Israel

Pollard zu Pessach frei?

Jonathan Pollard Foto: dpa

Er ist die Trumpfkarte in der Hand der Amerikaner. Der Spion Jonathan Pollard könnte noch vor Pessach freigelassen werden, um die stockenden Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern wieder in Schwung zu bringen. Die US-Regierung zieht in Erwägung, die Freilassung in das Paket für eine Lösung des Nahostkonfliktes miteinzubeziehen.

Die Exfrau des Gefangenen, Anne Pollard, erklärte, weder sie noch Pollard selbst seien für eine Freilassung von gewalttätigen Straftätern. »Doch da es um seine Gesundheit so schlecht bestellt ist, wäre das vielleicht die einzige Möglichkeit, ihn endlich freizubekommen«, fügte sie hinzu.

Gesundheit Sowohl Politiker als auch die israelische Bevölkerung pochen schon lange darauf, dass der bereits mehr als 28 Jahre einsitzende Pollard endlich in Freiheit und nach Israel kommen muss. »Allein aus humanitären Gründen«, heißt es einhellig. Die Entlassung des 59-Jährigen, der unter verschiedenen Gesundheitsproblemen leidet, könnte tatsächlich kurz bevorstehen. Der einstige Marineanalyst der US-Armee hatte in den 80er-Jahren Staatsgeheimnisse an Israel weitergegeben. Obwohl auch die US-Administration in großem Stil befreundete Nationen ausspioniert, wie mittlerweile bekannt ist, galt Pollards Aktion für die Amerikaner als »völlig inakzeptabel«.

So sehr es die Israelis auch freuen würde, wenn Pollard am festlich gedeckten Pessachtisch Platz nehmen könnte, statt in einer tristen Gefängniszelle in North Carolina zu hocken, bezweifeln doch die meisten, dass es große Auswirkungen auf die Friedensgespräche hätte. Abe Foxman von der Anti-Defamation League erklärt: »Wir begrüßen natürlich eine Freilassung von Pollard, doch sie sollte nicht mit dem Nahostkonflikt in Verbindung gebracht werden.«

Wer allerdings profitieren würde, ist Regierungschef Benjamin Netanjahu. Denn die Freilassung der nächsten 400 palästinensischen Gefangenen, wie von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas als Bedingung für weitere Verhandlungen gefordert, ist höchst umstritten. Bringt Netanjahu dafür jedoch den lang vermissten Spion nach Hause, kann ihm kaum jemand sagen, dass sich der Deal nicht lohne. Die Proteste wegen der entlassenen Terroristen »mit Blut an den Händen« würden im Freudentaumel schlicht untergehen.

Österreich

Vermisste Israelinnen in Wien: Polizei stellt Suche ein

Europol hat die Ermittlungen im Fall der in Wien vermissten Israelinnen übernommen. Auch der Mossad soll vor Ort sein. Es wird davon ausgegangen, dass Mutter und Tochter nicht mehr in der Stadt sind

 14.08.2026

Religiosität

Mehr Israelis für jüdische Präsenz im öffentlichen Raum

Wie hält es der Israeli mit der Religion und genauer: mit dem öffentlich gelebten Judentum? Dieser Frage ging ein Rabbinernetzwerk nach

von Andrea Krogmann  14.08.2026

Washington/Tel Aviv/Gaza

US-Ermittler untersuchen Spendenkampagnen mit möglichen Verbindungen zu Terrorgruppen

Hunderttausende Euro sollen an die Hamas und den Palästinensischen Islamischen Dschihad weitergegeben worden sein

 14.08.2026

Nahost

Benjamin Netanjahu auf Gegenkurs zu Donald Trump

Israels Premier weist den Gaza-Plan des US-Präsidenten zurück

von Sophie Albers Ben Chamo  14.08.2026

Israel

Die Stimme, der man traut: Oren Nahari ist tot

Mit nur 70 Jahren ist der beliebte Journalist Oren Nahari gestorben. Wenige Tage nach seiner letzten Radiosendung

 13.08.2026

Wien

Vermisste Israelinnen: Gerüchte sorgen für Aktiensturz

Im Fall der vermissten Mutter und Tochter in Österreich haben Gerüchte in den sozialen Medien zu einem Kurssturz bei der israelischen Bank geführt, bei der eine der Frauen arbeitet

 13.08.2026

Nahost

Ex-Botschafter Seibert fordert »klare europäische Position« zu Israel

Bis vor kurzem war er das Gesicht deutscher Diplomatie in Israel: Steffen Seibert. In einem Interview äußert er sich zu Grenzen der Staatsräson, Siedlungen, dem Terror der Hamas und gegen Boykotte

 13.08.2026

Militär

Gefährlicher Schwarm

Experte Danny Orbach über neue Technologie in der Kriegsführung, Herausforderungen beim Zivilschutz und den Drohnenfund in Leipzig

von Sabine Brandes  13.08.2026

Nachrichten

Warnung, Netzwerke, Jahrzeit

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  13.08.2026