Wetter

Phänomen am Himmel erstaunt Israelis

Am Sonntagabend schauten die Israelis nach oben und waren erstaunt. Auf den Straßen konnte man »Ohs« und »Ahs« hören. Einige Minuten lang war nahezu das ganze Land in leuchtendes Rot, Purpur und Pink getaucht. Die ungewöhnlich intensiven Farbspiele am Winterhimmel zeigten sich von der Küste im Norden des Landes über Tel Aviv und Jerusalem bis in die Arava-Wüste. Tausende dokumentierten das Naturschauspiel mit eindrucksvollen Fotos, die viral gingen.

Meteorologen erklärten in israelischen Medien, wie dieses Naturschauspiel entsteht. »Der Grund für die leuchtenden Farben waren starke trockene Winde aus Osten und hohe Zirruswolken in etwa sechs Kilometern Höhe«, so der Leiter des meteorologischen Dienstes, Amir Givati, in der Nachrichtenseite Ynet. Diese dünnen Wolken würden aus Eiskristallen bestehen, die das Licht besonders effektiv brechen und streuen, führte er aus.

Effekt war am Sonntagabend besonders stark

Normalerweise wird das Sonnenlicht von Molekülen und kleinen Partikeln in alle Richtungen gestreut, wobei kürzere Wellenlängen (Blau und Grün) stärker betroffen sind als längere (Rot und Orange). Wenn die Sonne tief am Horizont steht, muss ihr Licht eine besonders lange Strecke durch die Atmosphäre zurücklegen. Das sichtbare Ergebnis sind meist rötliche Abend- und Morgenhimmel, wenn der Großteil des blauen Lichts herausgefiltert wurde. Bei den jüngsten Beobachtungen sei dieser Effekt besonders stark ausgeprägt gewesen.

»In Kombination mit erhöhtem Staub und Aerosolen in der Luft, etwa aus Wüstenregionen oder durch Luftschichten aus dem Osten, verstärkt sich die Streuung des roten Lichts zusätzlich«, erklärte der Wetterexperte. Das Resultat sei ein »tiefroter, fast surreal wirkender Himmel« gewesen.

Solche Farben am Himmel treten aber nur unter bestimmten Wetterlagen auf. Entscheidend ist ein Zusammenspiel aus einer tiefer stehenden Sonne, etwa kurz vor Sonnenuntergang, einer vermehrten Staub- oder Partikelkonzentration in der Luft sowie bestimmten Wolkentypen, die eher Licht brechen als blockieren.

Meteorologe Givati: »In Kombination mit erhöhtem Staub und Aerosolen verstärkt sich die Streuung des roten Lichts zusätzlich.«

Meteorologisch betrachtet sind die nun beobachteten Bedingungen typisch für Übergangsphasen zwischen unterschiedlichen Luftmassen: Warme, trockene Luft aus dem Osten trifft auf kühlere Luft von Westen. Diese Dynamik erzeugt Turbulenzen und Stolperstellen für das Licht – und oft dadurch spektakuläre optische Effekte am Himmel.

Dass der Himmel in Israel besonders intensiv leuchtet, könnte zudem mit langfristigen Klimatrends zusammenhängen. Studien zeigen, dass die Region um den östlichen Mittelmeerraum in den letzten Jahrzehnten eine Zunahme extremer Wetterereignisse und eine Erhöhung der durchschnittlichen Temperaturen erlebt hat.

Zusammenhang mit Klimawandel schwer zu belegen

Solche Veränderungen beeinflussen auch die Zusammensetzung der Atmosphäre und damit, wie Licht an Partikeln gestreut wird. Zwar ist ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen Klimawandel und einzelnen spektakulären Sonnenuntergängen schwer zu belegen, doch die Bedingungen, die solche Farben begünstigen, werden durch häufigere Trockenphasen und veränderte Luftzirkulationen begünstigt, wie Klimaforscher betonen.

Für die kommenden Tage sagt der israelische Wetterdienst weiterhin teilweise klare bis leicht bewölkte Bedingungen, starke östliche Winde und für diese Jahreszeit überdurchschnittlich hohe Temperaturen voraus. Bei solchen Verhältnissen könnten ähnliche Himmelsschauspiele erneut möglich sein. Die Israelis schauen in den nächsten Tagen sicher noch öfter nach oben.

Nahost

Deutschland warnt Bürger in Israel

Angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran mit Folgen auch für Israel hat das Auswärtige Amt Deutsche vor Ort zu Sicherheitsmaßnahmen aufgerufen

 24.02.2026

Verstrickungen

Geschäfte mit einem Mörderregime

Wie ein iranischer Banker ein europäisches Immobilienimperium aufbaute – inklusive Hilton-Hotels in Deutschland

von Philip Plickert  24.02.2026

Nahost

US-Botschafter irritiert mit Aussagen über Israels Grenzen

Der US-Gesandte in Israel, Mike Huckabee, verärgert arabische Staaten im Interview mit Tucker Carlson

von Sabine Brandes  24.02.2026

Aliya

»Ich habe gewonnen«: Auschwitz-Überlebende (96) wandert nach Israel aus

Charlotte Roth will mehr Zeit mit ihrer Familie bringen, die zum größten Teil aus den USA nach Israel eingewandert ist

 24.02.2026

Jerusalem

»Schwerwiegendster Fehler in der Geschichte«: Israel warnt Iran vor Angriff

Die Hintergründe

 24.02.2026

Nahost

US-Botschaftspersonal soll Libanon verlassen

Das amerikanische Außenministerium hat alle Mitarbeiter, die »nicht für den Notfall« benötigt werden, nach Hause beordert

 23.02.2026

Mailand

Israel schließt eigenes Bobteam von Olympia aus

Die Aktionen eines Athleten hätten gegen olympische Werte verstoßen, so die Begründung des Komitees

 23.02.2026

Nahost

Tucker Carlson blamiert sich in Israel

Der rechte Moderator hatte behauptet, er sei am Flughafen Ben-Gurion festgesetzt worden. Doch Videoaufnahmen zeigen ein anderes Bild

 22.02.2026 Aktualisiert

Kommentar

Eure Masche zieht nicht mehr!

Mittlerweile hat es sich selbst im Kulturbetrieb herumgesprochen, dass die Bigotterie der sogenannten pro-palästinensischen Aktivisten allzu durchschaubar ist, wenn Menschenrechte gepredigt und im gleichen Atemzug »Genozid« und »Boykott« geschrien wird

von Sophie Albers Ben Chamo  22.02.2026