Nachrichten

Schafe, Bahn, Schmuggel

Schafe auf dem Golan Foto: Flash 90

Schafe
In den letzten Tagen wurden auf den Golanhöhen im Norden Israels 86 Schafe tot aufgefunden, nachdem sie offenbar eine giftige Pflanze gefressen hatten. Es wird angenommen, dass die Tiere Rauen Spitzklee gefressen haben, eine giftige Dornenpflanze. »Ich habe noch nie in meinem Leben so etwas Schreckliches gesehen«, sagte der Schafhirte. Alle Behandlungen seien nutzlos gewesen. Erst vor etwa fünf Jahren entdeckten Forscher die Gefahr, als Schafe auf Weideflächen starben. Zunächst glaubten sie, dass die Toxizität nur in den frühen Wachstumsstadien der Pflanze hoch sei. Doch aufgrund des Klimawandels könne es möglich sein, dass der Raue Spitzklee wegen der extremen Temperaturschwankungen sowie den Veränderungen der Wasser- und Bodenzusammensetzung auch in einer späteren Phase noch gefährlich ist, erläutert Oded Cohen vom Forschungsins­titut Shamir.

Bahn
Bald soll sie fahren: die Nofit-Stadtbahn. Das Großprojekt, das die Region Haifa mit der Stadt Nazareth verbindet, werde erhebliche sozioökonomische Auswirkungen auf Nordisrael haben, lassen die Gemeinden wissen. Jetzt haben verschiedene Unternehmensgruppen Angebote für den letzten Abschnitt der Ausschreibung eingereicht, die vom Ministerium für Verkehr herausgegeben wurde. Vier Konsortien aus Israel, Frankreich und Spanien bewarben sich. Der Gewinner der Ausschreibung wird alle Eisenbahnsysteme des Projekts entwerfen, bauen, liefern und installieren, Triebwagen beschaffen sowie die Stadtbahn 25 Jahre lang betreiben und warten. Die Arbeiten dafür sollen im nächsten Jahr beginnen, die Bahn soll ab 2028 fahren.

Schmuggel
Eine Frau wurde auf dem Ben-Gurion-Flughafen bei dem Versuch ertappt, Dutzende Schlangen und andere Reptilien ins Land zu schmuggeln, teilte die israelische Polizei mit. Darunter sei eine gefährliche Anakonda gewesen. Die etwa 30-jährige Bewohnerin von Ramat Gan wurde Anfang dieser Woche nach ihrer Ankunft mit einem Koffer voller Socken und Stofftaschen angehalten und festgenommen. In dem Stoff zappelten mehr als 70 Reptilien. Neben der illegalen Einfuhr der Tiere ins Land steht sie auch im Verdacht, gegen Tierschutzgesetze verstoßen zu haben. Alle Tiere wurden der israelischen Natur- und Parkbehörde übergeben.

Posten
Der Likud-Abgeordnete David Amsalem, der als Minister im Justizministerium fungiert, hat Berichten in israelischen Medien zufolge den Leiter der Antirassismus-Koordinierungseinheit der Regierung vor Ablauf seiner Amtszeit entlassen. Aweke »Kobi« Zena, ein Anwalt, der den Posten seit 2016 innehatte, wurde vor zwei Wochen über seine Kündigung informiert, nachdem er von einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf zurückgekehrt war. Amsalem behauptet, der Posten sei lediglich auf sechs Jahre befristet gewesen, Beamte des Justizministeriums sagten der Presse jedoch, dass Ämter wie jenes von Zena normalerweise acht Jahre besetzt werden. Der Likud-Politiker gab an, er beabsichtige, jemand anderen ernennen zu wollen.

Bikini
Die Jerusalemer Polizei hat beim Amtsgericht der Stadt eine formelle Anzeige gegen Maya Benvenisti eingereicht. Die 36-jährige Frau hatte mit dem sogenannten Bikini-Protest an der Kotel in Jerusalem Aufmerksamkeit erregt. In der Anklage heißt es, Benvenisti habe mit Journalisten kommuniziert, eine WhatsApp-Gruppe gegründet und sie eingeladen, ihrer Demonstration beizuwohnen, ohne die teilweise Nacktheit preiszugeben, die sie zur Schau stellen wollte. Nach eigenen Angaben habe sie damit gegen das »Bescheidenheitsgesetz« des ultraorthodoxen Schas-Parteichefs Arie Deri protestieren wollen, das inzwischen von der Tagesordnung der Knesset gestrichen wurde. »Benvenisti wird ein Verhalten vorgeworfen, das möglicherweise den öffentlichen Frieden gestört hat«, heißt es außerdem in der Anklageschrift.

Rückgabe
Eine 160 Jahre alte Schachtel mit Schmetterlingen, die zwischen 1863 und 1865 im einst osmanischen Palästina gesammelt wurden, ist der Sammlung des Steinhardt-Museums der Universität Tel Aviv gespendet worden. Der Anlass dafür war der internationale Kongress für Schmetterlinge im Nahen Osten, der im Museum stattfand. Die Schachtel mit den hübschen Insekten ist von Oberst Joe Burgon, dem Militärattaché der britischen Botschaft in Israel, und Dubi Binyamini, Präsident der Israeli Lepidopteristsʼ Society, überreicht worden.

Interview

»Es braucht eine umfassende Kampagne«

Der israelische Diplomat Akiva Tor beklagt, dass das angeschlagene Image seines Landes die nationale Sicherheit des jüdischen Staates gefährdet

von Sabine Brandes  27.06.2026

Nahost

Amerikas Rückzug

Die USA lassen Israel fallen und versuchen plötzlich, den Iran zu bestechen. Eine gefährliche Situation für den Judenstaat – aber auch eine Chance, sich neu zu erfinden

von Rafael Seligmann  27.06.2026

Jerusalem

50. Jahrestag: Israel gibt Geheimdokumente zu Entebbe frei

Am 27. Juni 1976 entführten Terroristen eine Air-France-Maschine nach Uganda. Fünf Jahrzehnte später stellt das israelische Staatsarchiv die Regierungsdokumente zur militärischen Befreiung bereit

von Hans Dahne  26.06.2026

Washington D.C.

Gespräche zwischen Israel und Libanon verlängert

Die USA drängen die beiden Staaten darauf, die Verhandlungen nicht ohne Ergebnis zu beenden. Deshalb sollen die Delegationen heute erneut zusammenkommen.

 26.06.2026

Medien

»Alle Juden haben genug von dir!« Trump soll Netanjahu angeschrien haben

Auslöser für den Streit war einem neuen Buch zufolge ein israelischer Angriff auf Hamas-Führungsmitglieder in Doha

 26.06.2026

Jerusalem

Sa’ar will Anerkennung des Armenier-Genozids

Der israelische Außenminister will eine entsprechende Resolution zunächst im Kabinett einbringen. Anschließend soll sie der Knesset zur Abstimmung vorgelegt werden

 26.06.2026

Jerusalem

Isaac Herzogs Hubschrauber muss notlanden

Die Hintergründe

 26.06.2026

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  25.06.2026

Tel Aviv

Gemeinsames Seemanöver Deutschlands und Israels vor Haifa

Ein Schiff der Bundesmarine besucht Haifa, es folgt ein Manöver mit Israel. Die gemeinsame Seefahrt geschieht vor dem Hintergrund einer weiter angespannten Lage in der Region nach dem Iran-Krieg

 25.06.2026