Eiserne Schwerter

Terroristen aus dem Libanon in Israel

Israelische Panzer an der Grenze zum Libanon Foto: Flash 90

Am Freitag gelangten aus dem Libanon Terroristen nach Israel. Wie die Armee am frühen Nachmittag mitteilte, sei es in der nordisraelischen Stadt Margaliot nahe der Grenze zum Libanon zu einem Schusswechsel zwischen IDF-Truppen und Terroristen der Schiiten-Miliz im Libanon gekommen. Das Militär alarmierte die Bewohner der Stadt und umliegenden Gemeinden, in ihren Häusern zu bleiben. Derweil wird die Stadt Kiriat Schmona mit mehr als 23.000 Einwohnern komplett evakuiert. Israel droht ein Zwei- oder sogar Mehrfrontenkrieg.

Derzeit würden die Truppen die Gegend durchkämmen und nach den Terroristen suchen. Bei einem anderen Zwischenfall hatten drei Hisbollah-Mitglieder versucht, die Grenze zu überqueren. Die IDF gab an, sie aus der Luft beschossen zu haben.

Spannungen an der nördlichen Grenze nehmen zu

Die Behörde für nationales Notfallmanagement des Verteidigungsministeriums und die IDF gaben am selben Tag die Evakuierung der Bewohner der nördlichen Stadt Kiriat Schmona in staatlich subventionierte Gästehäuser bekannt, da die Spannungen an der libanesischen Grenze zunehmen. Und auch im Osten brodelt es: In Jordanien marschierten Demonstranten zum Zaun mit Israel und skandierten: »Macht die Grenze auf.«

Einen Tag zuvor hatte die Hamas von libanesischem Gebiet aus 30 Raketen auf Gemeinden im Norden Israels abgefeuert. Am Freitag flogen Geschosse und Anti-Panzergranaten gegen den israelischen Militärposten Har Dov vom Territorium des nördlichen Nachbarn aus. Einige Zellen der Terrororganisation Hamas, die im Gazastreifen regiert, operieren vom Libanon aus.

Und auch das Regime in Teheran hat offenbar schon einen Plan ausgearbeitet, wie es den jüdischen Staat angreifen will. Das iranische Fernsehen offenbarte seinen Zuschauern: »Israel wird von allen Seiten attackiert werden.« Die schiitischen Milizen im Irak und in Syrien, die Hisbollah im Libanon und die Houthi-Rebellen im Jemen würden einen koordinierten Angriff mit Raketenbeschuss und Angriffsdrohnen starten, um eine Belagerung Israels herbeizuführen. »Niemand wird die Kräfte des Widerstands aufhalten«, sagte Irans Oberster Führer Ayatollah Khamenei in der Sendung.

Der Iran behauptet, die Houthi hätten Raketen mit einer Reichweite von etwa 2000 Kilometern, die Hisbollah verfüge über fortschrittliche Raketen, die israelische Marineschiffe und die Metropole Tel Aviv angreifen könnten. In dem Bericht heißt es zudem, dass pro-iranische Milizen im syrischen Teil der Golanhöhen verschanzt seien. »Ein solcher Angriff könnte innerhalb weniger Tage beginnen, wenn die Forderungen des Obersten Führers, die israelischen Angriffe auf Gaza zu stoppen, ignoriert werden.«

»Israel wird von allen Seiten attackiert werden.«

Irans Oberster Führer Ayatollah Khamenei

Der iranische Bericht über den möglichen Mehrfrontenangriff auf Israel kommt, während sich US-amerikanische Flugzeugträger und Militärschiffe in der Region, einschließlich des Arabischen Golfs und des östlichen Mittelmeers, sammeln. Am frühen Donnerstag hatte ein Kriegsschiff der US-Marine drei Marschflugkörper und mehrere Drohnen abgefangen, die von der mit dem Iran verbündeten Houthi-Bewegung vom Jemen aus möglicherweise in Richtung Israel abgefeuert wurden, teilte das Pentagon mit. Es wird angenommen, dass die Raketen für Israel bestimmt waren.

