Nachruf

Siedler und Friedensaktivist

Rabbi Menachem Fruman sel. A. Foto: Flash 90

Rabbiner Menachem Fruman, eine der schillerndsten Figuren Israels, ist am Montag im Alter von 68 Jahren an Krebs gestorben. Fruman war Mitgründer der Siedlerbewegung Gusch Emunim, Friedensaktivist, Freund von Jassir Arafat und des geistigen Führers der Hamas-Bewegung, Scheich Ahmad Jassin. Der Vater von zehn Kindern lebte in der Siedlung Tekoa bei Bethlehem im Westjordanland und starb in seinem eigenen Haus.

Anders als Kritiker der Siedlerbewegung sah Fruman Tekoa nicht als Hindernis auf dem Weg zum Frieden. Vielmehr seien die Siedlungen »wie die Finger einer ausgestreckten Hand zum Frieden mit den Palästinensern, Berührungspunkte zwischen Juden und Palästinensern«. Je mehr Finger, desto mehr Frieden werde es geben.

Denker Fruman war ein eigenwilliger Denker: Das Heilige Land sei »das Land Gottes und nicht das Land von Menschen. Man kann deshalb nicht sagen, ein Mensch nehme dem anderen Land weg. Denn die Menschen sind nicht die Eigentümer dieses Landes, weder der Jude noch der Araber oder der Christ.

Wir sind alle nur Gäste im Lande Gottes.« Nach Ansicht des verstorbenen Rabbiners hat sich die Idee des Nationalstaates überlebt: Sie sei »eine der schlechteren Ideen der Menschheit, schuld an viel Leid, darunter den sechs Millionen Ermordeten meines Volkes«.

Staatspräsident Schimon Peres schickte der Familie ein Beileidsschreiben: »Rabbi Fruman war ein ungewöhnlicher Mensch mit tiefem Glauben an die Tora und an den Frieden ... Er fand stets Wege in die Herzen bitterer Feinde und harter Gegner.«

Gesellschaft

Exodus der Ärzte

Studie: Seit 2023 haben rund 1370 Mediziner Israel verlassen, darunter zunehmend erfahrene Fachärzte

von Sabine Brandes  06.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  06.09.2026

Jerusalem

Israels Sicherheitsrat: Weltweite Reisewarnung für die jüdischen Feiertage

Die Behörde warnt vor gezielten Anschlägen durch extremistische Gruppen und Einzeltäter auf Juden und Israelis. Von Reisen in zahlreiche arabische und an den Iran grenzende Staaten wird dringend abgeraten

 06.09.2026

Jerusalem

Oberstes Gericht kippt Festnahmeverbot für ultraorthodoxe Wehrdienstverweigerer

Das im Sommer verabschiedete Moratorium verstößt nach Ansicht der Richter gegen den Gleichheitsgrundsatz. Der Staat dürfe bei der Strafverfolgung keine unzulässigen Ausnahmen machen

 06.09.2026

Kommentar

Warum es eine Brandmauer gegen die Linkspartei braucht

Wenn eine Brandmauer nur auf einer Seite steht, brennt es von der anderen rein. Über diese offene Seite müssen wir reden

von Nelly Eliasberg  06.09.2026

Israel-Hasserin El Hissy

Jüdische Gemeinde Frankfurt übt scharfe Kritik am Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die Hintergründe

 04.09.2026

Bildung

Fragt mich!

Der deutsch-israelische Psychologe Ahmad Mansour besucht regelmäßig Schulen. Hier erzählt er, wie aus Sprachlosigkeit ein offener Austausch über Antisemitismus, Israel und den Nahostkonflikt entstehen kann

von Ahmad Mansour  04.09.2026

Jerusalem

Netanjahu: Sturz des Regimes im Iran »zentrale Mission« Israels

»Ich bin zuversichtlich, dass wir in der Lage sind, diese Bedrohung ein für alle Mal zu beseitigen«, sagt der Ministerpräsident

 04.09.2026

Knesset-Wahlen

Ein Wegweiser durch den Dschungel der israelischen Politik

Am 27. Oktober wählt Israel. Sie wollen mitreden, aber können die Parteien nicht auseinanderhalten? Willkommen im Klub. Die Israelis können es auch nicht

von Guy Katz  04.09.2026