Jerusalem

»Reine Propaganda«

Wenn ein Gotteshaus zum Politikum wird: die Hurva-Synagoge in Jerusalem Foto: Flash 90

Israels Oberrabbiner Yona Metzger hat seinen Aufruf an die muslimische Welt erneuert, den Gerüchten über angebliche Pläne zur Errichtung eines neuen Jerusalemer Tempels keinen Glauben zu schenken. Von palästinensischer Seite war im Zusammenhang mit der Einweihung der Hurva-Synagoge in der Altstadt am vergangenen Montag der Vorwurf erhoben worden, Israel wolle die Kontrolle über Jerusalems Altstadt ausweiten. »Es wurde behauptet, wir würden direkt von der Hurva-Synagoge weiterziehen, um auf dem Tempelberg etwas Neues zu bauen. Nichts ist passiert, derartiges wird auch nicht geschehen. Das ist reine Propaganda«, sagte Metzger der Jüdischen Allgemeinen. Ein Berater von Palästinenser-Präsident Machmud Abbas hatte die Wiedereinweihung der Synagoge als »Provokation« bezeichnet und vor israelischen Versuchen gewarnt, die Al-Aksa-Moschee zu zerstören. Rabbiner Metzger: »Es gibt keine derartigen Pläne. Wir haben lediglich im jüdischen Viertel Jerusalems eine Synagoge wiederaufgebaut, die vor 750 Jahren errichtet und zweimal von Muslimen zerstört worden war. Mehr nicht.«

Der israelische Oberrabbiner hält sich derzeit zu einem dreitägigen Besuch in Deutschland auf. Im Rahmen einer Delegationsreise des »Rabbinical Centre of Europe« (RCE) besuchte er jüdische Gemeinden in Dresden, Dortmund, Hannover, Köln und Krefeld.

(Mehr dazu in der nächsten Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen)

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