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Reue, Verkauf, Scheidung

Benny Gantz und Benjamin Netanjahu (r.) Foto: Flash 90

Reue
Der Vorsitzende der Koalitionspartei Blau-Weiß, Benny Gantz, bereut, mit Premier Benjamin Netanjahu koaliert zu haben. Während einer Veranstaltung in Ramat Gan sagte er, dass er die Hand des Mannes schüttelte, den er ersetzen wollte. Israel befinde sich im Krieg, und er sei in erster Linie Soldat, führte er in Bezug auf die Pandemie aus. »Aber ich lag falsch. Er hat mich betrogen, und er hat Sie betrogen.« Gantz rief anschließend alle Mitte-Links-Parteien auf, sich zu verbünden. »Lasst uns Bibi nach Hause schicken.« Vor zwei Wochen hatte der Parteichef erklärt, er werde keine führende Position in einem Bündnis fordern.

Verkauf
Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen »smart shoppen« – mit israelischer Hilfe. Die israelische Firma A2Z Smart Technologies führt Medien zufolge Verhandlungen mit einer emiratischen Supermarktkette über den Kauf von elektronischen Einkaufswagen. Mit deren Hilfe müssen Einkäufe nicht über eine Kasse laufen. Die Waren werden im Wagen direkt gescannt und am Touch-Bildschirm angezeigt. A2Z erklärte, die Lieferung für den Pilotversuch solle noch im ersten Quartal dieses Jahres erfolgen. »Wir freuen uns und sind stolz, die führende israelische Firma zu sein, die im Einzelhandel mit den Emiraten kooperiert«, so Gründer Ben Tzur Yosef. Ein Einkaufswagen soll rund 5000 Euro kosten.

Fund
Ein Stein mit einer griechischen Inschrift aus byzantinischer Zeit ist in einem israelischen Nationalpark zufällig gefunden worden. Der flache runde Stein mit einem Durchmesser von 25 Zentimetern wurde offenbar als Grabstein in einem der umliegenden Friedhöfe genutzt. Arbeiter der israelischen Park- und Naturbehörde fanden den Stein während des »Projektes 500«, das Naturpfade im Nationalpark von Nitzana anlegt. Die Inschrift, die von Leah Di Segni von der Hebräischen Universität entziffert wurde, lautet: »Heilige Maria, die ein unbeflecktes Leben lebte und am 9. Februar starb«. Der Stein stammt aus dem späten 6. bis frühen 7. Jahrhundert. Nitzana ist einer der Schlüsselorte in der Übergangsperiode zwischen der byzantinischen und der frühen islamischen Ära.

Scheidung
Die Zahl der Scheidungen bei jüdischen Israelis ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Das Oberrabbinatsgericht gab an, dass der Rückgang der Scheidungen und die Anträge auf eine Scheidung drei Prozent weniger als 2019 betrugen. Zuvor wurde angenommen, dass die Zahl der Scheidungen während der Corona-Pandemie steigen würden. Hilfsorganisationen geben jedoch an, dass viele ihre Ehe aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht aufgeben können. Noch gibt es in Israel eine hohe Arbeitslosigkeit.

Autismus
Die Hebräische Universität in Jerusalem hat nach eigenen Angaben große Fortschritte bei der Autismus-Forschung gemacht. Eine Studie von Professor Sagiv Shifman von der Fakultät für Geowissenschaften ergab, dass die Gene, die mit Autismus in Verbindung gebracht werden, andere Gene steuern. Besondere Beachtung fand dabei das Gen mit Namen »Pogz«. Shifman arbeitete mit Professor Yosef Yarom vom Safra-Zentrum für Neurowissenschaften zusammen. Während es derzeit noch keine effektive Medikation gegen die hauptsächlichen Symptome von Autismus gibt, ist Yarom sicher, dass die wissenschaftliche Arbeit dabei helfen könne, neue Arzneien zu entwickeln, die den Neuralprozess im Kleinhirn beeinflussen.

Bauten
Wenige Tage, bevor der neue amerikanische Präsident in sein Amt eingeschworen wird, plant die israelische Regierung, Bauten für jüdische Siedler im Westjor­danland zu genehmigen. Das erklärte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montag. Das Komitee für zivile Bauplanung soll insgesamt 800 Wohneinheiten genehmigen. Es wird davon ausgegangen, dass der designierte US-Präsident der Demokraten, Joe Biden, der israelischen Siedlungspolitik ablehnend gegenübersteht. Doch auch im Inland gibt es Kritik. Oppositionsführer Yair Lapid (Jesch Atid) meint, die Regierung in Jerusalem führe das Land schon vor der Amtseinführung von Biden in eine »unnötige Konfrontation«.

Frankreich

»Fick dich, Gisèle, fickt euch, ihr Zionisten«

Gisèle Journo ist Jüdin und betreibt in Paris eine Agentur für Influencer. Jetzt ist sie Zielscheibe antisemitischer Anfeindungen geworden. Auslöser war der Boykottaufruf einer Europaabgeordneten

von Michael Thaidigsmann  21.08.2026

Westjordanland

Nach Messerangriff: Terrorist in Dschenin getötet

Der Mann hatte versucht, Soldaten mit einem Messer anzugreifen. Wie sich herausstellte, war er der Vater eines prominenten Terroristen

 21.08.2026

Terror

Israelische Armee tötet Hamas-Kommandeur, der am 7. Oktober beteiligt war

Bei dem Getöteten handelt es sich laut IDF um Sobhi Sami Mahmoud Shahtot. Er soll als Zugführer der Hamas tätig gewesen sein und verschleppte Israelis bewacht haben

 21.08.2026

Berlin

Amnesty International ruft Hamas zum Ende der Gewalt auf

Gewalt und außergerichtliche Hinrichtungen durch die Terrororganisation auch gegen Palästinenser kommen laut UN regelmäßig vor. Menschenrechtler fordern ein sofortiges Ende dieser Verbrechen

von Anna Mertens  21.08.2026

Jerusalem

Benny Gantz: »Ich kann die politischen Lager zusammenbringen«

Der Oppositionspolitiker will ein Bündnis verantwortungsbewusster und moderater Zionisten aus verschiedenen politischen Richtungen bilden

 21.08.2026

Richter Yechiel Kasher

Tel Aviv

Oberstes Gericht stoppt Schließung von Armee-Sender Galei Zahal

Richter Yechiel Kasher kritisiert den Versuch Jerusalems, das Armee-Radio abzuschalten: »Eine Regierung, die auf diese Weise handelt, ist ausgesprochen undemokratisch.«

 21.08.2026

Westjordanland

Qusra: US-Botschafter warnt Siedler vor Enteignung palästinensischer Familien

Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, sagt, es gehe nicht nur um einen Verstoß gegen menschengemachtes Recht, sondern auch »gegen Gottes Gesetz«

 21.08.2026

Benjamin Graumann Jüdische Gemeinde Frankfurt

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  21.08.2026

Ben Gurion Airport

Gepäckstreik sorgt für Chaos an Tel Aviver Flughafen

Ein Streik beim Gepäckpersonal bringt den Flughafen bei Tel Aviv zum Stillstand. Lange Schlangen und dichtes Gedränge prägen einen der verkehrsreichsten Tage der Sommerferien

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