Währenddessen nimmt die Sorge im Norden des Landes zu. Der staatliche Rechnungsprüfer Matanyahu Englman hatte am Mittwoch öffentlich gemacht, dass es gravierende Mängel bei der Vorbereitung der Städte und Gemeinden im Norden gebe. »Wir brauchen staatliches Engagement, um diese Schutzräume und Luftschutzbunker entlang der Konfrontationslinien im Norden und Süden nutzbar zu machen«, forderte Englman und sagte, dies müsse »sofort« geschehen.

Schlechte Zustände bestehender Bunker und Überlastung der Sicherheitsteams

Er berichtete neben einem generellen Mangel an angemessenen Luftschutzbunkern auch über schlechte Zustände bestehender Bunker und über die starke Überlastung der in der Region tätigen zivilen Sicherheitsteams. Diese komplett freiwilligen Mitglieder, die für den Schutz kleiner Gemeinden sorgen, könnten derzeit nicht ihrer gewöhnlichen Arbeit nachgehen, da sie aufgrund der wiederholten Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon gegen Israel fast ständig dafür im Dienst sind. Sein Büro versuche nun, diese Freiwilligen offiziell in die IDF-Reserven einzuziehen, damit sie ein Gehalt von der Armee erhalten.

Es mangele auch an Ausrüstung und Waffen. Einigen zivilen Sicherheitsteams in Gemeinden an der Grenze zu Gaza war es am 7. Oktober gelungen, Hamas-Terroristen abzuwehren und zahlreiche Leben zu retten. Andere jedoch hatten keine Chance, da sie nur völlig unzureichend bewaffnet waren. Die Behörden hatten in den vergangenen Jahren vielen Teams ihre Sturmgewehre entzogen, weil es weit verbreitete Diebstähle in der Region gab. So konnten sie die überraschenden und verheerenden Terroranschläge nicht abwehren.

Israel-Hasserin El Hissy

Jüdische Gemeinde Frankfurt übt scharfe Kritik am Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die Hintergründe

 04.09.2026

Bildung

Fragt mich!

Der deutsch-israelische Psychologe Ahmad Mansour besucht regelmäßig Schulen. Hier erzählt er, wie aus Sprachlosigkeit ein offener Austausch über Antisemitismus, Israel und den Nahostkonflikt entstehen kann

von Ahmad Mansour  04.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  04.09.2026

Jerusalem

Netanjahu: Sturz des Regimes im Iran »zentrale Mission« Israels

»Ich bin zuversichtlich, dass wir in der Lage sind, diese Bedrohung ein für alle Mal zu beseitigen«, sagt der Ministerpräsident

 04.09.2026

Knesset-Wahlen

Ein Wegweiser durch den Dschungel der israelischen Politik

Am 27. Oktober wählt Israel. Sie wollen mitreden, aber können die Parteien nicht auseinanderhalten? Willkommen im Klub. Die Israelis können es auch nicht

von Guy Katz  04.09.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 04.09.2026

Interview

»Die meisten arabischen Staaten wollen, dass Israel gewinnt«

Dan Schueftan gilt als wichtigster israelischer Sicherheitsexperte. Er sieht Jerusalem so stark wie nie zuvor – und Europa auf einem ideologischen Irrweg

von Detlef David Kauschke  03.09.2026

Umfrage

Umfrage: Netanjahu-Lager holt auf, beide Blöcke bei 53 Mandaten

Noch vor einer Woche hatte dieselbe Umfrage ein deutlich anderes Bild ergeben. Damals lag die Opposition mit 57 Sitzen vorn

 03.09.2026

Missbrauch

Razzia gegen Kinderehen

Die Polizei ermittelt gegen eine strengreligiöse sektenähnliche Gruppe wegen illegaler Hochzeiten von Minderjährigen

von Sabine Brandes  03.09.2026