Terror

Soldat im Gazastreifen entführt

Israelische Soldaten vor einem Tunnelschacht Foto: IDF

Verzweifelt suchen die Soldaten nach ihrem Kameraden. In den Morgenstunden des 25. Tages der Militäroperation »Protective Edge« ist ein Israeli von Hamas-Terroristen entführt worden. Es handelt sich um Unterleutnant Hadar Goldin. Bei dem 23-Jährigen aus Kfar Saba soll es sich um einen entfernten Cousin von Verteidigungsminister Moshe Ya‘alon handeln. Goldin wurde als Sohn britischer Immigranten in Israel geboren. Zwei seiner Kameraden, deren Namen noch nicht bekannt gegeben wurden, wurden bei der Entführung getötet.

Während die Hamas angibt, der Soldat sei bereits vor dem Beginn der Waffenruhe verschleppt worden, gibt die israelische Armee an, die Attacke habe um 9.30 Uhr in der Nähe von Rafah stattgefunden, also anderthalb Stunden nach Beginn der Feuerpause. Die war von Israel und der Hamas nach einem Vorschlag der USA und der EU akzeptiert worden. Je mehr Details ans Licht kommen, desto mehr wird indes klar, dass die Waffen nicht einmal eine Stunde lang schwiegen.

Tunnel Die israelische Armee teilte über ihren Sprecher mit, sie suche intensiv und mit geheimdienstlichen Mitteln, um den vermissten Soldaten zu finden. Der Armeekorrespondent des israelischen Rundfunks »Kol Israel« berichtete, Moussa Abu Marzouk, der stellvertretende Chef des Politbüros der Hamas in Kairo, habe die Entführung eines israelischen Offiziers bereits zugegeben.

Laut Online-Ausgabe der »Jerusalem Post« kamen kurz vor der mutmaßlichen Entführung mehrere Bewaffnete im Süden des Gazastreifens »aus einem Tunnelschacht heraus«. Ein Selbstmordattentäter habe sich selbst in der Nähe der Soldaten in die Luft gesprengt. Nach einem heftigen Gefecht sei einer der Israelis gekidnappt worden.

Eskalation Der Knessetabgeordnete Omer Bar-Lev (Arbeitspartei), einst Kommandant der Eliteeinheit Sajeret Matkal, erklärte, dass die Armee nun tief in Rafah im Gazastreifen aktiv sei. Sie suche nach dem Entführten, durchkämme jedes Haus und werde eventuell sogar die gesamte Gegend komplett abriegeln.

Israelische Regierungsquellen machten in den Medien die Hamas für das Ende der Feuerpause verantwortlich. »Es ist klar, dass die Hamas wieder einmal einen humanitären Waffenstillstand gebrochen hat. Sie hat weder ihre Versprechungen an die Vereinten Nationen noch an die USA gehalten.«

Während Israel hofft, dass der Soldat so schnell wie möglich gefunden wird, erklären Experten, dass eine Entführung für die Hamas einen großen Erfolg darstellen würde. Außerdem bringe sie eine »Eskalation des gesamten Konfliktes« mit sich.

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