Jerusalem

Sa’ar kritisiert geplante Umbenennung des Dubliner Chaim-Herzog-Parks

Eine israelfeindliche Demonstration in Dublin am samstag Foto: picture alliance / Anadolu

Israels Außenminister Gideon Sa’ar hat Irland eine »besessene antisemitische und anti-israelische Haltung« vorgeworfen. Damit reagierte er auf Pläne der Stadt Dublin, den Namen des Chaim-Herzog-Parks zu streichen. Er erklärte, die im vergangenen Jahr erfolgte Schließung der israelischen Botschaft in Dublin sei ein notwendige Konsequenz gewesen.

»Es gibt keine Entscheidung, die genauer und gerechter wäre als meine Entscheidung, unsere Botschaft in Dublin zu schließen«, schrieb Sa’ar auf der Plattform X. Dublin sei zur »Hauptstadt des Antisemitismus« geworden. Die Entscheidung der Stadt, den Namen des sechsten israelischen Präsidenten – der in Dublin aufgewachsen war und dessen Vater Oberrabbiner Irlands war – aus einem Park zu entfernen, bezeichnete er als weiteren Ausdruck dieser Entwicklung. »Was nicht entfernt werden kann, ist die Schande der irischen antisemitischen und anti-israelischen Obsession.«

Die Kommunalpolitik in Dublin bereitet seit Monaten eine Abstimmung vor, die den Herzog-Namen nach fast drei Jahrzehnten tilgen soll. Der zuständige Ausschuss des Stadtrates hatte die Umbenennung laut dem irischen Sender RTE bereits im vergangenen Sommer empfohlen, lediglich ein Ratsmitglied legte Widerspruch ein. Parallel wurde ein Beteiligungsverfahren über einen neuen Namen eingeleitet.

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»Schändlich und beschämend«

Chaim Herzog, 1918 in Belfast geboren und in Dublin aufgewachsen, war von 1983 bis 1993 Präsident Israels. Seine Familie prägte das jüdische Leben Irlands maßgeblich: Sein Vater Isaac HaLevi Herzog war der erste Oberrabbiner des irischen Freistaates.

Das Büro des amtierenden Präsidenten Isaac Herzog hatte ebenfalls ungewöhnlich deutlich auf die Vorgänge reagiert. Die geplante Aberkennung sei ein »schändlicher und beschämender Schritt«, hieß es in einer Erklärung auf X. Das ursprüngliche Benennen des Parks habe einst die »Freundschaft zwischen dem irischen und dem jüdischen Volk« unterstrichen. Diese Beziehung sei in den vergangenen Jahren jedoch stark belastet worden.

Auch Irlands Außenministerin Helen McEntee wandte sich gegen die Initiative. Die Kritik der Regierung an Israels Politik ändere nichts daran, dass »Chaim Herzog für viele Menschen eine bedeutende Persönlichkeit« sei, besonders für die jüdische Minderheit des Landes. Eine symbolische Maßnahme gegen einen jüdischen Iren sei unangebracht und habe »keinen Platz in unserer inklusiven Republik«. Ähnlich äußerte sich Vizepremier Simon Harris.

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»Signal der Ausgrenzung«

Der Jüdische Repräsentantenrat Irlands nannte die Pläne »tief besorgniserregend«. Ein Entfernen des Namens werde weithin als Versuch verstanden, jüdische Geschichte aus dem Stadtbild zu tilgen. Auch Irlands Oberrabbiner Yoni Wieder warnte vor einem »schmerzhaften Signal der Ausgrenzung« gegenüber der kleinen jüdischen Gemeinschaft des Landes.

Befürworter der Umbenennung, darunter mehrere linke und unabhängige Kommunalpolitiker, stellen den Schritt dagegen als politische Geste gegen Israel dar. Einige Ratsmitglieder rechtfertigen die Initiative offen mit dem Krieg im Gazastreifen und wiederholen den haltlosen »Genozid«-Vorwurf gegen Israel regelmäßig.

Während manche Ratsmitglieder die Umbenennung als Solidaritätsgeste gegenüber den Palästinensern betrachten, verweisen andere darauf, dass Parks grundsätzlich unpolitische Orte sein sollten. Vertreter der Grünen sprechen von einer notwendigen »Entpolitisierung des öffentlichen Raums«, betonen aber zugleich, dass die jüdische Geschichte des Stadtteils Rathgar sichtbar bleiben müsse. im

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