Kurzmeldungen

Raketen, Düfte, Handel

Abwehrstation von »Iron Dome« Foto: Flash 90

Kurzmeldungen

Raketen, Düfte, Handel

Nachrichten aus Israel

von Ingo Way  29.08.2019 10:26 Uhr

Raketen
Es sollte ein sommerliches Open-Air-Konzert mit zahlreichen lokalen Bands für die Einwohner der südlichen Kleinstadt Sderot werden. Doch am Sonntagabend schrillte der Raketenalarm: Die Hamas hatte wieder einmal Raketen auf die Stadt in der Nähe des Gazastreifens abgeschossen. Unter den Konzertbesuchern, darunter Familien mit Kindern, brach daraufhin Panik aus. Mehrere Menschen nahmen mit ihren Smartphones Videos des Geschehens auf und stellten sie auf Facebook online. Der Warnruf »Zeva Adom« ist zu hören, daraufhin sieht man, wie zwei Raketen in der Luft von dem Abwehrsystem »Eiserne Kuppel« abgefangen und zur Explosion gebracht wurden. Das Publikum versuchte schreiend, die Ausgänge des Konzertgeländes zu erreichen. Eine weitere Rakete landete auf freiem Feld außerhalb des Stadtgebiets. Ein leerstehendes Gebäude wurde durch herabfallende Raketensplitter beschädigt. Schwerverletzte gab es keine, doch mehrere traumatisierte Konzertbesucher suchten anschließend ein Krisenberatungszentrum für Terroropfer auf. Die israelische Armee reagierte mit dem Beschuss von Stellungen der Hamas im Gazastreifen.

Besuch
Staatspräsident Reuven Rivlin hat die Familie der 17-jährigen Rina Shnerb besucht, die am vergangenen Freitag bei einem Terrorangriff in der Nähe von Dolev im Westjordanland getötet wurde. Ihr 46-jähriger Vater, Rabbiner Eitan Shnerb, und ihr 19-jähriger Bruder Dvir wurden bei dem Angriff mit einem Sprengsatz schwer verletzt und sind noch im Krankenhaus. Rina, Eitan und Dvir Shnerb waren am Freitag in dem beliebten Wandergebiet unterwegs, als ein Sprengsatz explodierte. Rina starb sofort, ihr Vater und ihr Bruder wurden schwer verletzt mit einem Hubschrauber ins HadassahKrankenhaus in Jerusalem gebracht. Dort bekamen sie am Montag auch Besuch von Premierminister Benjamin Netanjahu und seiner Frau Sara.

Düfte
Wie roch es eigentlich im Zweiten Tempel? Guy Erlich glaubt es zu wissen. Auf einem kleinen Hügel nahe der Siedlung Almog im Westjordanland baut der 48-Jährige angebliche biblische Pflanzen an, aus denen er Cremes, Parfums, Seifen und Honig gewinnt. Auf seiner »Balm of Gilead«-Farm züchtet er seit 2008 rund 60 verschiedene Blumen, Blüten und Bäume, die sonst in Ländern wie Somalia, Jemen, Äthiopien oder Oman wachsen. Dabei will er auch Duftstoffe nachgebildet haben, die zur Zeit der beiden jüdischen Tempel verwendet wurden, die in den Jahren 587 v.d.Z. und 70 n.d.Z. zerstört wurden. Ein Fünf-Milliliter-Fläschchen davon kostet 100 Schekel (etwa 25 Euro). Ebenfalls im Angebot hat Erlich ein Parfüm, wie es Cleopatra benutzt haben könnte, und Öle, mit denen die alten israelitischen Könige gesalbt wurden. Beim Identifizieren der Pflanzen geholfen hat ihm Elaine Solowey, Direktorin des Zentrums für Nachhaltige Landwirtschaft am Arava-Institut für Umweltstudien. »Die von Herrn Erlich gezüchteten Arten stammen wahrscheinlich aus dieser Region während der Antike, aber ganz sicher sein können wir nicht«, räumt Solowey ein. Dazu sei mehr Forschung notwendig – und mehr Forschungsmittel.

