Kurznachrichten aus Israel

Trauer, Geisel, Ermittlungen

Edna Sarussi trauert um Hadar Goldin. Foto: Flash 90

Trauer
Elf Jahre lang hat Edna Sarussi auf die Rückkehr ihres Verlobten gewartet. Die ganze Zeit wusste sie, dass Hadar Goldin tot ist. Sie hat ihr Leben weitergelebt, geheiratet und ein Kind bekommen. Doch sie sei »immer noch seine Verlobte«, sagte sie nun im Interview mit Kanal 13. »Ich habe auch ein neues Leben, aber er ist ein Teil davon, und er ist ein Teil von mir. Die Liebe ist ewig. Liebe endet nicht irgendwann.« Wenige Monate nachdem Goldin Sarussi 2014 einen Heiratsantrag gemacht hatte, wurde er im Gazakrieg desselben Jahres getötet und seine Leiche verschleppt. In der vergangenen Woche wurden Goldins sterbliche Überreste an Israel übergeben. Endlich konnten seine Angehörigen ihn beerdigen. Auf der Trauerfeier sprach auch Sarussi.

Geisel
Die Hamas hat am Donnerstag vergangener Woche eine weitere Leiche an Israel übergeben lassen. Nach einer Untersuchung im Forensischen Institut in Tel Aviv habe sich erwiesen, dass es sich um Meny Godard handelt, teilte das Büro des Ministerpräsidenten mit. Godard war 73 Jahre alt, als er am Morgen des 7. Oktober 2023 im Kibbuz Be’eri ermordet und seine Leiche in den Gazastreifen verschleppt wurde. Es befinden sich weiterhin drei tote Geiseln in Gaza.

Ermittlungen
Ein Mann, der im Rahmen umfassender Korruptionsermittlungen gegen den Gewerkschaftsverband Histadrut von der Polizei befragt wurde, hat sich das Leben genommen, wie israelische Medien berichteten. Er war für die Inspektion des Gebäudes zuständig, in dem Histadrut-Chef Arnon Bar-David, einer der Hauptverdächtigen, wohnt. Nach Angaben der ermittelnden Behörden gehe es um den »größten Bestechungsfall in der Geschichte des Staates«. Bar-David habe zusammen mit anderen seine Machtposition und das ihm entgegengebrachte Vertrauen ausgenutzt, um seine eigenen Interessen über die der Gewerkschaft zu stellen, so ein Sprecher der Polizei.

Enttäuschung
Die ehemalige Geisel Rom Braslavski (21) hat scharfe Kritik an der Regierung geübt. Mit eindeutigen Worten klagte er an: »Ich fühle mich von allen Seiten im Stich gelassen.« Vor einem Monat war er gemeinsam mit 19 anderen überlebenden Geiseln im Rahmen eines Waffenstillstands- und Geiselbefreiungsdeals zwischen Israel und der Hamas freigelassen worden. In einem emotionalen Social-Media-Post fasste Bra­slavski seine Frustration in Worte und bezeichnete seine Rückkehr nach Israel als »alles andere als einen Neuanfang«. Er habe »etwa zehn Panikattacken pro Tag. Mit Herzrasen, Schweißausbrüchen, Stottern, Zittern und sogar Schreien und Gewaltanfällen«, weil er das Gefühl habe, seine Probleme würden von Amtsträgern völlig ignoriert. Weder Premier Benjamin Netanjahu noch Minister hätten seit seiner Rückkehr Kontakt zu ihm aufgenommen.

Marathon
In der Wüstenstadt Eilat wird wieder gelaufen. Am 28. November beginnt das Marathonwochenende und dauert bis zum Sonntag. Die Strecke führt durch die Landschaft der südlichen Arava-Wüste, vorbei an den roten Felsen der Edom-Berge bis hinunter zum Golf von Eilat und bietet den Teilnehmern einen einzigartigen Lauf, bei dem sportliche Herausforderung und Naturerlebnis aufeinandertreffen. Es ist das 15. Mal, dass der Marathon mit Tausenden Teilnehmern stattfindet. Wie in jedem Jahr haben sich auch internationale Läufer aus Dutzenden Ländern angemeldet.

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