Berichterstattung

Angriff auf Krankenhaus in Gaza: New York Times rudert zurück

Foto: picture alliance / Photoshot

Die New York Times (NYT) hat am Montag in einem Editorial erklärt, dass ihr Umgang mit zweifelhaften Quellen - hier von der Hamas - falsch gewesen sei. Eine Entschuldigung für die falsche Berichterstattung am 17. Oktober über eine Explosion neben einem Krankenhaus in Gaza veröffentlichte sie jedoch nicht.

Die große US-Tageszeitung hatte kurz, nachdem eine Rakete auf dem Parkplatz des Al-Ahli Krankenhauses eingeschlagen war, unmittelbar die Narrative der Terrororganisation Hamas übernommen.

Doch Beweise der israelischen Armee (IDF), die sie in einer Pressekonferenz am nächsten Morgen präsentierte, legen nahe, dass die Explosion nicht durch einen Luftangriff verursacht wurde, sondern durch eine Rakete des Islamischen Dschihad. Die sei fehlgezündet und noch im Gazastreifen niedergegangen. Die Terrorgruppe nannte die Erklärungen der IDF »Lügen«.

Behauptungen von Hamas-Terroristen verbreitet

Die NYT hatte ihre Berichterstattung mit Behauptungen von Hamas-Beamten eingeleitet, dass ein israelischer Luftangriff die Ursache gewesen sei und Hunderte Menschen getötet oder verletzt worden seien. Eine große Schlagzeile kündigte den Artikel oben auf der Website der Times an.

Amerikanische und andere internationale Offizielle resümierten nach den IDF-Erklärungen, ihre Beweise deuteten darauf hin, dass die Rakete tatsächlich von palästinensischen Kampfpositionen stammte. Auch US-Präsident Joe Biden betonte bei seinem Besuch in Israel, dass wohl »nicht Israel, sondern das andere Team verantwortlich« sei.

»Die frühen Versionen der Berichterstattung stützten sich zu stark auf Behauptungen der Hamas.«

new york times

»In den ersten Berichten wurde die Behauptung der israelischen Verantwortung auf palästinensische Beamte zurückgeführt und darauf hingewiesen, dass das israelische Militär angab, die Explosion zu untersuchen«, so die Times. »Die frühen Versionen des Artikels, und die Bedeutung, die sie in Schlagzeilen, Nachrichtenmeldungen und Social-Media-Kanälen erlangte, stützten sich jedoch zu stark auf Behauptungen der Hamas und machten nicht klar, dass diese nicht sofort überprüft werden konnten«, hieß es in dem Editorial.

»Der Bericht hinterließ bei den Lesern einen falschen Eindruck darüber, was bekannt war und wie glaubwürdig die Darstellung war.« Die Times besteht jedoch darauf zu betonen, dass sie ihre »Berichterstattung weiter aktualisierte, sobald weitere Informationen verfügbar waren«.

Die Redaktion komme zu dem Schluss: »Angesichts der Sensibilität der Nachrichten während eines sich ausweitenden Konflikts und der prominenten Werbung, die der Bericht erhielt, hätten die Redakteure der Times bei der ersten Präsentation mehr Sorgfalt walten lassen und deutlicher machen sollen, welche Informationen überprüft werden können.«

Iran

Krieg auf Eis gelegt

Die direkte Konfrontation zwischen Israel und dem Mullah-Regime ist gestoppt. Doch die Spannungen in der Region bleiben unverändert hoch

von Sabine Brandes  11.06.2026

Knesset

Armeedienst und Torastudium sollen gleichgestellt werden

Trotz des Widerstands der Opposition und einiger Koalitionsmitglieder geht der kontroverse Gesetzesvorschlag durch die erste Lesung

von Sabine Brandes  11.06.2026

Gesellschaft

Erste Frau in IDF-Eliteeinheit Sayeret Matkal

Seit 2024 dürfen auch Frauen in die geheimnisvolle Einheit aufgenommen werden. Nun hat erstmals eine Israelin die harte Aufnahmeprüfung bestanden

von Sabine Brandes  11.06.2026

Jerusalem

Bericht: Regierung will Hunderte Millionen für 61 Siedlungen bereitstellen

Nach Informationen des Journalisten Barak Ravid will das Kabinett noch heute über einen Plan abstimmen, der die praktische Umsetzung der Projekte im Westjordanland ermöglichen würde

 11.06.2026

Meeressäuger

Pottwale vor der Küste Ashdods gesichtet

Der Fund gelingt einem Wisschenschaftlerteam, kurz bevor es seine Forschungsfahrt wegen iranischer Angriffe abbrechen muss

 11.06.2026

Berlin

Dieter Nuhr erhält den Leo-Baeck-Preis

Der Kabarettist ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Zentralratspräsident Josef Schuster würdigte den Kabarettisten für seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus

von Detlef David Kauschke  10.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026