Jerusalem

»Reine Propaganda«

Wenn ein Gotteshaus zum Politikum wird: die Hurva-Synagoge in Jerusalem Foto: Flash 90

Israels Oberrabbiner Yona Metzger hat seinen Aufruf an die muslimische Welt erneuert, den Gerüchten über angebliche Pläne zur Errichtung eines neuen Jerusalemer Tempels keinen Glauben zu schenken. Von palästinensischer Seite war im Zusammenhang mit der Einweihung der Hurva-Synagoge in der Altstadt am vergangenen Montag der Vorwurf erhoben worden, Israel wolle die Kontrolle über Jerusalems Altstadt ausweiten. »Es wurde behauptet, wir würden direkt von der Hurva-Synagoge weiterziehen, um auf dem Tempelberg etwas Neues zu bauen. Nichts ist passiert, derartiges wird auch nicht geschehen. Das ist reine Propaganda«, sagte Metzger der Jüdischen Allgemeinen. Ein Berater von Palästinenser-Präsident Machmud Abbas hatte die Wiedereinweihung der Synagoge als »Provokation« bezeichnet und vor israelischen Versuchen gewarnt, die Al-Aksa-Moschee zu zerstören. Rabbiner Metzger: »Es gibt keine derartigen Pläne. Wir haben lediglich im jüdischen Viertel Jerusalems eine Synagoge wiederaufgebaut, die vor 750 Jahren errichtet und zweimal von Muslimen zerstört worden war. Mehr nicht.«

Der israelische Oberrabbiner hält sich derzeit zu einem dreitägigen Besuch in Deutschland auf. Im Rahmen einer Delegationsreise des »Rabbinical Centre of Europe« (RCE) besuchte er jüdische Gemeinden in Dresden, Dortmund, Hannover, Köln und Krefeld.

(Mehr dazu in der nächsten Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen)

Mullahs

Iran droht, Israel werde nur noch »verbrannte Erde« sein

Revolutionsgarden sprechen offen über Vernichtung Israels, sollte dessen Energieinfrastruktur angegriffen werden.

von Sabine Brandes  19.10.2026

Susanne Stephan

Kommentar

Eines demokratischen Staates unwürdig

Israelische Behörden gehen immer rigoroser gegen Medienschaffende vor, die Kritik an der Regierung äußern. Diese Verbote schwächen am Ende die Demokratie und damit den jüdischen Staat als Ganzes

von Susanne Stephan  19.10.2026

Westjordanland

Zehn extremistische Siedler nach Gewaltexzess festgenommen

Präsident Isaac Herzog entschuldigt sich bei Opfern. Zugleich fordert eine Menschenrechtsorganisation eine Hotline für Notfälle im Westjordanland

von Sabine Brandes  19.10.2026

Westjordanland

Israels Armee räumt illegale Außenposten im Westjordanland

Als lasch kritisierte Gerichtsurteile gegen radikale Siedler helfen eher Wiederholungstätern als den Sicherheitskräften

 19.10.2026

Belfast

Barack Obama wirft Israel Landraub vor

Der jüdische Staat sei »zu weit gegangen«, sagt der frühere US-Präsident. Die Reaktion der Palästinenser auf die »jüdische Kontrolle über das Gebiet« sei deshalb aus ihrer Sicht nachvollziehbar gewesen

 19.10.2026

Israel

Trump stellt sich vor der Wahl hinter Netanjahu

Neun Tage vor der Parlamentswahl spricht der US-Präsident dem israelischen Ministerpräsidenten seine »volle und uneingeschränkte Unterstützung« aus. Netanjahu bedankt sich prompt

 18.10.2026

Israel

Führung und Verantwortung

Benjamin Netanjahus ehemaliger Militärsekretär erhebt Vorwürfe gegen den Premier

von Sabine Brandes  18.10.2026

Nahost

Bericht: Siedler attackieren EU-Diplomaten im Westjordanland

Maskierte Männer umstellen ein Diplomatenfahrzeug bei der Olivenernte im Westjordanland. Auch eine US-Fotografin wird verletzt

 18.10.2026

Kommentar

Ein Tag der Schande

Die Linkspartei, SPD und Grüne haben ihre Sondierungen beendet. Nun wollen sie in Berlin eine Regierung bilden

von Philipp Peyman Engel  17.10.2026