WhatsApp

Skandal um Hacker-Attacke

Foto: imago images / onw-images

Eine israelische Firma für hoch entwickelte Hacker-Werkzeuge ist im Visier der US-Behörden. Facebook zerrt das Unternehmen NSO Group mit Sitz in Herzliya vor ein amerikanisches Gericht, weil es für das Ausspionieren von rund 1400 WhatsApp-Nutzern verantwortlich sein soll. Auch die Regierung Israels wurde in diesem Zusammenhang genannt, bestreitet jedoch, etwas mit dem Skandal zu tun zu haben.

Die verschlüsselte Textnachrichten-App WhatsApp gehört zu Facebook und war im April und Mai dieses Jahres unter Beschuss von Spyware gekommen. Ein Defekt im Programm sei ausgenutzt worden, um die Nutzer mithilfe von NSO-Technologie auszuspionieren, erläuterte der Social-Media-Gigant zu den Vorwürfen. Das Gerichtsverfahren wird das erste seiner Art überhaupt sein und juristisch komplett neues Terrain beschreiten.

verbündete »Mindestens 100 Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und andere Mitglieder der Zivilgesellschaft in der ganzen Welt waren im Visier«, schrieb die Zeitung »Washington Post«. Dazu seien Diplomaten, politische Oppositionelle sowie Regierungsmitarbeiter und Militärangehörige in 20 Ländern bespitzelt worden. Bei allen Staaten handelt es sich um Verbündete der USA.

NSO Group bestreitet die Vorwürfe vehement und hat vor, sich rechtlich zur Wehr zu setzen. Das Unternehmen betont, seine Hacking-Instrumente ausschließlich an Regierungen zu verkaufen, »denn der einzige Zweck von NSO ist der, Technologie an lizenzierte Geheimdienst- oder Strafverfolgungsbehörden zu übergeben, damit diese Terrorismus und schwere Kriminalität bekämpfen können«. Die Technologie sei nicht dafür designt oder lizenziert, um gegen Menschenrechtsaktivisten oder Journalisten vorzugehen.

Facebook beharrt auf seinen Annahmen und fordert, dass NSO der Zugang zu sämtlichen Dienstleistungen sowie Systemen von Facebook verweigert wird.

Die israelische Regierung machte ebenfalls klar, nichts mit dem Hacker-Vorfall zu tun zu haben. Sicherheitsminister Zeev Elkin sagte in einem Radio-Interview, dass er in dem Geschehen keinen politischen Fallout sehe. »Es ist wahr, dass Leute Dinge tun, die nicht erlaubt sind. Ich habe keine Möglichkeit festzustellen, ob jemand tatsächlich etwas Verbotenes getan hat. Doch wenn es so ist, dann gibt es dafür das Gerichtssystem hierzulande und in anderen Ländern.«

einmischung NSO sei ein privater Spieler, der die Möglichkeiten nutzt, die Israelis haben. »Tausende von Leuten sind im Cyberbereich unterwegs. Aber es gibt keine Einmischung der israelischen Regierung. Jeder versteht, dass dies nichts mit dem Staat Israel zu tun hat.«

Facebook beharrt auf seinen Annahmen und fordert, dass NSO der Zugang zu sämtlichen Dienstleistungen sowie Systemen von Facebook verweigert wird. Außerdem wird eine Entschädigung in nicht bekannter Höhe verlangt.

Jerusalem

Werden die Wahlen in Israel vorgezogen?

Likud-Ministerin Gila Gamliel schlägt im Radio Ende Juni oder Anfang Juli als Tag vor

von Sabine Brandes  05.03.2026

Nahost

Iran greift Golfstaaten an

Mehr als 1.000 mutmaßlich iranische Drohnen wurden in den vergangenen Tagen allein von den Vereinigten Arabischen Emirate entdeckt. Auch im Irak gab es Einschläge. Ein Ende der Angriffe ist bisher nicht in Sicht

 05.03.2026

Iran

Schah-Sohn attackiert mögliche Ajatollah-Nachfolger

Der einflussreiche iranische Oppositionspolitiker Pahlavi erklärt die Suche nach einem neuen Religionsführer für aussichtslos. Der 65-Jährige bringt sich erneut als Übergangsfigur ins Spiel

 05.03.2026

Nahost

Das falsche Pferd im Libanon

Geschwächt und unter Druck im eigenen Land versucht die schiitische Terrormiliz Hisbollah, sich vom Iran zu distanzieren

von Sabine Brandes  05.03.2026

Nahost

Neuer Raketenangriff Irans auf Israel - Sirenen in Tel Aviv

Das Teheraner Regime greift den jüdischen Staat weiterhin an. Ein Passagierflugzeug musste laut einem Medienbericht den Landeanflug abbrechen, als Raketen ankamen

 05.03.2026

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Krieg gegen Iran

Selbst im linken Lager liegt die Zustimmung noch bei 76 Prozent. Unter israelischen Arabern ist die Zustimmung weitaus geringer

 05.03.2026

Verstrickungen

Geschäfte mit einem Mörderregime

Wie ein iranischer Banker ein europäisches Immobilienimperium aufbaute – inklusive Hilton-Hotels in Deutschland

von Philip Plickert  05.03.2026 Aktualisiert

Interview

»Es ist ein gerechter Krieg«

Oppositionsführer Yair Lapid unterstützt die Präventivschläge Israels und der USA gegen den Iran

von Sabine Brandes  05.03.2026

USA

»Amerika gewinnt: entschlossen, verheerend und ohne Gnade«

Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, dass die USA sich alle nötige Zeit nehmen würden, um den Krieg zu gewinnen

 05.03.2026