Israel

Trauer über Anschläge

Jerusalemer gedenken der Opfer der Terroranschläge in Paris. Foto: Flash 90

Die Nachrichten aus Frankreich sind in Israel mit großer Bestürzung aufgenommen worden. Die Morde an den Journalisten von »Charlie Hebdo« und den Menschen in dem jüdischen Supermarkt haben die Bevölkerung geschockt. Vor allem die Gemeinde französischer Juden ist in tiefer Trauer.

Am Abend werden vor den Stadtverwaltungen in Jerusalem und Tel Aviv Gedenkveranstaltungen für die Opfer abgehalten. Regierungschef Benjamin Netanjahu ist derweil auf dem Weg nach Paris, um an der zentralen Veranstaltung in Frankreich teilzunehmen.

Knesset Politiker aller Parteien verurteilten die Anschläge aufs Schärfste. Auch der arabische Abgeordnete in der Knesset, Jamal Zahalka (Balad), machte deutlich: »Ich verurteile jegliche Attacken gegen unschuldige Menschen. Wir müssen gegen den gefährlichem und extremistischem Hass aufbegehren, wie er jetzt in Frankreich in den Büros von Charlie Hebdo und im koscheren Supermarkt gezeigt wurde.«

Netanjahu hatte den französischen Präsidenten Francois Hollande angerufen, um ihm sein Beileid auszusprechen. »Das gesamte israelische Volk steht an eurer Seite. Unser Mitgefühl ist bei den Familien der Opfer«, sagte er. Der Ministerpräsident bot Hollande jegliche Unterstützung an, die das Land benötigen sollte. Er bat zudem darum, die erhöhte Sicherheit für die jüdischen Einrichtungen beizubehalten, auch wenn man zur Routine zurückkehre. Die internationale Gemeinschaft, so der israelische Premier, müsse vereinte Maßnahmen gegen die Terroristen des extremistischen Islams unternehmen und gegen die Infrastruktur der Terrororganisationen vorgehen.

Vor seinem Abflug sagte er: »Ich fliege nach Paris, um an der Demonstration mit den Regierungschefs aus der ganzen Welt teilzunehmen, damit der Kampf gegen den islamistischen Terror neu aufgerollt wird, der die gesamte Menschheit bedroht. Ich rufe bereits seit Jahren dazu auf.«

Alija Auch Vertreter der jüdischen Gemeinde will Netanjahu in Paris treffen, kündigte er an. Dort wolle er sagen, dass jeder französische Jude, der nach Israel immigrieren möchte, mit offenen Armen empfangen wird.

Auch der Chef der Partei Jesch Atid und ehemalige Finanzminister, Yair Lapid, sandte sein Beileid in Richtung Paris. Und erkärte weiter: »Juden werden getötet, weil sie Juden sind und Intellektuelle, weil sie Intellektuelle sind. Das europäische Judentum muss verstehen, dass es nur einen Ort für Juden gibt – und das ist der Staat Israel.«

Mullahs

Iran droht, Israel werde nur noch »verbrannte Erde« sein

Revolutionsgarden sprechen offen über Vernichtung Israels, sollte dessen Energieinfrastruktur angegriffen werden.

von Sabine Brandes  19.10.2026

Westjordanland

Zehn extremistische Siedler nach Gewaltexzess festgenommen

Präsident Isaac Herzog entschuldigt sich bei Opfern. Zugleich fordert eine Menschenrechtsorganisation eine Hotline für Notfälle im Westjordanland

von Sabine Brandes  19.10.2026

Westjordanland

Israels Armee räumt illegale Außenposten im Westjordanland

Als lasch kritisierte Gerichtsurteile gegen radikale Siedler helfen eher Wiederholungstätern als den Sicherheitskräften

 19.10.2026

Belfast

Barack Obama wirft Israel Landraub vor

Der jüdische Staat sei »zu weit gegangen«, sagt der frühere US-Präsident. Die Reaktion der Palästinenser auf die »jüdische Kontrolle über das Gebiet« sei deshalb aus ihrer Sicht nachvollziehbar gewesen

 19.10.2026

Israel

Trump stellt sich vor der Wahl hinter Netanjahu

Neun Tage vor der Parlamentswahl spricht der US-Präsident dem israelischen Ministerpräsidenten seine »volle und uneingeschränkte Unterstützung« aus. Netanjahu bedankt sich prompt

 18.10.2026

Israel

Führung und Verantwortung

Benjamin Netanjahus ehemaliger Militärsekretär erhebt Vorwürfe gegen den Premier

von Sabine Brandes  18.10.2026

Nahost

Bericht: Siedler attackieren EU-Diplomaten im Westjordanland

Maskierte Männer umstellen ein Diplomatenfahrzeug bei der Olivenernte im Westjordanland. Auch eine US-Fotografin wird verletzt

 18.10.2026

Kommentar

Ein Tag der Schande

Die Linkspartei, SPD und Grüne haben ihre Sondierungen beendet. Nun wollen sie in Berlin eine Regierung bilden

von Philipp Peyman Engel  17.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026