Israel

Oberrabbiner suspendiert sich selbst

Oberrabbiner Jona Metzger Foto: Flash 90

Nach den Korruptionsvorwürfen gegen den aschkenasischen Oberrabbiner Israels, Jona Metzger, hat sich dieser nun von einigen Ämtern vorläufig selbst suspendiert. In der Folge verdeckter Ermittlungen werden Metzger schwerwiegende Vergehen vorgeworfen. Darunter Betrug, Geldwäsche und Bestechung.

Die Sondereinheit Lahav 433 für Wirtschaftskriminalität hatte nach einem Tipp begonnen, gegen Metzger zu ermitteln. Angeblich soll er gemeinsam mit anderen Hunderttausende von Schekeln von verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen abgezweigt haben.

Aufgaben Der Oberrabbiner informierte Justizministerin Zipi Livni sowie den Minister für religiöse Angelegenheiten, Naftali Bennett, dass er seine Position im rabbinischen Gericht vorerst nicht ausüben werde. Ebenso werde er weder an Sitzungen des Wahlkomitees oder des Oberrabbiner-Rates teilnehmen. Andere Aufgaben, wie das Ausstellen von Kaschrut-Zertifikaten, wolle er weiterhin erledigen, hieß es.

Gleichzeitig beteuerte er seine Unschuld und äußerte die Hoffnung, dass »die Ermittlungen ein schnelles Ende haben werden«. Sein Anwalt erklärte, dass der Rabbiner diesen Schritt unternommen habe, »weil er weiß, dass das in den Augen der Öffentlichkeit das Richtige ist«.

Wahlen Seinen Einfluss für die kommenden Wahlen zum neuen Oberrabbinat hat Metzger indes nicht aufgegeben. Er überreichte bereits seine fünf Kandidatennamen für die 150-Kopf große Versammlung, die den Nachfolger für ihn und seinen sefardischen Kollegen, Schlomo Amar, bestimmen wird.

In Israel stehen nach der zehnjährigen Amtszeit der beiden Rabbiner die Wahlen zu einem neuen Oberrabbinat kurz bevor.

Nach Metzgers Erklärung zeigte sich die Justizministerin erleichtert. Sie lobte die Entscheidung mit den Worten: »Zwar ist es nicht mehr viel Zeit, bis seine Amtszeit endet, doch dieser Schritt ist bedeutend, um die Institution der rabbinischen Gerichtsbarkeit zu schützen.«

Libanon

Israel beschießt Hisbollah in Beiruter Vororten

Nachdem die Terror-Miliz den Norden Israels mit Drohnen angegriffen hat, reagiert die israelische Armee

 14.06.2026

Nahost

Hisbollah beschießt Israel mit Sprengstoff-Drohnen

Nach Drohnenangriffen der Hisbollah auf Israels Norden fordert Finanzminister Smotrich eine härtere Reaktion. Wird Israel jetzt wieder die Vororte Beiruts angreifen?

 14.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  12.06.2026 Aktualisiert

Gesellschaft

Erste Frau in IDF-Eliteeinheit Sayeret Matkal

Seit 2024 dürfen auch Frauen in die geheimnisvolle Einheit aufgenommen werden. Nun hat erstmals eine Israelin die harte Aufnahmeprüfung bestanden

von Sabine Brandes  12.06.2026

Knesset

Armeedienst und Torastudium sollen gleichgestellt werden

Trotz des Widerstands der Opposition und einiger Koalitionsmitglieder geht der kontroverse Gesetzesvorschlag durch die erste Lesung

von Sabine Brandes  12.06.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Pride Parade findet trotz Sicherheitsbedenken statt

Erstmals seit den Zeiten vor den Hamas-Massakern vom 7. Oktober 2023 kehrt das Großereignis zurück

 12.06.2026

Wehrpflicht

Massenproteste: Charedim legen Verkehr in Zentralisrael lahm

Die Demonstration richteten sich gegen die Festnahme von 19 Wehrdienstverweigerern nach Ausschreitungen vor dem Haus des stellvertretenden Präsidenten des Obersten Gerichts

 12.06.2026

Studie

KI-Modelle reproduzieren antisemitische Vorurteile

Zwei israelische Forscher sagen, ihre Analyse zeige, wie »ein uraltes Vorurteil durch komplexe Muster von Eigenschaftszuschreibungen und kultureller Codierung in modernen technologischen Systemen fortbesteht«

 12.06.2026

Krieg gegen den Terror

Israel bereitet offenbar Vorstoß auf Hisbollah-Hochburg Nabatieh vor

»Die Hisbollah zieht sich zurück, hält aber an der Linie von Nabatieh fest«, sagt ein ranghoher IDF-Offizier

 12.06.2026