Washington/Jerusalem

»Religiöser Fanatiker«

Robert Jeffress, Pastor der First Baptist Church in Dallas, bei einer Rede 2017 in Washington Foto: dpa

Der baptistische Pastor Robert Jeffress aus Dallas, der am (heutigen) Montag die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem mit einem Gebet begleiten sollte, ist wegen abwertender Bemerkungen über Juden, Muslime und Mormonen in die Kritik geraten. Der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney forderte am Montag, Jeffress von der Zeremonie auszuschließen.

Am Sonntagabend hatte der Republikaner getwittert, Jeffress habe gesagt, ein Mensch könne nicht deshalb errettet werden, weil er Jude sei. Außerdem habe der Geistliche die mormonische Religion und den Islam als »Häresie aus der Höllengrube« bezeichnet. »Einem solchen religiösen Fanatiker sollte nicht das Gebet zur Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem überantwortet werden«, so Romney.

tweet Pastor Jeffress antwortete ebenfalls mit einem Tweet: »Das historische Christentum hat 2000 Jahre gelehrt, dass die Erlösung durch den Glauben an Christus allein erfolgt. Der Fakt, dass ich, zusammen mit Dutzenden von Millionen evangelikaler Christen in der Welt, nach wie vor für diesen Glauben eintrete, ist weder bigott noch einer Nachricht wert«, twitterte Jeffrey laut einem Bericht der Jewish Telegraphic Agency. Laut der israelischen Tageszeitung »Haaretz« hat sich Jeffrey in der Vergangenheit auch über Homosexualität abwertend geäußert und sie als »Perversion« bezeichnet.

Unterdessen hat sich am Sonntag die frühere US-Präsidentschaftskandidatin und Mitbegründerin der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung, Michele Bachmann, bei einer christlich-jüdischen Bibelstunde in der Knesset für frühere Bemerkungen über Massenkonversionen von Juden zum Christentum entschuldigt. »Ich entschuldige mich aufrichtig und bitte Gott um Vergebung für meine Stellungnahmen, die in Ignoranz geäußert wurden und Schmerz verursacht haben«, sagte Bachmann laut einem Bericht von Haaretz.

In einem Interview mit einem christlichen Rundfunksender hatte die frühere republikanische Kongressabgeordnete für Minnesota Massenkonversionen von Juden zum Christentum vorgeschlagen, um die Wiederkehr von Jesus zu beschleunigen.

Tempelberg An der Bibelstunde in der Knesset nahmen laut dem Bericht evangelikale Christen und mehrere orthodoxe Rabbiner teil. Geleitet wurde das Gespräch von dem Rabbiner und Knessetabgeordneten Yehuda Glick (Likud), der dafür kämpft, Gebete von Juden auf dem Tempelberg zu erlauben. Viele der Teilnehmer wollten auch zu der Gala am Montagabend zum Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem kommen.

Bachmann sagte, sie sei stolz auf den Schritt von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen. Die Entscheidung werde den Nahen Osten dem Frieden ein Stück näherbringen, erklärte die christliche Politikerin. ag

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