Jerusalem

»Reine Propaganda«

Wenn ein Gotteshaus zum Politikum wird: die Hurva-Synagoge in Jerusalem Foto: Flash 90

Israels Oberrabbiner Yona Metzger hat seinen Aufruf an die muslimische Welt erneuert, den Gerüchten über angebliche Pläne zur Errichtung eines neuen Jerusalemer Tempels keinen Glauben zu schenken. Von palästinensischer Seite war im Zusammenhang mit der Einweihung der Hurva-Synagoge in der Altstadt am vergangenen Montag der Vorwurf erhoben worden, Israel wolle die Kontrolle über Jerusalems Altstadt ausweiten. »Es wurde behauptet, wir würden direkt von der Hurva-Synagoge weiterziehen, um auf dem Tempelberg etwas Neues zu bauen. Nichts ist passiert, derartiges wird auch nicht geschehen. Das ist reine Propaganda«, sagte Metzger der Jüdischen Allgemeinen. Ein Berater von Palästinenser-Präsident Machmud Abbas hatte die Wiedereinweihung der Synagoge als »Provokation« bezeichnet und vor israelischen Versuchen gewarnt, die Al-Aksa-Moschee zu zerstören. Rabbiner Metzger: »Es gibt keine derartigen Pläne. Wir haben lediglich im jüdischen Viertel Jerusalems eine Synagoge wiederaufgebaut, die vor 750 Jahren errichtet und zweimal von Muslimen zerstört worden war. Mehr nicht.«

Der israelische Oberrabbiner hält sich derzeit zu einem dreitägigen Besuch in Deutschland auf. Im Rahmen einer Delegationsreise des »Rabbinical Centre of Europe« (RCE) besuchte er jüdische Gemeinden in Dresden, Dortmund, Hannover, Köln und Krefeld.

(Mehr dazu in der nächsten Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen)

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Nachrichten

Auszählung, Expats, Einmischung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  28.10.2026

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026