Naher Osten

So kann die Bundeswehr Israel im Ernstfall helfen

Die Fregatte »Brandenburg« ist als Teil der UN-Mission »Unifil« vor der Küste Libanons im Einsatz Foto: picture alliance/dpa

Nach dem CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter fordert auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, dass Deutschland im Falle eines Krieges zwischen Israel und Iran dem jüdischen Staat militärisch beistehen sollte.

Wie der Angriff auf Israel aussehen wird, ist noch unklar. Fest steht nur, dass der oberste Führer des Mullah-Regimes, Ayatollah Ali Chamenei, einen direkten Angriff befohlen hat. Doch wie könnte die Bundeswehr, die selbst mit Personalmangel und knapper oder sogar kaputter Ausrüstung kämpfen muss, Israel im Kampf gegen den Iran helfen?

»Wir wissen noch nicht, was für eine Art Attacke es sein wird, aber selbst wenn der Iran nur militärische Ziele angreift, ist mit Verwundeten zu rechnen«, äußert sich Carlo Masala über die aktuelle Situation gegenüber der Jüdischen Allgemeinen. Der Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr in München ist sicher: »Deutschland könnte Israel deshalb vor allem im Sanitätsbereich Hilfe anbieten.«

Carlo MasalaFoto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Als der Iran am 13. April Israel erstmals mit rund 200 Drohnen und Raketen angriff, half die Bundeswehr bei der Verteidigung im Hintergrund – eine Rolle, die sie wiederholen könnte. »Es ist möglich, dass Deutschland Luftbetankung für israelische oder westliche Kampfjets anbietet. Die Bundeswehr hat schon im April französische Rafale-Kampfjets betankt, bevor die mitgeholfen haben, den ersten direkten Angriff des Iran auf Israel abzuwehren«, so Masala.

Der Bundesregierung zufolge brauchte die Luftbetankung französischer Kampfjets Anfang April nicht die Zustimmung des Bundestags, weil sie bereits Teil der Mission »Operation Inherent Resolve« (OIR) ist. Der Bundestag erteilte 2014 das bis heute geltende Mandat für den Einsatz, um die Terroristen des Islamischen Staates in Syrien und im Irak zu bekämpfen.

»Es ist auch möglich, dass Deutschland Eurofighter entsendet, die dann Aufklärungs- oder Abfangmissionen fliegen«, erklärt Carlo Masala. Dafür bräuchte es aber ein Mandat des Bundestags. »Die Bundesregierung könnte einen sofortigen Einsatz wohl kaum damit rechtfertigen, dass Gefahr im Verzug sei, weil keine deutschen Staatsbürger von der Eskalation betroffen sind«, so Masala.

Lesen Sie auch

Auch zur See könnte Deutschland helfen. Denn: Die Marine patrouilliert mit der Fregatte »Brandenburg« bereits im Rahmen einer Mission der Vereinten Nationen (Unifil) vor der Küste des Libanon. »Die Frage ist auch, was mit der Unifil-Mission passiert, wenn Israel in den Libanon einmarschieren sollte. Die Fregatte ›Brandenburg‹ ist im Rahmen der Mission im Einsatz und könnte Begleitschutz für die israelische Marine bieten, aber auch dafür bräuchte es ein Bundestagsmandat.«

Geiselverhandlungen

Israels geheimer Draht zur Hamas

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Geheimdienstes Schin Bet enthüllt in einem Interview erstmals direkte Gespräche mit der Führung der Terrororganisation nach dem 7. Oktober 2023

von Sabine Brandes  30.08.2026

Westjordanland

Auslandspresseverband in Israel fordert Schutz für Journalisten

Gewalttätige Siedler attackieren US-Journalisten im Westjordanland – der Auslandspresseverband warnt vor einem gefährlichen Trend

 30.08.2026

Knesset-Wahlen

Ein Wegweiser durch den Dschungel der israelischen Politik

Am 27. Oktober wählt Israel. Sie wollen mitreden, aber können die Parteien nicht auseinanderhalten? Willkommen im Klub. Die Israelis können es auch nicht

von Guy Katz  30.08.2026

Jerusalem

Geheimdienst: Netanjahus Sohn wegen Bedrohung aus USA zurück

Netanjahu hatte von iranischen Mordplänen gegen einen seiner Söhne gesprochen. Der Inlandsgeheimdienst bestätigt nun, Jair sei wegen einer akuten Bedrohung aus den USA nach Israel zurückgekehrt

 30.08.2026

Jerusalem

Netanjahu verurteilt Gewalt radikaler Siedler im Westjordanland

In Kusra belagern radikale Siedler seit drei Wochen mehrere Häuser palästinensischer Einwohner. Erstmals hat sich nun der Ministerpräsident dazu geäußert

 30.08.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 28.08.2026

Birmingham

Ermittlungen gegen früheren Polizeichef wegen Ausschluss israelischer Fußballfans

Der Ausschluss von Anhängern des israelischen Fußballclubs Maccabi Tel Aviv bei dessen Auswärtsspiel im November vergangenen Jahres in Großbritannien hat ein Nachspiel

 28.08.2026

Vereinte Nationen

Generalsekretär Guterres: UN-Sonderberichterstatter »völlig außer Kontrolle« in Bezug auf Israel

Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres hat die extreme Einseitigkeit einiger UN-Sonderberichterstatter bezüglich des jüdischen Staates eingeräumt. Eine allgemeine Voreingenommenheit der UNO gegenüber Israel sieht er aber nicht

 28.08.2026

7. Oktober

»Sie aßen Kuchen – als ob kein Skelett neben ihnen läge«

Die ehemalige israelische Geisel Evyatar David erzählt erstmals einem internationalen Sender vom Hunger, der Gefangenschaft in den Terrortunneln der Hamas und wie es ihm heute geht

von Sabine Brandes  27.08.2026