Nahost

Terror-Kommandeur getötet, Sirenen heulen in Nord-Israel

Am Montag verursachte eine aus Gaza abgefeuerte Terror-Rakete erheblichen Sachschaden im zentralisraelischen Kfar Habad. Bewohner wurden gefährdet. Foto: copyright (c) Flash90 2024

In Galiläa ertönten am frühen Dienstagmorgen aufgrund anfliegender Terror-Raketen aus dem Libanon abermals die Sirenen. Betroffen waren mehrere Gemeinden in der Nähe der nördlichen Grenze. Ob Menschen zu Schaden kamen oder ob Sachschäden verzeichnet wurden, war am späteren Morgen noch unklar.

Die israelischen Streitkräfte (IDF) erklärten, der Chef des logistischen Hauptquartiers der Hisbollah, Suhail Hussein Husseini, sei am Montag durch einen Luftangriff in Beirut umgekommen. Husseini war demnach auch für die Budgets diverser Einheiten der Terrororganisation verantwortlich. Auch war er Teil deren »Dschihad-Rat«, dem höchsten Militär-Gremium der Hisbollah.

Ein Jahr nach dem Massaker vom 7. Oktober hat sich unterdessen der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu siegesgewiss gezeigt. »Gemeinsam werden wir weiter kämpfen, und gemeinsam - mit Gottes Gnade - werden wir siegen«, sagte er in einer Videobotschaft. Gleichzeitig feuerte die Terrororganisation Hisbollah nach Angaben der IDF 190 Geschosse auf Israel. Die israelische Luftwaffe flog ihrerseits Dutzende Angriffe auf Terror-Ziele im Libanon.

Gedenken an die Terroropfer

»Wir haben die Kriegsziele festgelegt und wir erreichen sie«, versprach der israelische Regierungschef Netanjahu. Diese seien: Die Herrschaft der Hamas zu brechen, alle Geiseln nach Hause zu bringen, jede künftige Bedrohung aus dem Gazastreifen unmöglich zu machen und eine sichere Rückkehr der Bewohner des Südens und des Nordens in ihre Häuser zu ermöglichen.

Bei Veranstaltungen am ersten Jahrestag des schlimmsten Massakers in der Geschichte des Staates Israel gedachten Menschen in Tel Aviv der Opfer. Viele weinten bei einer Zusammenkunft von Angehörigen im Jarkon-Park, hielten sich in den Armen und trugen Fotos der Getöteten und Verschleppten.

Für die noch als Geiseln im Gazastreifen festgehaltenen 97 Israelis stiegen Ballons auf. Tausende riefen immer wieder das Wort »achschaw«, was auf Hebräisch »jetzt« heißt und für die Forderung nach der sofortigen Freilassung der Verschleppten steht, was die Hamas-Terroristen jedoch ablehnen.

Warnung an Zivilisten

Immer wieder wurde jedoch auch eine Untersuchung gefordert, wie die Sicherheitskräfte vor einem Jahr so überrumpelt werden konnten. Regierungschef Netanjahu wurde vorgeworfen, einen Waffenstillstand im Gaza-Krieg und damit die Freilassung der Geiseln verhindert zu haben.

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Vor dem geplanten Einsatz der Marine verhängten die israelischen Streitkräfte eine Blockade über die südliche Mittelmeerküste des Libanons. In einer auf Arabisch veröffentlichten Mitteilung wird die Zivilbevölkerung davor gewarnt, sich an Stränden aufzuhalten oder mit Booten aufs Meer zu fahren, da die israelische Marine dort Kampfeinsätze plane.

Ein Aufenthalt am Strand oder auf dem Meer sei bis auf Weiteres »lebensgefährlich«, erklärte das Militär auf der Plattform X. Die Warnung gelte für die gesamte Küste südlich der Mündung des Awali-Flusses bei Sidon. Dieser Abschnitt bis zur faktischen Grenze mit Israel ist etwa 60 Kilometer lang.

Harris über Netanjahu

Die Hisbollah reklamierte Medienberichten zufolge einen Raketenangriff auf eine Militärbasis nahe dem Hauptquartier des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad für sich. Die Attacke habe dem Stützpunkt der Fernmeldeaufklärungseinheit Unit 8200 bei Tel Aviv gegolten, berichteten israelische Medien.

Die Basis liege neben dem Mossad-Hauptquartier. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte wurden bei dem Angriff fünf Raketen abgefeuert. Einige wurden demnach abgefangen, andere gingen im offenen Gelände nieder.

Die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris wich derweil bei der Frage nach der Verlässlichkeit von Israels Regierungschef Netanjahu einer klaren Antwort aus. »Ich denke, bei allem Respekt, die bessere Frage ist: Gibt es ein wichtiges Bündnis zwischen dem amerikanischen Volk und den Israelis? Und die Antwort auf diese Frage ist ja«, sagte Harris in der Politik-Sendung »60 Minutes«.

Humanitäre Zonen

Harris sagte weiter, dass die Arbeit der US-Regierung mit Israels Regierung auf diplomatischer Ebene ein »ein ständiges Bemühen um die Verdeutlichung unserer Grundsätze« sei. Sie fügte hinzu, Israel habe das Recht, sich zu verteidigen. Es komme aber darauf an, wie Israel das tue. »Es sind schon viel zu viele unschuldige Palästinenser getötet worden. Dieser Krieg muss beendet werden.«

Tatsächlich versuchen die IDF, die Bewohner Gazas und des Libanons zu schützen, indem sie sie jeweils vor Angriffen gegen den Terror warnen. In Gaza richtet das Militär Fluchtrouten und humanitäre Zonen ein, während es versucht, Hilfslieferungen vor Terroristen zu schützen, die diese gewinnbringend weiterverkaufen wollen.

Israel wurde auch in diesen Krieg hineingezogen. Die vom Iran finanzierten Terrororganisationen Hamas und Hisbollah wollen Israel vernichten. Die Hamas wurde weitgehend besiegt, schaffte es aber dennoch, Israel erneut mit Raketen anzugreifen. In Galiläa konnten nicht alle Terror-Raketen abgefangen werden. Es kam zu Sachschäden in Kfar Habad. ja/dpa

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