Nahost

Deutschland warnt Bürger in Israel

Das Auswätige Amt in Berlin-Mitte Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran mit Folgen auch für Israel und weitere Länder in der Region hat das Auswärtige Amt Bundesbürger vor Ort zu Sicherheitsmaßnahmen aufgerufen. Deutsche in Israel sollen sich etwa für den Fall, dass der Luftraum wegen iranischer Angriffe gesperrt wird, darauf vorbereiten, einige Zeit an ihrem Aufenthaltsort bleiben zu können, wie es in einer Mitteilung der Deutschen Botschaft in Tel Aviv hieß.

Sollten die USA im Iran angreifen, wird damit gerechnet, dass Teheran Ziele auch in Israel attackieren wird. Im Falle einer Luftraumschließung seien »die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Botschaft und das Auswärtige Amt sehr eingeschränkt«, hieß es in einer Mitteilung weiter. Sie riet Bundesbürgern in Israel auch dazu, sich eine App auf dem Handy zu installieren, die vor anstehenden Raketenangriffen warnt.

Den Betroffenen wurde »in Anbetracht der sich zuspitzenden Sicherheitslage in der Region« außerdem nahegelegt, sich Vorräte anzuschaffen und sich an jedem Ort mit Schutzmöglichkeiten und -räumen vertraut zu machen. 

Das Auswärtige Amt warnte vor einer Verschärfung der Sicherheitslage auch in Israels Nachbarland Libanon. Bei einer weiteren Eskalation der Lage könne es jederzeit zu Flugeinschränkungen kommen, betonte die Deutsche Botschaft in Beirut. Sie riet deutschen Staatsangehörigen dazu, Reise- und Sicherheitshinweise aufmerksam zu verfolgen und sich mit Essen, Trinken und Treibstoff zu versorgen.

Die libanesische Terrororganisation Hisbollah gilt als wichtigster Verbündeter des Irans in der Region. Bereits im Herbst 2024 lieferte sich die schiitische Miliz einen offenen Krieg mit Israel. Seitdem gilt sie als stark geschwächt.

Es besteht jedoch die Sorge, dass sie im Falle eines Angriffs auf den Iran in den Konflikt eingreifen könnte. 

Die USA und der Iran verhandeln derzeit über das umstrittene iranische Atomprogramm – doch greifbare Fortschritte gibt es bislang nicht. US-Präsident Donald Trump drohte Teheran mit einem Angriff, sollten die Verhandlungen scheitern. Washington hatte seine militärische Präsenz in der Region zuletzt deutlich verstärkt.

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