Israel

Schickte der Iran Geisel-Angehörigen grausamen Trauerkranz?

Ein Poster von Liri Albag mit der Aufschrift »Bring her home now!« (»Bringt sie jetzt nach Hause!«) Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Israel

Schickte der Iran Geisel-Angehörigen grausamen Trauerkranz?

Davon geht der Inlandsgeheimdienst Shin Bet aus

von Nils Kottmann  07.04.2024 15:42 Uhr

Die Familie von Liri Albag (19) ist eine der prominentesten Stimmen in der Bewegung zur Befreiung der Geiseln. Die Soldatin wurde am 7. Oktober in den Gazastreifen verschleppt. Vergangene Woche legten Unbekannte einen Blumenkranz mit einer äußerst grausamen Botschaft vor die Haustür der Angehörigen.

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»Möge ihre Andenken ein Segen sein, wir alle wissen, dass das Land wichtiger ist«, stand darauf. Ein Sicherheitsmann fand den Trauerkranz und brachte ihn zur Polizei, damit die Familie die grausige Entdeckung nicht machen musste. »Ich habe fürchterlich geweint. Wie in aller Welt können Menschen der Familie einen Trauerkranz schicken, wenn wir wissen, dass sie am Leben ist?«, sagte Liris Schwester Roni dem Nachrichtenportal »Walla«.

Liri Albag wurde wie eine Sklavin gehalten

Der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet geht davon aus, dass das Mullah-Regime im Iran dahinter steckt. Nach einer ersten Untersuchung sehe es danach aus, dass »die Entitäten hinter der Lieferung des Kranzes mit hoher Wahrscheinlichkeit iranische Agenten sind«, heißt es in einer Mitteilung. Die Untersuchungen würden aber noch andauern.

Die israelischen Behörden gehen ebenfalls davon aus, dass Liri Albag noch am Leben ist. Erst kürzlich offenbarte Liris Mutter und ihre Schwestern in einem Interview mit der »Daily Mail«, dass sie zu Beginn ihrer Gefangenschaft bei einer palästinensischen Familie im Gazastreifen leben musste. Dort sei Liri den Berichten von freigelassenen Geiseln zufolge gezwungen worden, zu kochen und die Toiletten zu putzen, während sie sich von Essensresten ernähren musste.

Israelische Soldaten stießen in einem der Kinderzimmer auf eine Blutspur von Liri Albag, die anhand von DNA-Proben zweifelsfrei zugeordnet werden konnte. In dem Raum seien auch andere Geiseln gefangen gehalten worden. Als die ersten von ihnen im November freigelassen wurden, sei sie schon in einen der Terror-Tunnel der Hamas verbracht worden.

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