

Drei Menschen wurden bei dem Angriff auf einen Kontrollposten im Westjordanland verletzt, zwei getötet. Die Terroristen sollen der Hamas angehört haben

 23.10.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Angehörige der Opfer des 7. Oktober wollen Wähler an Schicksale erinnern

Zu den Teilnehmern gehört Jochewed Lifschitz, die zusammen mit ihrem Mann Oded nach Gaza verschleppt worden war. Die Hamas ermordete ihn in Geiselhaft

 23.10.2026

Jerusalem

Zehntausende Israelis reisen für die Parlamentswahl aus dem Ausland an

Die Initiative Fly&Vote spielt eine große Rolle. Sie musste sich gegen eine Klage des Likud wehren

 23.10.2026

Westjordanland

Nach Terroranschlag: Israel bereitet Abriegelung des Westjordanlandes vor

An einem IDF-Kontrollpunkt bei Hebron schossen zwei 27-jährige Palästinenser auf Menschen. Bei dem Anschlag wurden mehrere Menschen verletzt. Die beiden Attentäter wurden von Soldaten erschossen

 23.10.2026 Aktualisiert