Israel

Polizei ahndet Tausende Verstöße gegen die Corona-Abstandsregeln

Demonstration am Samstagabend in Tel Aviv Foto: copyright (c) Flash90 2020

In Israel hat die Polizei am Wochenende Tausende Verstöße gegen die Corona-Abstandsregeln mit Bußgeld geahndet. Wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte, hatten sich mehrere tausend ultraorthodoxe Juden am späten Samstagabend in Jerusalem zum Feiertag Simchat Tora versammelt. Dabei seien Abstandsregeln und die Maskenpflicht missachtet worden. Zudem wurden in einer Synagoge vier Patienten mit Corona-Symptomen entdeckt. Zwei weitere Erkrankte wurden an Straßensperren gestoppt.

In der nördlichen Hafenstadt Haifa eröffneten die israelischen Streitkräfte am Sonntag zwei Corona-Stationen in einem zivilen Krankenhaus. Es ist das erste Mal, das israelische Soldaten Zivilisten medizinische Hilfe leisten. Damit könnte der Druck auf medizinische Einrichtungen im Norden Israels verringert werden, wo es viele arabische Dörfer mit hohen Infektionsraten gibt.

Israel ist von der Pandemie schwer betroffen. Unter den gut neun Millionen Einwohnern gab es bereits mehr als 290.000 Infektionen. 1941 Menschen sind nach Angaben der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität bis Sonntag an oder mit Covid-19 gestorben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag wurden am Vortag 900 Neuinfektionen registriert, weit weniger als an den Spitzentagen der vorigen Woche. Allerdings wurde am Samstag auch weniger getestet.

Bei einer Demonstration gegen die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Tel Aviv wurden am Samstagabend vier Menschen festgenommen. Ihnen werden Angriffe auf Polizeibeamte und Sachbeschädigung zur Last gelegt. Zu den Protesten aufgerufen hatte unter anderem die Bewegung »Schwarze Flaggen«.

Gegen Netanjahu wird schon seit vielen Wochen immer wieder samstags demonstriert. Gegen den 70-Jährigen läuft derzeit ein Prozess wegen Korruption. Er streitet alle Vorwürfe ab. An den Protesten nehmen inzwischen auch Kritiker des Corona-Krisenmanagements der Regierung teil.

Jerusalem

Netanjahu weiterhin skeptisch gegenüber Iran-Deal

Ein Abkommen müsse weit über das Atomprogramm hinausgehen und auch Irans regionale Stellvertreterorganisationen einbeziehen, sagt der Ministerpräsident

 13.02.2026

Tel Aviv

Barak bedauert Kontakte zu Epstein und räumt problematische Formulierungen ein

Er habe im Rückblick »gründlicher urteilen« müssen und bedaure bereits das erste Treffen mit dem Investor im Jahr 2003, sagt der frühere Ministerpräsident

 13.02.2026

Öffentlicher Nahverkehr

Jetzt auch am Schabbat: Busverbindung von Tel Aviv zum Flughafen Ben Gurion

Die Linie 711, die bisher zwischen Tel Aviv und der Stadt Shoham unterwegs ist, wird künftig über den Flughafen geführt

 13.02.2026

Israel

Gesetz: Der 7. Oktober soll nicht »Massaker« heißen

Das Büro von Premierminister Netanjahu ließ das Wort für den Titel des Gedenktages streichen. Überlebende und Angehörige außer sich vor Wut

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nahost

Israels digitale Front gegen Teheran

Hunderte Cyberattacken wurden in zwölf Monaten abgewehrt. Behörden sprechen von einer »ausgedehnten iranischen Kampagne«

von Sabine Brandes  12.02.2026

Westjordanland

Bericht: Autonomiebehörde zahlt weiterhin »Märtyrer-Renten«

Eigentlich hatte Mahmoud Abbas das Ende der international verurteilten »Pay for Slay«-Praxis verkündet. Laut einem Bericht von Palestinian Media Watch hat er gelogen

 12.02.2026

Gaza

Sicherheitsstillstand

Die Terrororganisation Hamas macht auch in der zweiten Phase des Waffenruhe-Abkommens klar, dass sie einer Entmilitarisierung nicht zustimmen wird

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nachrichten

Botschafter, Kontrolle, Künstliche Intelligenz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  12.02.2026

Meinung

Wiesbaden: Wie man dem Antisemitismus und dem Islamismus eine Bühne bietet

Im Haus der Vereine durfte die Jugendgruppe »Salehin« auftreten. Offiziell ging es um eine »kulturelle religiöse Jugendveranstaltung«. Doch tatsächlich wurde dort Propaganda für das Mullah-Regime gemacht

von Daniel Neumann  12.02.2026