Tourismus

Totes Meer: »Enttäuschende Sehenswürdigkeit«

Das Tote Meer Foto: copyright (c) Flash90 2025

Ein internationales Ranking der enttäuschendsten touristischen Attraktionen der Welt hat das Tote Meer in Israel und Jordanien auf den zweitschlechtesten Platz gesetzt. Die »Daily Mail« veröffentlichte die Studie des Unternehmens Stasher.

Für viele Menschen vor Ort kommt dieses Urteil nicht überraschend. Gegenüber »ynet« berichten Anlieger von jahrzehntelanger Vernachlässigung, fehlender Infrastruktur am Toten Meer und einem Naturraum, der sich immer weiter zurückziehe.

Besonders deutlich wurde Merav Ayalon aus Ein Gedi, die in der Gegend aufgewachsen ist: »Wir haben uns das hart verdient. Der Staat Israel hat die Region um das Tote Meer jahrzehntelang vernachlässigt«, sagte sie. Südlich ihres Wohnortes sei vom einstigen Ufer kaum etwas übrig: »Dort gibt es keinen Strand und eigentlich kein echtes Totes Meer mehr.«

»Herausfordernd, aber einmalig«

Guy Golan, Boden- und Wasserforscher sowie Betreiber der Tourenfirma »Secrets of the Dead Sea«, bestätigt diese Eindrücke. Auch er wurde von »ynet« zitiert: »Man sieht die Vernachlässigung sehr deutlich«, sagte er. Besucher stünden oft vor verschlossenen Zugängen, fehlenden Wegen und Stränden, die kaum erreichbar seien. Dabei sei die Landschaft »herausfordernd, aber einmalig«.

Lesen Sie auch

Golan führt regelmäßig Gäste aus Israel und dem Ausland durch die Region. Viele kämen wegen beeindruckender Social-Media-Bilder – doch manche dieser Orte existierten längst nicht mehr. Weil der Wasserspiegel weiter zurückgehe, verändere sich die Küstenlinie ständig. »Was es gestern gab, ist heute manchmal schon verschwunden.«

Wer authentische Eindrücke suche, müsse abseits der üblichen Routen unterwegs sein, rät Golan. Die bekannte Hotelzone im Süden sei »nicht das Tote Meer, sondern künstliche Verdunstungsbecken«. Die wirklich ursprünglichen Abschnitte seien weit weniger bekannt und oft nur mit ortskundiger Begleitung erreichbar, da es dort mehr Gefahren durch Senklöcher gebe.

Gute Gesellschaft

Für die schlechte Bewertung des Toten Meeres auf der Stasher-Liste sind zwei weitere Punkte ausschlaggebend: Es ist angeblich schwierig, hinzukommen und die Sicherheit vor Ort ist nach Angaben der Autoren der Studie mangelhaft.

Wie es weitergeht, darüber äußert sich Golan pessimistisch. »Ich sehe nicht, dass jemand entscheidet, Wasser in nennenswertem Umfang zurückzuleiten.« Der Wasserspiegel werde weiter um einen Meter oder mehr pro Jahr sinken, bis ein Gleichgewicht erreicht sei – allerdings auf einem Niveau, das für Freizeitnutzung kaum noch tauge.

Auf der Stasher-Liste der enttäuschendsten Touristenattraktionen befindet sich das Tote Meer in guter Gesellschaft: Der Hollywood Walk of Fame in Los Angeles belegt den ersten Platz, der Große Basar in Istanbul den dritten. Auch die Chinesische Mauer, Machu Pichu in Peru und Disneyland Paris sind auf der wenig ruhmreichen Liste verteten. Deutsche Touristenattraktionen werden nicht erwähnt. im

Holocaust

»Unsere Rache an den Nazis ist, dass wir den Staat Israel haben«

Der Schoa-Überlebende Yehuda Widawski ist mit 107 Jahren gestorben. Jahrzehntelang suchte und restaurierte er jüdische Gräber in Polen

von Sabine Brandes  14.09.2026

Reaktionen

»Ritualmordlegende« - »Pflicht, Fragen zu stellen«: Israel streitet über »Naza«

Während Rechte den Film über den Gaza-Krieg als Verleumdung verurteilen, verteidigen Linke das Recht auf Kritik. Armee weist zentrale Vorwürfe zurück

von Sabine Brandes  14.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  14.09.2026

Dokumentarfilm

IDF übt scharfe Kritik an »Naza« und weist Vorwurf zum angeblich genehmigten Angriff auf 500 Zivilisten zurück

»Die IDF haben niemals einen Angriff geplant, genehmigt oder durchgeführt, bei dem erwartet wurde, dass 500 Zivilisten oder auch nur annähernd so viele getötet werden«, heißt es von der Armee

 14.09.2026

Offener Brief

Javier Bardem und ich

Ich habe dich als neugierig, warmherzig, offen für den Menschen vor dir kennengelernt. Wenn du über Israel sprichst, erkenne ich dich nicht wieder – und sehe nur noch blindwütigen Hass

von Gabriella Meros  13.09.2026

Meinung

Wie London die Verweigerungshaltung der Palästinenser belohnt

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  13.09.2026 Aktualisiert

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026