Handel
Südkorea und Israel haben sich nach dreijährigen Verhandlungen auf einen Freihandelspakt geeinigt. Premierminister Benjamin Netanjahu, Wirtschafts- und Industrieminister Eli Cohen und die südkoreanische Handelsministerin Yoo Myung-hee haben das Abkommen vergangene Woche in Jerusalem unterzeichnet. Beide Seiten waren zu insgesamt sechs Verhandlungsrunden zusammengekommen. 2018 belief sich der Handel zwischen Israel und Südkorea auf rund 2,5 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von fast 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Südkorea beseitigt unter dem Abkommen 99,9 Prozent seiner Zölle auf israelische Importe, darunter Maschinen und Elektrogeräte, Düngemittel, medizinische Geräte, Kosmetika, Kunststoffe, Metalle, Fruchtsäfte und Wein. Gleichzeitig wird Israel die Zölle für Produkte aus Südkorea senken, wie Autos und Autoteile, Kühlschränke, medizinische Geräte, elektronische Komponenten, Spielzeug und Spiele, Kunststoffe und Chemikalien. Auch wird das Abkommen für empfindliche Güter wie Grapefruits und Dünger aus Israel schrittweise umgesetzt. Für Israel ist es das erste Freihandelsabkommen mit einem asiatischen Staat.

Sport

Teamgeist und Trikottausch

Nach der kriegsbedingten Verschiebung wird die 22. Makkabiade in Jerusalem zum Fest jüdischen Zusammenhalts. Mehr als 8000 Sportler aus aller Welt gehen in Israel an den Start

von Sabine Brandes  08.07.2026

Nachrichten

Pillen, Wahlen, Gaza

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  08.07.2026

Nahost

Reaktion auf Beschuss von Schiffen: USA greifen Ziele im Iran an und verschärfen Sanktionen

Die Luftschläge richten sich auch gegen die iranischen Revolutionsgarden

 08.07.2026 Aktualisiert

Sicherheit

Der NATO-Gipfel darf nicht zum Kniefall vor dem national-islamistischen Autokraten Erdoğan werden

Ein Kommentar von Ali Ertan Toprak

von Ali Ertan Toprak  08.07.2026

Interview

»Ich würde gerne mit Benjamin Netanjahu sprechen«

Der umstrittene Podcaster Ben Berndt schreibt Mediengeschichte. Sein YouTube-Format »Ungeskriptet« erreicht Millionen. Ein Gespräch

von Sven Gösmann, Stella Venohr  07.07.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Deutschland verfünffacht Beitrag für Yad Vashem

Die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel erinnert an die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden. Die Bundesrepublik will sich künftig verstärkt an der Finanzierung beteiligen

 07.07.2026

Schweiz

Ein Jahr Gefängnis für jugendlichen Täter

Der Schweizer mit tunesischen Wurzeln hatte am 2. März 2024 auf der Straße einen orthodoxen Juden niedergestochen. Am Dienstag wurde der 17-Jährige verurteilt

von Nicole Dreyfus  07.07.2026

Humantitäre Hilfe

IDF arbeitet mit an Venezuelas Wiederaufbau

Nach den verheerenden Erdbeben entwickelt eine IDF-Delegation mit der Übergangsregierung einen Plan für die zerstörten Regionen. Oberrabbiner Cohen hofft, dass die humanitäre Operation ein erster Schritt zur Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Caracas und Jerusalem sein könnten

von Sabine Brandes  07.07.2026

Jerusalem

Deutschland verfünffacht Unterstützung für Yad Vashem

Außenminister Wadephul und sein israelischer Amtskollege Sa’ar haben auf einer gemeinsamen Pressekonferenz einen Ausbau der Förderung für die israelische Holocaust-Gedenkstätte angekündigt. In den Fragen zu Iran und Libanon herrschte Einigkeit, beim Westjordanland nicht

von Sabine Brandes  07.07.2026